Du liest: TheKindSerpent - Sexuelle Kultur mit Herz und Verstand - Blog
Die weibliche Intimmassage, en Detail beschrieben. Enjoy!
Mit einer Mischung aus Vorhersehbarkeit und Überraschung geleite ich B. in eine wohlig-warme Entspannung und halte gleichzeitig ihre Aufmerksamkeit wach. Mal widme ich mich detailversessen ihren Fingern oder ihrem Ohr, mal breite ich meine Berührungen wieder über ihren ganzen Körper aus, umfange jede Wölbung und krieche in jede Ritze. Ich interessiere mich für das Glatte und Weiche, für das Feste und Rauhe und auch für die Haare, die Dellen und die Dehnungsstreifen. Alles an ihr ist willkommen. Es ist eine Freude und ein Privileg, ihr so nah kommen zu dürfen.
Manche Sequenzen wiederholen sich viele Male, so dass sie sich ganz tief hinein sinken lassen kann. Dann plötzlich bricht die Struktur auf und geht in angenehm verwirrendes Chaos über. Tiefe, dynamische Griffe in die Muskulatur wechseln sich ab mit sanftem Gleiten in extremer Zeitlupe, das sie dazu einlädt, jeden Millimeter ihrer Haut intensiv zu spüren. Mal werde ich verspielt und neckisch, versuche ein kleines Lächeln aus ihr herauszukitzeln. Mal schiebe ich meinen Arm unter ihren Körper, halte und wiege sie, bis sie loslässt und mir ihr ganzes Gewicht überlässt.
Zärtlichkeit hat nicht nur etwas mit sanften Berührungen zu tun. Um uns geborgen zu fühlen, müssen wir manchmal die Kraft unseres Gegenübers spüren. ihr Vertrauen geht jetzt in ein Gefühl von Sicherheit über. Das Sich-Vertraut-Machen ist zu Intimität geworden.
„Intimität“ wird oft als Synonym für Sexualkontakt gebraucht, dabei sind das ganz verschiedene Dinge. Es gibt Sex ohne Intimität und Intimität ohne Sex.
Intimität meint eine tiefe Vertrautheit, die wir hier ganz ohne Worte herstellen. Wir offenbaren uns einander über die Berührung, die wechselseitige Wahrnehmung. Ich suche sie und frage nach ihr: “Wer bist du? Wie bist du gerade hier?” Ich versuche sie zu erreichen. Gleichzeitig nimmt B. mich wahr: Ich bin zwar als Profi hier, in meiner Rolle als Masseurin, aber auch als ganze Person. Ich verberge mich nicht.
Wir sind nackt miteinander, nicht nur in einer Hinsicht.
So wird Hingabe erst möglich - der wesentliche Teil davon obliegt B.: Sich wirklich einlassen zu können ist kein Zufall und folgt nicht automatisch aus günstigen Umständen. Hingabe ist eine Handlung, ein aktives fortlaufendes Bejahen dessen, was ist und geschieht.
Wenn sie mich lässt, spiele ich auf ihrem Körper wie auf einem Instrument; bringe die Melodie hervor, die jetzt gerade in ihr klingt.
Und immer wieder kommen wir zur Ruhe. Stille. Halten. Atmen. Einfach da sein.
So sinkt B. Stück für Stück immer weiter in sich selbst hinein, in ihre Empfindungen und Gefühle. Ihre Gedanken beruhigen sich und da ist immer mehr Gegenwart - das sogenannte Hier und Jetzt.
Der letzte Teil der Massage ist für die Intimmassage reserviert.
Ich finde einen eleganten Weg zwischen B.s Beine und mache es mir dort bequem. Ihre Beine liegen entspannt über meinen. Wir kommen hier erst einmal gemeinsam an.
An diesem Punkt in der Massage ist B. schon ziemlich entspannt, warm-wohlig eingeschmolzen in den Futon. Sie hat so einiges erlebt - vielleicht hat sie sogar ein paar neue erogene Zonen entdeckt und ihre Lust hat sich gezeigt: Mit einem angenehmen Ziehen im Solarplexus, einer Gänsehaut zwischen den Schulterblättern, einem Kitzeln zwischen den Beinen, oder auch ganz anders.
Alle ihre Sinne sind wach und und auf Empfang gestellt. Ihre Aufregung hat sich in Neugier verwandelt: Was passiert als nächstes?
Phase 3: Das Fliegen
Nun, zunächst mal streiche ich noch ein paarmal gleichmäßig und symmetrisch von ihren Füßen bis hoch zu den Schultern, die Arme herunter bis zu den Fingern und wieder zurück über den ganzen Körper bis zu den Füßen. Dann lege ich wieder eine Hand auf ihr Herz und eine auf ihre Vulva und verweile einige Atemzüge lang.
Wir haben Zeit.
Genau genommen haben wir etwa 45 Minuten Zeit nur für ihren Schoß.
Manchmal werde ich gefragt, ob es bei uns ein „Happy End“ gibt. Als Happy End bezeichnet man die Praxis, nach einer eigentlich nicht-erotischen Massage den (fast immer) Klienten gegen Aufpreis noch schnell zum Orgasmus zu rubbeln.
Nein. Wir machen kein „Happy End“. Die tantrische Intimmassage folgt denselben Prinzipien wie die Ganzkörpermassage: Ausführlichkeit, Sorgfalt und Kunstfertigkeit. Ein gewissenhaft konzipierter Modellablauf, der individuell angepasst wird. Das Einbeziehen des ganzen Körpers. Und vor allem Ergebnisoffenheit: Erregung ist keine Pflicht. Die Berührung der Genitalien kann ganz unterschiedliche Empfindungen und Emotionen hervorrufen. Alle sind willkommen.
Ich beginne sehr behutsam mit ein paar zärtlichen Berührungen und sanften, satten Streichungen über die ganze Vulva. Hier bin ich ganz besonders konzentriert: Nicht nur B., sondern auch ihr Genital muss mir glauben, dass ich es gut mit ihm meine. Deshalb sorge ich dafür, dass sich meine Berührungen noch sicherer, noch konkreter, noch liebevoller anfühlen. Ich kommuniziere mit meinen Händen, dass es hier nicht darum geht, wie in einem Fahrstuhl immer aufwärts zu fahren, sondern Vielfalt zu erleben und der Lust – so sie das möchte – die Gelegenheit zu geben, sich in die Tiefe, in die Breite und im ganzen Körper zu entfalten.
Ich massiere den Unterbauch, die Leisten, die äußeren Venuslippen, die inneren Venuslippen und den Raum dazwischen. Den Schaft, die Haube und die Perle der Klitoris und auch ihre Schenkel und Flügel, soweit ich sie erreichen kann. ihren gesamten Innenraum, wenn sie es mir erlaubt. Die G-Fläche.
Es gibt meiner Schätzung nach insgesamt etwa 40 Massagegriffe für den weiblichen Intimbereich. Sie haben fantasievolle Namen wie „Lippengruß“, „Die Knospe öffnen“, „Pussy Petting“ und „Türklingel“. Ich wähle diejenigen aus, die sich gerade richtig anfühlen, je nachdem, wie B. reagiert. Wenn ich mir nicht sicher bin, frage ich sie.
Wir machen gewissermaßen eine Reise durch die Landschaften ihres Genitals. Jede Gegend fühlt sich ein bisschen anders an.
Yoni-Massagen sind eine große Kunst (ich verwende hier den Sanskrit-Begriff, weil ich leider noch keinen besseren gefunden habe, um die Gesamtheit von Vulva, Vagina und Klitoris zu bezeichnen).
In meiner Ausbildung habe ich Übungsmassagen gemacht, bei denen die Intimmassage mehr als 1,5h gedauert haben - und das schien uns immer noch zu kurz. Klingt verrückt? Kein Wunder: Wer (einschließlich wir Yoni-Trägerinnen selbst) widmet sich diesem Bereich schon so ausführlich? So haben leider die wenigsten eine Ahnung, welche Schätze an Empfindungen hier darauf warten, entdeckt zu werden.
Die meisten Yonis schätzen Langsamkeit, Sensibilität, Rhythmusgefühl und Liebe zum Detail. Denn sie können erstaunlich detailreich empfinden, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Das Tempo ist entscheidend: Meine Ausbilderin Nhanga Grunow sagte immer: “Wenn du denkst du berührst schon sehr langsam - werde noch langsamer!”
Über Langeweile braucht man sich dabei keine Sorgen zu machen. Yonis brauchen Zeit, um in einer Berührung “anzukommen”, das heißt zu begreifen, was eigentlich gerade genau geschieht und wie es sich anfühlt. Dann kann die Yoni-Trägerin entspannt immer tiefer in die Empfindung hineinsinken - oder die sich langsam steigernde Lust genießen. Dabei muss unbedingt alles bleiben wie es ist: Tempo, Druck, Richtung, Fläche - nichts ist frustrierender als zu schnelle Wechsel, wenn die Welle jedesmal abbricht, noch bevor sie richtig begonnen hat.
Jede Yoni ist anders, ein neues Geheimnis, das es zu lüften gilt (Natürlich nur teilweise… So ganz werden wir das Geheimnis der Yoni wohl nie lüften). Mögen es die Vulvalippen zart oder fest oder beides? Ist der Klitorisschaft oder die Perle interessanter? Eher kreisförmige Berührungen oder seitwärts, punktuell oder flächig? Wie ist es mit dem Bereich zwischen den großen und kleinen Lippen?
Ich beginne fast immer mit dem “Wasserfall”: warme, weiche, sehr ölige Handflächen, die abwechselnd die komplette Vulva hinabstreichen, vom Haaransatz bis zum Damm, so dass eine einzige, ununterbrochene Berührung entsteht, die niemals abreißt.
Das kommt eigentlich immer gut an: es ist eine relativ unverfängliche Berührung, die eine herrlich subtile, vollständige Empfindung erzeugt, die sich aber nach und nach in die Tiefe hinein entfaltet - fast schon hypnotisierend.
Yonis sprechen meist leise. Flüsternd geben sie sich preis, wenn man ihnen ausreichend Zeit lässt und sie sich der vollen Aufmerksamkeit sicher sein können. Nach und nach finde ich heraus, was B.s Vulva mag. Der Wasserfall scheint ihr gut zu gefallen, besonders, wenn dabei eine oder zwei Fingerspitzen zart zwischen ihre Lippen und über ihren Eingang streichen. Ihre Klitoris mag meine Zeigefinger links und rechts neben ihr, die mit mittlerem Druck und gleichmäßigem Rhythmus abwechselnd in voller Länge auf und nieder gleiten. Ihre inneren Lippen genießen es, sanft auseinander geblättert zu werden wie ein winziges, blütenzartes, glänzendes Büchlein.
Immer wieder wandern meine Hände über B.s ganzen Körper, umkreisen ihre Brüste und Nippel, streichen über ihre Schenkel, ihren Bauch.
“Möchtest du auch innen massiert werden?”
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