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Woran erkenne ich, dass ich in einer gesunden Beziehung bin?

Woran man erkennt, dass man sich (nicht) in einer zerstörerischen romantischen Obsession befindet

Ich habe eine Frage und einen Themenvorschlag bekommen, über den ich heute ein bisschen schreiben will. Die Frage geht so: 

Woran merkt man, dass die aktuelle Beziehung wirklich gesund ist? Oder redet man sich das nur ein, weil die letzte toxische Beziehung so toxisch war, dass alles andere im Vergleich besser ist? Ist es ein Schutzmechanismus, ein Verklären des Gegenübers? Weil ich glaube, dass ich so viel weiter bin? Oder weiss ich es? 

Lesungen Rausch und Klarheit

11/08 — Bad Eibling | Buchladen momo & frieda | 19:00
21/08 — Zwickau | Alois Fußballkneipe | 19:00
25/09 — Alsdorf | Stadtbücherei | 19:30
13/11 — Lübeck | Aktionstag Suchtberatung | Hansemuseum

Als meine erste nüchterne Beziehung anfing — also die erste romantische Beziehung meines neuen Lebens ohne Alkohol — war ich erstmal vollkommen überrascht davon, wie berauscht ich nüchtern noch sein kann. Ich hatte geglaubt, mit der Nüchternheit bekäme ich automatisch ein weniger extremes, weniger gefährliches, wohltemperiertes Mittelmaß der Gefühle. Nie zu high, nie zu low. Ich dachte, ohne Alkohol könnte ich überhaupt nicht mehr in diese extreme Zone der manischen Verknalltheit gelangen. 

Außerdem dachte ich, dass suchtartige, romantische Dynamiken, die ich aus meiner Vergangenheit kannte, sich quasi zusammen mit meinem Trinkproblem erledigt hätten.Jedenfalls solange ich mich von offensichtlichen Troublemakern, Bad Boys und Fuccbois fernhielt. Ich dachte, romantische Obsession kann mir gar nicht mehr passieren, wenn ich 24/7 einen klaren Kopf habe. 

O, little did I know. 

Ich lag in beiden Fällen phänomenal falsch. Ich war immer noch überaus rausch-affin. Und meine Fähigkeit, mich in ungesunde Dynamiken zu verstricken war auch nicht verloren gegangen. Ich war bloß fitter im Kopf, und somit besser darin geworden, mir selbst eine romantische Shitshow als eine ganz tolle Idee zu verkaufen. 

Nick sah nicht aus wie mein typischer Lederjacken Fuccboi und er sprach nicht wie einer. Alles an dem Typen war eine untypische Wahl für mich: Konservativer Familienmensch statt Lonesome Wolf, Sportklamotten statt Lederjacke, Wirtschaft statt Kunst. Er hatte in seinem ganzen Leben noch keine Situationship gehabt, kümmerte sich um seine Eltern und ging zur Therapie. Und er trank so gut wie nie. 

Ich dachte: Wenn so einer mir gefällt, dann bin ich erwachsen. Mit dem bin ich safe. 

Tópico Romanzen

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