Hallo in die Runde, ich hoffe es geht euch gut (und wenn nicht ist natürlich auch ok in allerherzlichster Drinnie-Manier).
Das Tempo hat sich hier etwas verlangsamt, vor allem auch, weil ich das erste Mal dieses Jahr Urlaub mache. “Urlaub” oder zumindest 5 Tage Tapetenwechsel und mit deutlich deutlich weniger Screentime und Postfachcheckins.
Die nächsten Wochen werden noch einmal sehr viel Energie benötigen und dann werde ich mich aus gesundheitlichen Gründen etwas zurücknehmen (müssen). Während die Social Media-Arbeit nach der Aktionskampagne bereits etwas ruhiger geworden ist, wird dann auch die eigentliche Arbeit außerhalb der Sozialen Kanäle für eine Weile nahezu runtergefahren. Denn wenn man über Gesundheit den ganzen Tag lang spricht, sollte die eigene Gesundheit nicht komplett vernachlässigt werden. Ich hoffe ich kann zu einem späteren Zeitpunkt ein ausführlicheres Update geben.
In diesem Sinne, steigen wir ein:
Recap: Offener Brief: Für eine Gesundheitsversorgung, die gut tut – für alle.

Die Kampagne lief knappe 2 Monate. Es war meine erste Kampagne dieser Art. Ich habe vieles neues gelernt und mich über andere Dinge geärgert.
Zu den positiven Dingen:
19 Menschen aus der Öffentlichkeit haben ihre persönlichen Erfahrungen geteilt. Diese sind als Kacheln in einem Slider am Ende des offenen Briefs auf der Website als auch als einzelne Posts auf Instagram zu sehen. Ich war persönlich sehr berührt, welche Erfahrungen geteilt worden sind. Es lag komplett bei den Menschen selbst, was genau sie teilen wollten. Umso spannender war es, wie häufig die Erfahrungen in der Gynäkologie genannt wurden.
44 Organisationen haben sich dem offenen Brief angeschlossen. Unter anderem dem LSVD+ - Verband Queere Vielfalt, Sozialhelden e.V., Pinkstinks Germany, Doctors for Choice Germany e.V. als auch der Feminist Law Clinic.
Learning 1: Es wurden insgesamt über 50 Menschen aus der Öffentlichkeit angefragt. Da die Anfragen aber während der Pride Zeit als auch innerhalb der Sommerferienzeit /Urlaubszeit angefragt wurde, blieben viele Anfragen unbeantwortet bzw. haben Menschen ihre Zusagen wieder zurückgezogen oder haben gar nicht mehr reagiert. Das kann natürlich immer passieren, da viele Menschen aus der Öffentlichkeit regelmäßig um Teilnahme an offenen Briefen gefragt werden
Learning 2: Für die Teilnahme der Organisationen viel mehr Zeit einplanen. Es macht doch einen großen Unterschied, wenn es sich um einen Verein handelt, der erst in einer Runde gemeinsam entscheiden muss ob sie sich dem offenen Brief anschließen möchte oder ob eine Geschäftsführung die Entscheidung alleine treffen kann / darf. Dementsprechend waren die Rückmeldedauern auch da länger, teilweise bis zu 4-5 Wochen. Solche Zeiträume sollten definitiv mit geplant werden.
Learning 3: Es braucht definitiv auch punktuell People Power. Die Recherche, welche Organisationen interessiert wären (vor allem auch außerhalb der queeren Communities), war doch sehr zeitintensiv. Auch die Vorbereitung der Emails, die Rückfragen uvm. haben dann doch etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als erwartet. Auch die Suche nach neuen Einzelpersonen, die interessiert an einer Teilnahme sind, plus das Dranbleiben bei den weiteren Menschen, hat sehr sehr viel Zeit gekostet.
Learning 4: Presse kontaktieren. An sich finde ich es bisher immer noch sehr schwierig, mit der Presse im Austausch zu stehen. Meistens kommt eh nur ein Interview zustande, eher seltener reagieren meine bisherigen Pressekontakte auf solche Aufrufe. Dafür fehlen mir schlichtweg die Kapazitäten, um dran zu bleiben. Der bisherige Suchaufruf für Presseunterstützung ist leider bisher sehr still gewesen. Für eine zukünftige Kampagne, aber auch für das mögliche Wachstum von Queermed wird es definitiv notwendig sein, weitere Unterstützung zu finden.
Die nächsten Schritte? Die Kammern (erneut) anschreiben. Denn neben den Einzelpersonen als auch Organisationen habe ich zu Beginn der Kampagne alle ärztlichen und therapeutischen Kammern in Deutschland angeschrieben. Keine einzige hat sich bis dato zurück gemeldet. Warum, das kann ich nur spekulieren.
Nun, wo wir jetzt mit dem offenen Brief so viel lauter sein können, werde ich die Kammern erneut anschreiben und zu einem Austausch bitten. Denn eine solche Kampagne zeigt zum einen, wie relevant das Thema für viele Menschen da draußen ist. Gleichzeitig zeigt es anhand der Erfahrungen der Einzelpersonen und, wie der Name der Kampagne schon verrät, was es braucht, damit Menschen sich in medizinischen Kontexten gut gefühlt haben.
Und damit sich etwas ändert, müssen wir mit denjenigen ins Gespräch kommen, die vor allem verantwortlich sind für unsere Gesundheitsversorgung: Die Praktizierenden und entsprechenden Vertretungen.
re:Respekt hoch3 - Queermed lädt ein 25.09.2025
Ihr Lieben in Köln und Umgebung: Habt ihr schon euer Ticket für den 25.09.2025?
Es wird grandios!
Aktuell laufen die letzten Schritte der Vorbereitung. Die Moderationskarten werden geschrieben, die letzten Gespräche mit dem neuen Eventlead, mit der kooperierenden Buchhandlung, dem Awarenessteam als auch den Gebärdendolmetschenden. Auch, wenn es die bereits dritte Veranstaltung dieser Art ist, ist jedes Jahr auf seine eigene Art und Weise aufregend.
Tickets gibt es über rausgegangen:

Queermed Friends*: WeArtHere
Wir stellen in dieser Rubrik ein neues Mitglied der Queermed Friends* vor.
Queermed Friends sind Community-nahe, gemeinnützig agierenden Organisationen und / oder Menschen, die mit Queermed zusammen arbeiten.
Nur indem wir gemeinsam daran arbeiten, diskriminierende Strukturen abzubauen und Institutionen demokratischer zu gestalten können wir Veränderungen erwirken. Mittlerweile gibt es mehrere Beratungsstellen, die hinsichtlich der Empfehlungen mit Queermed zusammenarbeiten. Diese findet ihr ebenfalls hier.
Wie kann die Zusammenarbeit aussehen? Wollt ihr mit Queermed zusammen arbeiten? Dann meldet euch gerne über per E-Mail an info@queermed-deutschland.de (Abre numa nova janela)

Dieses Mal dabei: WeArtHere!
WeArtHere steht für emotionale Tiefe, radikale Zärtlichkeit und echte Begegnung. Und natürlich für: Live-Musik, Comedy, Spoken Word, Lesung, Performance und ehrliche Gespräche - auf einer Bühne, die Vielfalt sichtbar macht.
Moderiert von Oyindamola Alashe (Autorin, Journalistin) und Gianni Jovanovic (Performer, Aktivist, Unternehmer).
Die nächste Veranstaltung ist auch schon am 27.09. im Kölner Comedia Theater (Abre numa nova janela).
Queermed liest
Wie seit den letzten beiden Newslettern gibt es auch dieses Mal wieder eine Buchempfehlung aus der Queermed-Bücherliste.
Die Queermed-Bücherliste auf der Website, auf der eine Menge handverlesene Empfehlungen zu Büchern zu allen möglichen Themen dabei sind. Hierbei handelt es sich um unbezahlte, freiwillige Buchnennungen, die im Rahmen von persönlicher Weiterbildung gelesen wurden. In dieser Rubrik gebe ich euch eine meiner neuesten Empfehlungen:

Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier - Kinder. Minderheiten ohne Schutz
Wie sehr misst eine Gesellschaft ihre Zukunft – und wer bleibt dabei unsichtbar? Wann wird Kindheit zur Randzone einer Politik, die sich selbst mit Älteren beschäftigt?
Kinder und Jugendliche sind mehr als „die von morgen“ – sie sind Teil von heute. Doch oft wirken sie in öffentlichen Debatten wie eine vergessene Gruppe: politisch übersehen, ihre Bedürfnisse leise gemacht, ihre Stimme kaum gehört.
In Kinder – Minderheit ohne Schutz liefern Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier eine schonungslose Analyse einer alternden Gesellschaft, die ihre jüngsten Angehörigen vernachlässigt. Sie zeigen, wie demografische Veränderungen, Bildungsungleichheit, Dauerkrisen und familiäre Umbrüche Kindheiten prägen – und wie das Gefühl des „Überseins“ für viele junge Menschen zur Normalität geworden ist.
Doch das Buch bleibt nicht beim Aufzeigen von Problemen stehen. Es ist auch ein Aufruf zum Handeln: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen müssen verändert werden. Kinder gehören ins Zentrum politischen und sozialen Denkens – nicht als gelegentliche Pflichtaufgabe, sondern als essenzielle Kraftquelle einer lebendigen Zukunft.
Ein wichtiges, dringend nötiges Buch – für alle, die wissen wollen, wie Gerechtigkeit für alle Generationen gehen kann.
(Hinweis: Dieses Buch ist privat erworben worden.)

Kommende Termine (Updated)
Für das Ende des Jahres als auch das kommende Jahr erhalte ich bereits einige Anfragen. Fest stehen bereits diese Termine bzw. Blocker:
25.09.2025 - Queermed lädt ein: 3. re:Respekt im Altenberger Hof, Köln (Abre numa nova janela)
14.10.2025 - Online Vortrag zum Thema “Gesundheit an den Schnittstellen: Intersektionale Perspektiven auf Versorgung und Ungleichheit” für die Hochschule Osnabrück
03.11.2025 - Vortrag und anschließende Diskussionsrunde in Saarbrücken. Mehr Informationen folgen.
07.11.2025 - Teilnahme Podiumsdiskussion in Aachen. Mehr Informationen folgen.
20.11.2025 – Online Vortrag zum Thema “Gesund. Queer. Selbstbestimmt? Intersektionale Perspektiven auf Alltag, Versorgung und Rechte” an der Universität zu Köln
25.05.2026 - 5 Jahre Queermed - Save the Date
Sobald es mehr Informationen zur Anmeldung oder weiteren Veranstaltungen gibt, werden diese zeitnah auf der Website hinterlegt:
Bei Interesse an Webinaren, Workshops, Vorträgen oder was auch immer ihr euch wünscht, hier eine kleine Übersicht an Themen, die bisher das größte Interesse hatten:
Vorstellung und Funktionalität von Queermed
Queere Lebensrealitäten und Versorgungsbedarf von queeren Menschen im Gesundheitswesen
Sensibilisierte Gesundheitsversorgung
Medical Gaslighting
Patient*innenempowerment
Kritische Selbstreflektion / Privilegien bei der Arbeit mit Patient*innen
Machtstrukturen im und außerhalb des Gesundheitswesens
Intersektionale Lebensrealitäten und deren Versorgungsbedarfe im Gesundheitswesen
Diskriminierungsebenen im Gesundheitswesen
Empowerment von Kindern und Jugendlichen / "Das erste Mal allein beim Arzt"
(mentale) Belastung von Diskriminierungserfahrungen
Meldet euch gerne jederzeit mit eurer Anfrage unter Angabe von Datum, Formatwunsch, Länge, Honorar (mit Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten unter: info@queermed-deutschland.de (Abre numa nova janela) )

Das war es wieder für diesen Monat. Danke, wenn ihr bis hierhin gekommen seid. Passt auf euch auf!
Solidarische Grüße
Euer Samson
Steady Support
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