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Fahrstuhlmusik zum Steckenbleiben

Horst Jankowski: “Eine Schwarzwaldfahrt” (1962)

In den Schleichwegen zur Klassik stelle ich Musik aus Klassik und Umgebung vor, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Damit ich auch weiterhin auf die Schleichwege gehen kann, unterstützt mich auf Steady mit einer Mitgliedschaft! (Abre numa nova janela)

Horst Jankowski mit den Jankowski Singers (koloriert von ChatGPT)

Mit Musik des Berliner Komponisten und Bandleaders Horst Jankowski möchte ich euch ins neue Jahr schicken. Zugegeben, es hat nichts mit Klassik zu tun, auch nicht mit dem großzügig erweiterten Begriff, den wir hier auf den Schleichwegen pflegen. Und auf diesen befinden wir uns doch, denn in Deutschland ist Jankowskis größter Hit gar kein Charterfolg, nämlich “Eine Schwarzwaldfahrt” von 1962 (manche Quellen verlegen die Komposition nach 1964 oder 1965). In den USA hingegen schaffte es das Instrumental 1965 unter dem Titel “A Walk in the Black Forest” aber auf Platz 12 der Singlecharts, in Großbritannien sogar auf Platz 3. Und es brachte Jankowski drei Grammy-Nominierungen ein.

Jankowski war Jazzpianist und trat mit Größen wie Caterina Valente und Miles Davis auf, tourte durch die USA und Japan, leitete das RIAS-Tanzorchester – und schrieb neben Jazzkompositionen eben auch Songs, die man als Fahrstuhlmusik verspotten könnte, würde man nicht gerne mal eine gute Stunde zu ihnen im Lift steckenbleiben.

Es gibt unzählige Coverversionen der “Schwarzwaldfahrt”, von Benny Goodman bis zu Herb Alpert, der das Stück in seinem typischen Exotica-Mehrspur-Trompetensound (Abre numa nova janela) aufnahm.

Ich mag die von Jankowski selbst geschriebene Fassung für Chor am liebsten, die ihr hier mit seinem Laienchor, den Jankowski Singers, hören könnt. Der Bandleader wird mit dem Steinway um den Chor herumgefahren, der unter einer Unzahl todschicker Sechzigerleuchten um die Wette schnippst, dass es nur so eine Art hat:

https://www.youtube.com/watch?v=B6VN6d_lLDY (Abre numa nova janela)

Hier könnt ihr die Instrumentalfassung streamen (Abre numa nova janela) (Obacht: extreme, aber zeittypische Stereo-Effekte).

Und was könnte man gegen diese Zeilen als Motto fürs neue Jahr haben?

Einsam sind viele Wege in diesem Land
Gemeinsam woll’n wir sie gehen
Beide Hand in Hand

Schöne Grüße aus Berlin und rutscht schön rüber!
Gabriel

P.S.: Mehr zu Jankowski in diesem “Zeitzeichen (Abre numa nova janela)” vom WDR.

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