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Vom Ritchie

Auf ewig „der Neue“

Ox-Interview von Joachim Hiller

Einst hatte er eine private Kellerbar und ein Label mit dem Namen Drumming Monkey Records, und es ist eben das Trommeln, das die große Leidenschaft darstellt im Leben des Engländers, der längst schon offiziell eingebürgerter Düsseldorfer ist. Vor über 30 Jahren verschlug es Vom an den Rhein, von Wölli übernahm er die Trommelstöcke bei DIE TOTEN HOSEN, und nicht nur da gibt er den Takt an. Vom trommelt, wo immer er kann, wann immer Freund:innen ihn brauchen. Im April fuhr ich mal eben rüber nach Bilk, um dieses Interview zu machen.

Vom Ritchie von den TOTEN HOSEN
Foto: Donata Wenders

Vom, die Geschichten mit den Oliven haben wir schon mal abgehandelt [siehe Interview in Ox Nr. 51]. War das die wilde Vergangenheit?

Diese Zeiten sind vorbei. Ich bin über 60 Jahre! Das war ekelhaft. Ich werde dieses Jahr 62, ich kann es kaum glauben. Früher dachte ich, ich wäre mit 40 schon tot.

Du steckst gerade mitten in den Proben für die anstehende Konzerte, warst bis eben im Proberaum, musst gleich wieder los. Die Hosen haben eine sehr intensive Arbeitsmoral.

Ja, das stimmt. Jetzt kommt noch dazu, dass wir für die kommenden Shows Jet von BUSTER SHUFFLE als Keyboarder dabei haben. Der ist aktuell in der Stadt. Wir stimmen gerade ab, wo er sich einbringt, was er zu Hause noch ausarbeiten muss. Wir müssen noch Videos drehen ... also es gibt im Zusammenhang mit dem Album viel zu tun. Ich verstehe also total, dass wir jetzt stundenlang proben müssen. Ich mag das zwar nicht besonders, aber es muss sein. Es ist zu unserem Besten.

Übst du jemals auf dem Schlagzeug, wenn du nicht mit der Band im Proberaum bist?

Niemals, nein. Warum sollte ich das tun? Ich mache viel wichtigere Dinge, zum Beispiel in die Kneipe gehen. Ich werde sicher nicht mehr besser werden, als ich es jetzt bin. Ich werde mich nicht in Terry Bozzio verwandeln, wenn ich noch eine Woche mehr im Proberaum verbringe.

Aber es ist ja nicht so, dass du nichts tust, wenn die Hosen inaktiv sind. Die Liste der Bands, bei denen du in den letzten vier Jahrzehnten getrommelt hast, ist endlos. Was ist dran an dieser Leidenschaft, dass du selbst in Zeiten, in denen du gar nicht trommeln müsstest, immer noch fünf andere Bands findest, mit denen du spielen kannst?

Ich liebe es einfach, Schlagzeug zu spielen. Im Moment spiele ich ab und zu mit TOZZCAT, mit ROTER KREIS, mit CRYSSIS und jetzt auch mit ERECTION, ich habe auf deren neuem Album gespielt und an Songs mitgeschrieben. Und die Hosen habe ich ja auch noch, aber da bin ich mir nicht wirklich sicher, wie lange es noch weitergeht. Wenn ich nicht trommle, werde ich unruhig. Ich mag es nicht, nicht zu spielen, aber für mich alleine zu proben, das käme mir nicht in den Sinn. Ich habe wirklich eine Leidenschaft fürs Live-Spielen. Ich mag alles daran. Du bist dann Teil dieser Gang, erlebst die Reaktionen der Leute im Publikum, schreibst neue Songs. Ich finde das wirklich interessant und ich kenne kein anderes Leben. Meine erste Tour habe ich gespielt, als ich 13 war, und seitdem habe ich nicht aufgehört zu touren.

Warum bist nicht der Sänger in der Band, sondern der Typ, der ganz hinten sitzt, den man kaum sehen kann?

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