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The Testament of Ann Lee (2025)

Geprägt von einem Leben voller Leid, einem sexuellen Trauma, Kinderarbeit und Entbehrungen sowie dem Verlust von vier Kindern flüchtet sich Ann Lee in die christliche Religion und entwickelt sich im Manchester des 18. Jahrhunderts zu einer Predigerin, der schnell einige Gleichgesinnte folgen. Getrieben von der psychotischen Vorstellung, dass Zölibat und Enthaltsamkeit für alle Menschen der Weg zu Gott sei und bestärkt durch vermeintliche Wunder und Visionen, macht sie sich mit ihrer Gemeinde auf, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Ann Lee ist bald auch in Amerika der Verfolgung ausgesetzt und wird von anderen Christen der Hexerei beschuldigt. Bei einem Übergriff auf ihre Glaubensgemeinschaft wird sie so schwer misshandelt, dass sie daraufhin langsam an ihren Verletzungen stirbt.

The Testament of Ann Lee ist ein mehrfach ausgezeichnetes historisches Drama mit Musical-Elementen von Mona Fastvold, die für den Film Der Brutalist (2024) bekannt ist. Wir sehen Amanda Seyfried in der Titelrolle und Thomasin McKenzie, Lewis Pullman, Christopher Abbott und Tim Blake Nelson in weiteren Hauptrollen. Für die Musik zeichnete Daniel Blumberg verantwortlich, für die Choreografie der Tanzeinlagen Celia Rowlson-Halls.

Das episch inszenierte und hervorragend gespielte Drama aus dem Jahr 2025 erzählt die Geschichte der religiösen Führerin Ann Lee, die als Gründerin der Shaker-Bewegung gilt. Ann Lee wurde 1736 in Manchester geboren und war die charismatische Anführerin einer religiösen Bewegung, die aufgrund ihres ekstatischen Gesangs und Tanzes, bei dem auch Schütteln zum Einsatz kam, als "Shaker" bezeichnet wurde. In England wurde die Sekte bald wegen ihrer lauten Gottesdienste und der Kritik an den Lehren der etablierten Kirche verfolgt. Ann Lee ging 1774 mit einer kleinen Gruppe von Anhängern nach Amerika, um dort ihre Shaker-Bewegung zu vergrößern.

Für meinen Geschmack ist The Testament of Ann Lee zu affirmativ-schwelgend und die Erzählstimme aus dem Off verklärt die Geschichte ins Mythologische. Dabei wäre dieses Historienspektakel bestens geeignet gewesen, die christliche Massenpsychose der USA, die bis heute anhält, zu erklären und kritisch einzuordnen. So allerdings ist der Film mit seinem konstanten Christengeplapper, dem überlauten Jammergesängen und den streckenweise recht langweiligen Passagen mit einer Laufzeit von 135 Minuten nur schwer zu ertragen.

https://www.imdb.com/de/title/tt34819091/ (Abre numa nova janela)
Tópico Film