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Parabel Post – Ausgabe 14

Herzlich willkommen bei Parabel Post! – Ausgabe 14

Happy Pride Month euch allen!

Woher ich wusste, dass der gerade ist? Ich habe ein entsprechendes Love-Müsli im Regal gesehen. Der Monat der limitierten Regenbogenprodukte ist angebrochen.
Fühlt man sich da noch gesehen oder schon als Werbefigur missbraucht?

Interessant, dass wir diese schamlose Ausnutzung einer Bewegung so gleichmütig akzeptieren, obwohl sie so offenkundig gierig an den Werten einer Gesellschaft kapitalisiert.

Und da hab ich mich dann gefragt: Woher haben wir eigentlich unsere Werte? Woher weißt du, dass das, was du willst, wirklich das ist, was DU willst?

Das klingt wie eine ziemlich dämliche Frage. Denn schließlich fühlt man ja instinktiv, was man will und was eher nicht – oder?

Aber das stimmt nicht. Denn selbst Werte und Ideale, die einem einleuchten, für die man aus moralischer Überzeugung steht und vielleicht sogar kämpft – könnten Teil einer groß angelegten Guerilla-Werbekampagne sein. Ist das Paranoia oder schon Verschwörungstheorie? Leider weder das eine noch das andere.

Das musste ich zumindest gerade erkennen. Wir arbeiten gerade an einem Beitrag zur Tabakindustrie. Da soll die nächsten Wochen ein großes Hauptkanalvideo dazu entstehen. Wir müssen da sehr tief in die Beeinflussung des öffentlichen Lebens durch Konzerne reingehen.

Wusstet ihr, wie die Frau zur öffentlichen Zigarette kam? Nun, ich will euch schon mal ein wenig spoilern.
Es war in den USA einst verpönt und unschicklich, im öffentlichen Raum für eine Frau zu rauchen. Den Tabakunternehmen hat das natürlich gar nicht geschmeckt. Deshalb haben sie durch eine gezielte Guerrilla-Marketingkampagne – noch ehe es das Wort Marketing überhaupt gab – das öffentliche Rauchen von Frauen als feministisches Empowerment verkauft.

Und das ganze Land griff das auf – Frauen überall erkämpften sich mehr Freiheiten – und die Tabakindustrie verdiente daran.

Heißt: Der Kapitalismus schafft es, sich auch den gesellschaftlichen Fortschritt zu packen und so lange zu schütteln, bis das Geld herausfällt – und wir konsumieren, weil wir uns davon überzeugen lassen, dass der Konsum Teil des Fortschritts ist.

Deshalb: Bevor ihr das nächste Mal ein Regenbogenmüsli kauft, denkt dran, dass echte Solidarität ganz anders aussieht.

Müsli… was für ein Einstieg in einen Newsletter… Ich gebe zu, ich werde langsam ein bisschen wunderlich, weil ich jetzt seit Wochen nicht mehr aus meinem Arbeitszimmer herausgekommen bin – aber wenn ich mit dieser Ausgabe der Parabel Post durch bin, steig ich in den Transporter, fahre ins Lager und packe alles für das Sternenklang zusammen.

Keine Zeit zu verlieren, legen wir los! 

Alex 

00:00 Intro

02:54 Kapitel 1 „Zahlen lügen nicht“

07:48 Kapitel 2 „Der blinde Fleck“

16:46 Kapitel 3 „Der tiefe Zusammenhang“

25:44 Kapitel 4 „Nachgereicht“

31:45 Kapitel 5 „Rausgezoomt“

37:19 Kapitel 6 „Blattkritik“

44:56 Kapitel 7 „Ende gut, alles gut“

50:17 „P.s.“

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