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Ein Garten für Kinder

Du hast einen Garten und fragst dich, wie du ihn so anlegst, dass Kinder darin wirklich etwas erleben? Spielfläche, Naschbeete, eigene Kinderbeete, wilde Ecken für Igel und Wildbienen: In diesem Artikel zeige ich dir, wie du diese Zonen gestaltest, welche Pflanzen sich eignen und warum ein Garten der beste Ort ist, um Kindern Natur beizubringen. Wir gehen rein!

Filip Urban für Unsplash.

Als Kind hatte ich im Schrebergarten meiner Eltern ein eigenes Beet. Einen oder zwei Quadratmeter Erde, in dem ich Radieschen säte, Sonnenblumen hochzog und lernte, dass Zucchini schneller wachsen, als eine Familie sie essen kann. Dieses Beet hat mir beigebracht, wie Pflanzen keimen, warum Regenwürmer nützlich sind und dass Geduld sich lohnt, wenn man auf die erste reife Tomate wartet. Jahre später weiß ich: Wenige Dinge bringen Kindern die Natur so greifbar nahe wie ein Garten, in dem sie selbst die Hände in die Erde stecken und eben genau nachverfolgen können, wie alles so schön wächst.

Gärtnern mit Kindern macht Zusammenhänge erlebbar, die vielleicht sonst eher etwas abstrakt bleiben. Kinder beobachten, wie Wildbienen die Blüten ihrer Bohnenpflanzen besuchen, wie Marienkäfer Blattläuse fressen und wie aus Küchenabfällen im Kompost neue Erde entsteht. Sie lernen verschiedene Lebensräume kennen, von der gemähten Spielwiese über das Gemüsebeet bis zum Totholzhaufen, in dem Käfer und Amphibien leben. Damit das funktioniert, braucht dein Garten eine durchdachte Struktur: natürlich Platz zum Toben und Spielen, ruhige Ecken zum Sitzen und Lesen, eigene Beete, die Kinder selbst bewirtschaften, und Nasch-Ecken mit Obst, das idealerweise über viele Monate verfügbar ist. Wie du diese Zonen anlegst und was du wo pflanzt, erfährst du in diesem Text.

Spielen, toben, entdecken

Das Herzstück eines Gartens bildet für viele Familien eine offene Rasenfläche, auf der Kinder rennen, Fangen spielen und herumkugeln. Für den Rasen wählst du eine strapazierfähige Spielrasenmischung mit hohem Anteil an Deutschem Weidelgras (Lolium perenne) und Wiesenrispe (Poa pratensis), die beide Tritt gut vertragen und sich schnell erholen. Die Fläche liegt am besten so, dass du sie von der Terrasse oder vom Küchenfenster aus überblicken kannst. Wie groß sie ausfällt, hängt vom Grundstück ab. Natürlich mähst du das Gras hier, damit die Kids nicht barfuß in Bienen treten oder sich da Tierchen einnisten, die dann beim Spielen zertrampelt werden. An den Rändern dieser Fläche lässt du das Gras aber gern wilder wachsen und mähst nur zwei- bis dreimal im Jahr. In diesen Streifen siedeln sich Schafgarbe, Margeriten und Klee von selbst an, Wildbienen und Hummeln finden Nahrung, Grashüpfer finden da ihren Lebensraum, Käfer verstecken sich im dichten Bewuchs, und Igel nutzen die Deckung auf ihren nächtlichen Streifzügen. Win-Win!

Vitolda Klein für Unsplash.

Eine ruhige Ecke gehört in einem familienfreundlichen Garten ebenfalls dazu. Unter einem Obstbaum oder neben einer dichten Hecke stellst du eine Bank hin, hängst eine Hängematte auf oder baust einfach immer ein paar Liegen oder eine Deckenlandschaft auf. Kinder, die gerade nicht toben wollen, ziehen sich dorthin zurück, blättern in einem Buch oder beobachten Vögel. Diese Ruhezone braucht etwas Schatten und einen weichen Untergrund, Rasen oder Rindenmulch funktionieren gut dafür.

Von der Spielfläche aus führen Wege in die übrigen Bereiche des Gartens. Rindenmulch oder Holzschnitze eignen sich, weil sie Regenwasser versickern lassen und man eben gut drauf gehen kann. Wenn die Kids da hinfallen, tun sie sich auch nicht sofort weh – anders als bei Kies, wo man sich schnell die Knie aufschürfen kann. Wenn du magst, kannst du auf einem Teil sogar einen Barfußpfad anlegen, auf dem Kiesel, Sand, Holzscheiben und Rindenmulch abwechseln und den Garten mit allen Sinnen erfahrbar machen.

Nasch-Ecken: Obst und Gemüse zum Schnabulieren

Tópico Gartenwissen allgemein

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