Diese Woche geht es um eine Technik, die mir noch wirklich fremd ist, die ich aber unbedingt lernen will: Gedanken aussprechen und mit KI daraus etwas Wertvolles machen.

Der Hintergrund: Schon längere Zeit spreche ich spontane Ideen in Transkriptionstools. Das ist dann ein bisschen wie die Übung der vergangenen Woche, in der wir (ich hoffe, du auch) täglich einige Minuten lang von Hand auf Papier geschrieben haben. Der Nutzen davon ist, dass man dabei beobachten kann, wie sich die Assoziationsketten in unseren Gedanken von selbst entwickeln.
Das neue Vorhaben ist aber: etwas Wertvolles, Verwertbares sprechen. Das erscheint mir deshalb wichtig, weil ich in den vergangenen Tagen von einigen Autor:innen und Journalist:innen wieder gelesen habe, dass sie genau das tun. Offenbar wechseln manche sogar immer wider zwischen “Text schreiben” und “Text sprechen” nahtlos hin und her. Mich interessiert, wie das gehen soll.
Also wie wird aus dem gesprochenen Rohmaterial redigierbarer Text? Das Problem damit: Gedanken sind zirkulär, ich rede im Kreis, plappere Umschweife rein. Mir fehlt irgendwie ein gefühltes Geländer, an dem sich meine Gedanken festhalten können. Ohne Struktur wird da nichts Lesbares draus.
Meine Idee: Ich spreche die Gedanken in einen Sprachchat mit Claude und die KI strukturiert das, fragt nach und macht mir einen Entwurf – und den redigiere ich dann.
Auf dem Weg dorthin bin ich – ehrlich gesagt – noch nicht sonderlich weit. Claude unterbricht mich, um mich zu strukturieren, setzt mich damit unter Druck und fasst das Gesagte am Ende wenig hilfreich zusammen. Ich merke, daran muss ich noch ordentlich arbeiten.
Eigentlich hatte ich vor, diesen Newsletter schon in genau dieser Form für euch zu schreiben. Habe aber das Ergebnis nur als Vorlage verwendet und ungefähr alles (!) massiv umgeschrieben. Ich merke, ich muss noch an zwei Elementen arbeiten:
Ich muss üben, besser strukturiert zu reden bzw. zu denken.
Ich muss mit Claude darüber streiten, wie wir besser zusammenarbeiten.
Wie geht es dir damit? Kannst du das schon? Hast du Ideen, wie ich das löse? Dafür wäre ich dankbar.
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Heute mal 3 monothematische Tipps.
Sehr gemocht wird Wispr Flow. Damit transkribierst du Texte direkt (das können auch viele andere) – aber es lässt sich zusätzlich als Tastatur einbinden, etwa auf dem iPhone. So schickst du auch längere WhatsApp-Nachrichten als sauberen Text, obwohl du sie nur sprichst. Der Haken: Die Verarbeitung läuft in der Cloud, deine Sprache verlässt also das Gerät. (https://wisprflow.ai/ (Abre numa nova janela))
Genau andersherum arbeitet Whisper Notes: Es läuft komplett lokal auf iPhone und Mac, es dringen keine Daten nach draußen. Kein Abo, sondern 6,99 Dollar einmalig – und das ist es allemal wert. (https://whispernotes.app/ (Abre numa nova janela))
Falls du wissen willst, wie icch mich nun „ready for speaking" mache, findest du auf dem Contentman mein Lernprogramm, mit dem ich in der nächsten Woche übe. (https://www.contentman.de/ki-aber-gut/reden-statt-tippen-endlich-texte-diktieren-und-warum-es-bisher-nicht-geklappt-hat/ (Abre numa nova janela))
Und nun zu dir
Weil es einfach logisch ist: Auch bei der “aber gut”-Übung bleiben wir im Thema. Diese lautet:
Sprich jeden Tag 5 - 10 Minuten lang in eine digitale Notiz, in ein Transkriptionstool oder in ein anderes Tool, das danach geschriebenen Text daraus macht.
Und wenn du dich das traust, wirf den gesamten gesprochenen Text am Ende in eine KI und frage sie, was sie dazu zu sagen hat.
Ich bin mir sicher, dabei kommt etwas sehr Erhellendes heraus.
Ein schönes Wochenende
Eric