
In diesem Newsletter:
Eine neue Folge 🎧
Martha Mosse revisited 💓
Die ersten Lesetermine für die Vorkämpferinnen! 📆
Lesetipp: Gabriele Tergit (1894-1982) 🗞️
Liebe Community,
was sind das für Zeiten! Eigentlich würde ich ja gern von vorn bis hinten fröhliche Feiertagsgrüße versenden, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass meine Wut kaum noch mit den Nachrichten mitkommt. Gerade habe ich das eine Ereignis halbwegs verarbeitet, kommt schon die nächste, und die nächste, und die nächste Nachricht. Deshalb habe ich mich entschlossen, zu Ostern mit einer etwas spontaneren Podcast-Folge aufzuwarten - leicht (und hörbar) verschnupft, aber von Herzen: Schluss mit höflich! Seit wann Feministinnen schon wütend sind.
Es wird darum gehen, wie Frauenrechtlerinnen und Feministinnen (zum kleinen, aber feinen Unterschied vielleicht ein anderes Mal) seit dem Beginn der Demokratiebewegung versuchen, ihre Rechte im Guten zu erwirken - weil im demokratischen Diskurs doch das rationale und vernünftige Argument obsiegen soll. Oder?
Oder?
Hört gerne rein: ab 4. April in eurem Podcast-Player.
Martha Mosse revisited
Erinnert ihr euch an die allererste Folge der Frauen von damals? Es ging um Martha Mosse und Friedrike Wieking, die beiden ersten Polizistinnen Berlins, deren Lebenswege so diametral entgegengesetzt verliefen: Martha Mosse wurde nach 1933 aus dem Dienst entfernt und als Jüdin verfolgt; Friedrike Wieking machte Karriere.
Vor einiger Zeit habe ich die Folge (die ursprünglich gerade einmal 20 Minuten hatte) in erweiterter Form neu aufgenommen. Falls ihr sie noch nicht gehört habt: Hier findet ihr sie auf Spotify (Abre numa nova janela), hier auf Apple Podcast (Abre numa nova janela) - und natürlich gibt es sie auch in allen anderen Playern. Wenn ihr mögt, hört doch gern (noch einmal) rein, denn wir werden auf eine der beiden Frauen in nicht allzu ferner Zukunft noch einmal zurückkommen.
Der Grund ist, dass ich endlich Elisabeth Wagners fantastisches Buch Die Mosse-Frauen lese. Jahrelang hat die Literaturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin zu vier Frauen der prominenten Familie aus dem jüdischen Berliner Großbürgertum geforscht. Einen großen Teil des Buches widmet sie Martha Mosse und Dora Panofsky - ein faszinierendes Schwesternpaar, über das ihr mehr hören wollt. Glaubt mir.
Transparenzhinweis: Das Buch über die Mosse-Frauen hat Elisabeth Wagner mir freundlicherweise geschenkt.

Die ersten Lese-Termine stehen fest!
Pünktlich zum 29. April werden die Vorkämpferinnen (Abre numa nova janela) erscheinen (habt ihr schon vorbestellt?) - und die ersten Lesungen gibt es schon im Mai! Als da wären:
7. Mai: Berlin (Abre numa nova janela) (Premiere)
12. Mai: Köln (Abre numa nova janela)
21. Mai: Hochheim (Abre numa nova janela)
22. Mai: Andernach (bei Anker Buch (Abre numa nova janela) - Info folgt )
Sehen wir uns?
So, und zum Schluss noch einen österlichen Lese-Tipp für euch: Neu auf meinem Stapel befindet sich Gabriele Tergit, Vom Frühling und von der Einsamkeit. Reportagen aus den Gerichten. Gabriele Tergit war Gerichtsreporterin beim linksliberalen Berliner Tageblatt (das übrigens zu dem Konzern gehörte, den Martha Mosses Onkel Rudolf Mosse einst gegründet hatte). Ich liebe ihren Stil. Wenn ihr Effingers noch nicht kennt: Die Geschichte einer jüdischen Berliner Familie im 19. und 20. Jahrhundert ist absolute Pflichtlektüre! Grandios auch ihr kurzweiliger, atemloser Roman Käsebier erobert den Kurfürstendamm über die Berliner Zeitungs-Szene der 1920er, die offenbar auch schon so ihre Medien-Hypes kannte. Als nächstes kommen bei mir also die Gerichtsreportagen dran, mit denen sie ihren Ruhm als scharfäugige Chronistin etablierte.
Habt ein schönes, langes Feiertagswochenende!
Herzlich, eure Bianca
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