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Was ist ein gutes Gespräch?

Für unsere Autorin vor allem das: Wenn es tief in der Seele buddelt.

Letzte Woche hatte ich ein Fotoshooting mit meiner Freundin Sandra. Es dauerte exakt fünf Sekunden, dann hatten wir die Strecke im Kasten. Hinter der Kamera die Kellnerin von Feinkost Käfer, die sich flugs das leere Tablett zwischen die Knie klemmte, einmal Cheese rief und drei Mal in der Sekunde auf den Auslöser meines Handys klickte. Heraus kam ein kleines süßes Daumenkino, das die Headline trägt: „Time for an Afternoon-Plausch“? Eigentlich machen wir nie Fotos, wenn wir uns auf ein kleines Therapiestündchen treffen. Weil wir es immer vergessen. Weil wir immer Wichtigeres zu tun haben: Wir reden, trinken Coca Cola, verzehren Affogato, bestellen noch eine Cola und noch ein sprudelndes Wasser und quasseln weiter ohne Punkt und Komma. Der softe Himmel über uns, vor uns all die Themen der letzten Wochen, nach zwei Stunden schrecken wir stets hoch: What? Schon so spät? Dann zahlen wir hastig, fallen uns um den Hals, Tschüssi, Kussi und bis bald, bald, bald!!!! Und immer schreibe ich meiner Freundin noch auf dem Weg zum Auto: Mist, jetzt haben wir wieder kein Foto gemacht!

Diesmal schon. Und als ich mein Handy an der roten Ampel hastig aus der Tasche hervorkramte, auf mein Archiv klickte und verträumt die Bilder betrachtete, war ich fast ein bisschen ergriffen. So viel Echtheit. So viel Wärme. So viel Ausgelassenheit, echtes Lachen, so viel Weichheit. Kein Posen, kein Schleier, keine Maske. Nur wir, wie wir an einem stinknormalen Dienstagnachmittag an einem kleinen Tisch hocken und uns das Glück dieses Moments aus jeder Pore lacht. Ich zoomte mit zwei Fingern die Bilder heran, versuchte, das Geheimnis zu ergründen, und fand am Ende diese eine Antwort: Weil wir uns einander zeigen, wie wir sind. Nicht so tun als ob. Weil wir uns miteinander gut so fühlen, wie wir sind. Und an manchen Tagen vielleicht sogar ein bisschen besser, als noch ein paar Stunden zuvor. Von meiner Playlist lief „Cruel Summer“ von Banamarama, ich drehte auf, tuckerte mit meiner kleinen Karre den Berg hoch nach Hause und fühlte mich jung und frei und unbesiegbar, sauglücklich und erschütternd leicht. Wenn eine Freundschaft diese Gefühle vermag anzuknipsen, muss es Liebe sein.

Neulich fragte jemand, was ein wirklich gutes Gespräch für mich sei. Und ich antwortete, ohne groß nachzudenken: Wenn ich Nähe fühle. Wenn zwischen zwei Sätzen etwas ist, das oft in Unterhaltungen

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