Liebe Politik-Fans
Immer weniger Menschen in der Schweiz nutzen journalistische Medien, um sich zu informieren. Das ist ein wenig erbaulicher Befund des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft, das zur Universität Zürich gehört. Laut dem Jahrbuch Qualität der Medien 2025 wissen viele Leute hierzulande weniger über aktuelle Ereignisse und haben weniger Vertrauen in die Politik.
Genau darum sind wir von Rathuus unseren Unterstützerinnen und Unterstützern umso dankbarer. Ihr seid der Grund, weshalb wir täglich Vollgas geben.
Aktuell bieten wir einen kostenlosen Probemonat für Neu-Mitglieder an. So erhalten Unentschlossene einen Eindruck, welche lesenswerten und hörenswerten Inhalte wir jede Woche produzieren.
Doch genug der Werbung für diesen Moment.
Wir haben uns gefragt, warum in aller Welt FDP-Stadtrat Michael Baumer eine faktisch zur Stadtverwaltung gehörende Abteilung an den Kanton verkaufen will. Insbesondere, weil im links-grünen Zürich solche Auslagerungsideen in der Regel auf wenig Gegenliebe stossen. Es geht natürlich um Energie 360° – früher bekannt als Erdgas Zürich.
Die Causa Baumer und Energie 360° war auch Thema in der Gemeinderatssitzung vom vergangenen Mittwoch. Serap Kahriman, die für die Grünliberalen Stadträtin und allenfalls gar Stadtpräsidentin werden will, nutzte die Gelegenheit. Sie griff Baumer und die FDP besonders scharf an.
Ob dieser Baumersche Sololauf also Auswirkungen auf die Wahlen im nächsten Jahr hat? Könnte er gar zum Eigengoal für die FDP werden? GLP-Gemeinderätin Kahriman hat den Steilpass auf alle Fälle angenommen. Wer mehr wissen will, klickt hier. (Abre numa nova janela)
Das sind die weiteren Themen
Um Überwachung und Privatsphäre dreht sich ein anderer Artikel, den wir diese Woche aufgeschaltet haben. Das Winterthurer Stadtparlament will mittels einer Behördeninitiative die biometrische Gesichtserkennung an allen öffentlich zugänglichen Orten im Kanton verbieten.
Die EDU hingegen nervt sich darüber, dass Besucherinnen und Besucher im Kunsthaus nur noch digital bezahlen können. „Die persönliche Freiheit und der Datenschutz sind wichtig und Barzahlungen dürfen nicht systematisch verdrängt werden: Wer bar bezahlt, hinterlässt keine digitale Spur, was in einer Zeit zunehmender Überwachung und Datensammlung ein legitimes Anliegen ist“, heisst es in der Anfrage der EDU-Kantonsräte Roger Cadonau, Hans Egli und Thomas Lamprecht.
Am Ende steht die Frage, wie viel Selbstbestimmung wir in einer zunehmend digitalisierten Welt behalten wollen. Im Kantonsrat muss darum einmal mehr zwischen technologischem Fortschritt und persönlicher Freiheit gerungen werden. Klicke hier, um direkt zum Artikel zu gelangen. (Abre numa nova janela)
Ausserdem stellen wir euch den „Schweizer Spiegel“ vor. Erstmals vor fast genau 100 Jahren herausgegeben, war die Monatszeitschrift dem deutschen Namensvetter „Der Spiegel“ 22 Jahre voraus und gerade in den Weltkriegsjahren eine wichtige Stimme gegen den Nationalsozialismus. Die letzte Ausgabe erschien allerdings bereits 1972, dann wurde das Magazin aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Jetzt hat die ETH Zürich alle 564 Ausgaben digitalisiert. Zum Glück, denn es gibt einige Trouvaillen zu entdecken. Hier geht es direkt zum Artikel. (Abre numa nova janela)
Schönes Wochenende und liebe Grüsse
Lorenz Steinmann und Pascal Turin