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KI-Enzyklika, neue Waffen, SpaceX, Clip-Flut, Rechtsruck, Sloterdijk

Tickets für den Sommersalon (Abre numa nova janela)!

00:00:00 Es war Mai

Stefan begrüßt zunächst allein und kündigt Wolfgang an. Er weist auf die große Sommersalon-Show am 22. August in Frankfurt im Saalbau Bornheim hin und verweist für Live-Salon-Tickets auf neuezwanziger.de (Abre numa nova janela).

00:05:15 Friedrich Merz

Wolfgang greift die Debatte um Friedrich Merz' Kommunikation auf und spielt einen „Maischberger"-Ausschnitt mit Jagoda Marinić ein. Marinić fragt, ob die Deutschen sich einen Kanzler wählen könnten, der ihnen gefällt, empfiehlt Merz eine visionäre Rhetorik und kritisiert das „Friedrich-Merz-Motzt"-Genre, das den Bürgern Faulheit vorhalte. Wolfgang hält entgegen, die Kritik richte sich nur gegen die Form, nicht die Forderungen, und verlange eine beschönigende Kommunikation. Stefan fasst zusammen: „länger arbeiten, früher sterben".

00:09:46 Leos Enzyklika

Stefan und Wolfgang besprechen die neue Enzyklika „Magnifica Humanitas" von Papst Leo XIV. zu künstlicher Intelligenz, gerichtet an „alle Frauen und Männer guten Willens". Wolfgang betont die ungewöhnlich große Aufmerksamkeit (Kontrapunkt zu Merz, Trump, Altman); Stefan schildert seinen Petersdom-Besuch und sein Interesse an der Kirche als historisches Relikt. Eingespielt werden u.a. Chris Olah (Anthropic), der KI-Modelle als „gezüchtet" und geheimnisvoll beschreibt und dem Vatikan drei Fragen stellt, sowie Papst Leo selbst (Bezug auf Leo XIII., „Rerum Novarum", Vergleich mit der Industrialisierung, Forderung „Künstliche Intelligenz muss entwaffnet werden") und Präfekt Víctor Manuel Fernández. Wolfgang wirft Anthropic Marketing vor und deutet den KI-Warndiskurs als Machtstrategie; er widerspricht der These vom Bedeutungsverlust der Regierungen und sieht einen Zusammenschluss von Staat und Konzernen. Stefan referiert die Inhalte: KI als reine Datenverarbeitung ohne Bewusstsein und Gewissen, Absage an Transhumanismus, Lob der Menschenrechtserklärung von 1948, Absage an gerechte Kriege, Entschuldigung der Kirche, das Babel-Bild – sowie das ausgesparte Urheberrecht und den „Raubzug" durch Trainingsdaten.

01:50:38 Salon-Anmerkungen

Wolfgang weist auf den Salon hin (einmal monatlich ein bis zwei Bücher): kommend „Öffentliche Kunstfreiheit" von Christoph Möllers und Nils Weinberg sowie Arne Semsrotts „Gegenmacht" (nach „Machtübernahme").

01:52:44 AfD Verteidigungsminister?

Wolfgang spielt einen Clip aus Tilo Jungs Interview mit Grünen-Chef Felix Banaszak ein. Auf die Frage, was junge Männer bei einem AfD-Verteidigungsminister tun sollten, nennt Banaszak das Desertieren als Möglichkeit. Stefan merkt an, das Wort sei seit vier Jahren aus dem Wortschatz gestrichen; Wolfgang ergänzt, es sei ein Straftatbestand. Banaszak hält das Szenario für unrealistisch und einen russischen NATO-Angriff für wahrscheinlicher. Stefan verweist auf ~30 Prozent für CDU und AfD und eine mögliche schwarz-blaue Mehrheit, weshalb ein AfD-Verteidigungsminister kein Phantasma sei.

01:57:34 Moderne Kriegsführung – KI-Drohnen

Wolfgang und Stefan behandeln Drohnen und die Rüstungs-Tech-Firmen Palantir und Helsing. Im OMR-Podcast beschreibt Robert Fink (Mitaufbau Palantir, jetzt Helsing) seinen Wechsel aus „europäischer" Überzeugung und räumt ein, die Systeme dienten dazu, dem Feind Schaden zuzufügen. Wolfgang hebt die Angleichung des Militärpersonals an Tech-Szene und Grüne hervor; Stefan ordnet den „Krieg ohne Menschen" über Eyal Weizman der Genozid-Definition zu (Gaza, Rafah, Libanon). Über Tagesschau-, BR- und Pistorius-Beiträge werden der Bundestagsbeschluss zu Kamikaze-Drohnen (Helsing, Stark Defense, je 1 Mrd. €, Thiel-Beteiligung an Stark) und Putins Äußerungen verhandelt. Im zweiten Teil geht es um Palantirs „Project Maven" (Chad Wahlquist; Journalistin Katrina Manson): ab 2017 fürs Pentagon, nach Google-Rückzug von Palantir übernommen; Targeting von 2000 auf 20 Offiziere reduziert, inzwischen tausend Ziele pro Tag. Wolfgang folgert „fully automated" (Luhmanns „Unterwachung"); Stefan vergleicht es mit Captchas. Abschluss: „Replicator", „Hellscape" gegen China bei Taiwan, autonome Drohnenschwärme und Anthropics Rolle über klassifizierte Cloud-Modelle – durchgehend verknüpft mit Leos Enzyklika.

02:42:32 Menschen im Krieg

Wolfgang beschreibt Kriege als Vernichtungskriege; Drohnentechnologie vergrößere nur die „Killing Zone". Über einen Weltspiegel-Podcast (Demian von Osten, Marie-Christine Böse) besprechen beide, dass Kolumbianer für die Ukraine kämpfen – oft kampferprobt, aus wirtschaftlicher Not (Mindestlohn ~400 €, versprochene 3000 US-Dollar), angeworben über TikTok. 300 bis 500 Gefallene, ~440 Vermisste, schwer identifizierbar; Familien erfahren den Tod über WhatsApp. Wolfgang spricht mit Blick auf „Das knappe Gut Arbeit" vom „knappen Gut Mensch".

02:54:04 Der Sing-Sang des Schlitterns in den Krieg

Stefan kündigt einen Rundown zum „Singsang" deutscher Medienangebote zum Krieg an. Pistorius will von der Ukraine bei Drohnen- und elektronischer Kriegsführung lernen – Stefan sieht einen Paradigmenwechsel gegenüber den anfänglichen 5000 Helmen. Der ukrainische Minister Mychajlo Fedorow kündigt an, alle Ziele zu erreichen; Stefan spricht von einem Perpetuum mobile. Weitere Clips: Pistorius vergleicht Putin mit einer Sphinx; Merz räumt vor dem DGB ein, die Zeitenwende-Zusage ohne soziale Folgen sei zu optimistisch gewesen. Ein Lanz-Clip referiert Götz Alys Analyse der NSDAP-Sozialversprechen; Stefan kontrastiert, die AfD wolle den Leuten umgekehrt Geld wegnehmen, und Wolfgang zitiert Adam Tooze. Zum Schluss zwei Klingbeil-Clips über eine Zollbeamtin, die zum Stärken der Demokratie aufrief – Wolfgang verweist auf konkrete Anliegen wie Straßen, Kitas und Schwimmbäder.

03:15:18 Weiterer Krieg: Israel & Libanon

Wolfgang und Stefan besprechen anhand eines Monitor-Beitrags Israels Vorgehen im Südlibanon: gesprengte Grenzdörfer, Vertreibung von 2,5 bis 3 Millionen Menschen, Übertragung des „Gaza-Modells"; Völkerrechtlerin Janina Dill spricht von plausiblen Kriegsverbrechen. Stefan nimmt die Sozialenzykliken als Maßstab. Wolfgang stellt die deutsche Debatte gegenüber (Rhein, Becker, eingeschränkte Uni-Vorträge) und die Annäherung (Cyber-Deal mit Dobrindt, GSG-9-/YAMAM-Trainings, Heer-Kooperation). Über Al Jazeera: „Killing Zone" und glasfasergesteuerte Drohnen aus dem Ukrainekrieg.

03:29:44 SpaceX-Börsengang

Stefan und Wolfgang besprechen den SpaceX-Börsengang anhand mehrerer Clips (ProfG Market mit Patrick Boyle, Doppelgänger, All-In, Deutschlandfunk). 37 Mrd. Dollar Verlust seit Gründung; im Prospekt Punkt-zu-Punkt-Raketenreisen, Orbit-Fertigung und Asteroidenbergbau, Musk mit ~85 Prozent Stimmrechten. Connectivity (Starlink) profitabel, Space und KI-Sparte mit Milliardenverlusten pro Quartal – Wolfgang vergleicht die Bündelung mit den Schrottpapieren von 2008. Boyle: 93 Prozent des adressierbaren Marktvolumens (28,5 Bio. $) entfallen auf KI, obwohl xAI kaum Umsatz macht. Stefan ordnet den IPO als VC-Exit ein (angestrebte Bewertung 2 Bio. $, Parallele zur Telekom-„Volksaktie") und kritisiert die Verherrlichung Musks (USAID-Abwicklung). Mit Chamath Palihapitiya geht es um weltraumgestützte Rechenzentren als staatlich unkontrollierten libertären Traum.

03:59:07 Clip-Apokalypse

Wolfgang stellt die Clip-Ökonomie vor (YouTuber Devin Nash): Streamer lassen zehntausende Clips pro Monat produzieren und über separate Accounts streuen; ein Streamer beschäftige über 1.600 bezahlte Clipper (CPM ~75 Cent/1000 Views, Akquise über Discord, monatlich hunderttausende bis Millionen Dollar). Wolfgang sieht verstärkte Ungleichheit in der Aufmerksamkeitsökonomie und verdrängte Nischen-Podcasts; Stefan setzt auf Algorithmus-Empfehlungen und treues Publikum. Verwiesen wird auf Ed Elsons „The Clip Economy" und Andrew Tate als Erfinder des Modells. Beide diskutieren Nius/Reichelt und kommen überein, dem nur mit der bewussten Entscheidung für lange Formate zu begegnen.

04:27:48 Schlusspointen

Stefan spielt einen Clip zur Organspende-Debatte ein (Kirsten Kappert-Gonther verteidigt die Entscheidungslösung) und entgegnet, Schweigen als Zustimmung sei der Modus operandi moderner Renten-, Gesundheits-, Verkehrs- und Mietpolitik. Wolfgang ruft das Lesen herauf (Sloterdijk bei Arte: Lektüre als Domestikation und Kultivierung) und leitet zum Salon über („Öffentliche Kunstfreiheit", „Gegenmacht"). Stefan kündigt eine Bachelorarbeit von Sebastian zur narrativen Hegemonie (diskursebi.de (Abre numa nova janela), u.a. Charlie Kirk) an. Wolfgang nennt die Abowege über Patreon, Apple und Steady (neuezwanziger.de (Abre numa nova janela)); beide verabschieden sich bis zur nächsten Woche.

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