Der April war echt hart. Ungewissheit in Bezug auf eine Diagnose und natürlich dem, was danach kommt. Sämtliche Pläne gerieten ins Wanken, nichts war mehr sicher und Abwarten war angesagt. Jeden Tag aufs Neue. Und Warten ist absolut nicht meine Stärke.
Gefühlt habe ich den gesamten Monat in einer Schockstarre verbracht, aber offensichtlich habe ich doch ein paar Dinge getan.
Los geht’s:
Silberschmieden und wie es weitergeht
Der Kurs ist beendet und im Herbst kann ich weitermachen, wenn ich will. Ich bin durchaus an meine geduldsmäßigen Grenzen gekommen und habe viel über mich gelernt:
Zum Beispiel reicht es mir nicht, wenn mir jemand sagt, was ich tun soll. Ich muss auch wissen, warum ich es tue, was passiert, wenn ich es anders mache und solche Dinge. Welches Werkzeug wofür verwendet wird und was das eigentlich für eine Säure ist, in die der Schmuck nach dem Löten geworfen wird.
Das ist im Kurs definitiv nicht erklärt worden und meine Fragen hat sie nur ungenügend beantwortet. Also hab ich mir ein Buch gekauft, in dem alle Grundlagen und Techniken erklärt werden. Auf Schwedisch 😎
Ich werde total unsicher, wenn ich nicht das gesamte System verstehe und das ist nicht nur beim Silberschmieden so. Auch bei meiner Psyche, beim Websiteerstellen, beim Weltall, Backen, bei den Wissenschaften und ihren Theorien, Kleidung herstellen…Anstrengend!
Aber so bin ich wahrscheinlich zu einem Genie geworden. KI sagte, ich bin ein Nerd :-)
Naja. Thema verfehlt…
Ich werde mir jedenfalls nach und nach meine eigene kleine Werkstatt hier einrichten. Das ist mein Ziel für dieses Jahr. Die Werkzeuge sind gar nicht so teuer. Ich freue mich schon drauf, in Ruhe (!) Sachen auszuprobieren und Designs zu entwerfen.
Ps: Mein Anhänger ist nicht fertig geworden, weil ich mehrere Versuche gebraucht habe, um den Körper auf die Flügel zu löten und dadurch der Ring, durch den die Kette geführt wird, wieder abgefallen ist…
Ostern in Schweden und Heimweh nach Deutschland
Ostern ist hier in Schweden immer anders als in Deutschland. Ich hab schon die verschiedensten Varianten erlebt. Einmal waren wir bei den Schwiegereltern und da waren dann auch sämtliche andere Familienmitglieder zu Gast (bin gespannt, wann ich endlich alle getroffen habe). Es gab Eier, Sill (Hering) und Kartoffeln, mehr Eier, Kuchen, Süßigkeiten und noch mehr Eier.
Letztes Jahr waren wir im Sommerhaus, teilweise ohne Wasser und abends sind wir wieder zu den Schwiegereltern gefahren und haben uns den Bauch vollgeschlagen.

Wäre alles toll, wenn ich nicht viel lieber bei meiner Familie in Deutschland wäre. Zu Ostern kommen alle Schwestern mit Familien zu meiner Mutter und wir quatschen, lachen und planen. Neben Weihnachten ist das ein fester Termin für alle. Und ich fehle.
Das ist dann immer der Moment, in dem ich Heimweh kriege, was das ganze Ostern über anhält. Hab auch auf LinkedIn darüber geschrieben. (Abre numa nova janela)
Anfangs war es in Schweden sogar noch schlimmer für mich, als ich am Tisch nichts verstanden habe und die ganze Zeit gelangweilt auf meinen Teller gestarrt habe. Mittlerweile kann ich ja wenigstens etwas folgen und mitquatschen.
Naja. Dieses Jahr haben wir an Ostern gar nichts gemacht, außer auf dem Sofa gelegen und alte Serien noch mal geschaut. Hatte mit den eingangs erwähnten Diagnosen zu tun.
Nächstes Jahr wird meine Mutter am Ostersonntag 70. Da bin ich auf jeden Fall endlich mal wieder in Deutschland :-)
Mal wieder ein Spieleabend
Mein Freund hat im April Geburtstag und wir hatten seine Söhne zu Besuch (ok, der eine wohnt ja noch hier ;-) ). Wir haben lecker gekocht und später wollten die Jungs gerne noch was spielen.
Wir haben ein Spiel gespielt, das so ähnlich war wie Trivial Persuit, nur in extrem schwer. Ich hatte natürlich oft Schwierigkeiten, überhaupt die Fragen zu verstehen oder wenn ich die Antwort wusste, sie auf Schwedisch zu übersetzen oder es einfach nicht zu wissen, wenn es um was Schwedisches ging (Bücher, Autoren, Nobelpreisträger, Autos, Lieder, Filme …)
War trotzdem lustig und wir konnten uns mal von dem leidigen Thema im Hintergrund ablenken. Und mal nicht digital.
Die letzte Steuererklärung und wie ich sie gemeistert habe
Ich bin im Februar 2025 offiziell nach Schweden gezogen und habe mich erst Ende Juli in Deutschland abgemeldet. Meine Firma hatte ich auch noch in Deutschland und mit Wohnsitz ist man dort ja eh komplett steuerpflichtig.
Also musste ich quasi von Januar bis September 2025 noch in Deutschland deklarieren und hatte in Schweden aber auch Einnahmen. Vor dieser Steuererklärung hatte ich große Angst und habe sie erstmal rausgeschoben. Aber irgendwann muss sie ja doch erledigt werden.
Ich hab also alles eingetragen und dann brauchte ich noch ein Formular für die Einnahmen im Ausland. Und jedes Mal gab es eine Fehlermeldung entweder im Hauptformular oder in dem Auslandsformular. Mit Wut im Bauch, weil ich es nicht hinkriege, hab ich es erstmal wieder sein lassen.
Zwei Wochen später hab ich mich wieder drangesetzt. Immer noch dasselbe Spiel mit den Fehlermeldungen. Google gefragt, sämtliche Artikel gelesen, nix. Und leider kann ich ja kein fehlerhaftes Dokument absenden in Elster.
Irgendwann kam mir der Gedanke: Frag doch die KI. Und auch damit hat es noch etwas gedauert, aber am Ende stand dort: Keine Fehler vorhanden 🥳
Dafür liebe ich KI. Dass ich die Fehlermeldungen rüberkopieren kann und sie weiß, worum es geht. Oder ungefähr zumindest.
Also war das dann auch erledigt und das Kapitel Deutschland in steuerlicher Hinsicht abgeschlossen. Erleichternd.
Städningsvecka (Putzwoche)
Jedes Jahr im Frühling und im Herbst gibt es bei uns in der Straße (die sich für mich unlogisch durch das Wohngebiet schlängelt) eine gemeinsame Aufräumaktion. Jedes Haus muss den Außenbereich aufräumen und die Spielplätze, Rabatten und Wege werden auch gereinigt, Unkraut entfernt und Müll aufgesammelt.
Danach gibt es immer Bratwurst und Blasmusik. In unserem Wohngebiet wohnt ein Typ, der zur Band “Lill Sextetten” gehört und die spielen dann immer auf. Von den Sechsen sind noch 4 übrig. Aber der Name bleibt ;-)
Kreative Auszeiten neu gedacht
Die kreativen Auszeiten (Abre numa nova janela), die ich in unserem Sommerhaus anbieten wollte, sind mir irgendwie ein Klotz am Bein, um es mal so auszudrücken. Jetzt wollen die anderen plötzlich doch ständig im Sommerhaus abhängen und dadurch wird das Ganze für mich wieder mal unplanbar. Solche Zustände kann ich nicht ab. Ich will unabhängig von anderen sein.
Zudem ist gerade sowieso nichts planbar, bis wir mehr vom Arzt wissen und wie lange sich die Krankheit hinziehen wird.
Also habe ich mir etwas anderes ausgedacht: Ich werde Schreibauszeiten in Göteborg anbieten. Erstmal für Deutsche, die hier leben und später auch für die Schweden, wenn ich mich mit der Sprache sicherer fühle.

Ich hab noch keinen Flyer fertig und auch noch keinen Text, aber am 3.9. lade ich ins Hotell Eggers ein und es wird geschrieben, lecker gegessen und sich kennengelernt :-)
Ich werde weiter berichten.
Positionierung - mehr Leid als Freud
Ich hatte Anfang des Jahres die Idee, virtuelle Assistenz und Mentoring miteinander zu verbinden. Das hatte sich in der Zusammenarbeit mit einer Kundin so ergeben und ich fand das äußerst effektiv: Umsetzung und gleichzeitig Aussortieren von unnötigen Tools, Freebies, Angeboten; den roten Faden im Business finden und einfach mal Ergebnisse sehen.
Ich hatte mir zwei Angebote ausgedacht:
Kurz & effektiv (90 Minuten Klarheit gewinnen) und
Lang & intensiv (dauerhafte Zusammenarbeit im Abo sozusagen mit Strategie-Calls und VA-Stunden meinerseits für die Umsetzung).
Mega, dachte ich. Genial. Das passt, das wird gebraucht. Also habe ich mich an einen Coach gewendet, um an meiner Positionierung zu feilen. Er sagte, dass ich zu billig bin und dass der Kundennutzen noch nicht klar ist. Hm. Ok.
Und dann sagte er, dass das Angebot vorraussetzt, dass man beides braucht: VA und Mentoring. Ja. Genau?!?
Und dann im Verlauf des Gesprächs kam raus, dass ich eigentlich lieber vor mich hinarbeiten und gar nicht so viel Gespräche führen möchte. Also stand dann im Raum: WordPress-Websites erstellen und auf Wunsch auch das Texten übernehmen (da ich auch Texterin bin). Ab 2500 € mit SEO, Sitemap usw. Und der Kunde bekommt eine Einweisung in alle wichtigen Funktionen.
Hm. Mein Imposter hat sofort gesagt: Das kannst du doch gar nicht! Obwohl ich erst kürzlich eine Website für eine Kundin erstellt hatte, eine weitere in Arbeit ist und mir selbst schon mindestens 3 Websites gebastelt habe.
Jedenfalls bin ich seitdem extrem verunsichert, was ich anbieten möchte und habe mich erstmal in mein Schneckenhaus zurückgezogen.
Ich denke, dass Positionierung wenig Sinn macht, wenn das Mindset noch in alten Mustern steckt, Selbstsabotage betreibt und so weiter. Das geht einfach nicht zusammen.
Also mache ich hier fleißig Mindset-Arbeit und schreibe Tagebuch, um meine Muster zu finden (bzw. Schritt für Schritt zu verlassen), die mich vom Erfolg abhalten.
Und dann klappt das hoffentlich mit der Positionierung. Und wenn nicht, dann eben nicht. Punkt! Ist für Vielbegabte eh ein Unding, sich festzulegen.
Friedhofswanderung bei bestem Wetter ;-)
Ende April war ich auf einer Friedhofswanderung in Göteborg. Genauer gesagt auf dem Östra Kyrkogård.
Was für ein Friedhof 😍 Wie er sich schon präsentiert, wenn du aus der Straßenbahn aussteigst. Wie aus einer anderen Welt in der Stadt.
Ich muss da unbedingt noch mal alleine hin. Ich liebe Friedhöfe und besuche alle Friedhöfe, die ich sehe auf Reisen.
Es ging also um die Zeichen und Symbole auf den Grabsteinen und welche Geschichten sich dahinter verbergen.
Carl Ek (auf dem Foto unten zu sehen) ist Historiker und hat uns rumgeführt. Mein Problem war nur, dass er aus Skåne kommt und ich deshalb leider nicht alles verstanden habe. Trotz Übung mit Serien und den Nachbarn, ist das ein schwer zu verstehender schwedischer Dialekt. Sogar für Schweden.
Aber ich hab mir trotzdem die nächste Stadtwanderung mit ihm gebucht. Dann geht es um die okkulte Historie von Göteborg.
Ich liebe sowas :-)

Entscheidungen
Entscheidungen sind noch so meins. Ich versuche immer alles soweit wie möglich von mir wegzuschieben.
Ich konnte als Teamleiterin damals innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen, aber wenn es mein eigens Leben betrifft, kann es auch schon mal Jahre dauern. Wie zb. eine Beziehung zu beenden, eine berufliche Richtung einzuschlagen usw.
Jetzt habe ich entschieden, die psychologische Beratung endgültig an den Nagel zu hängen. Ich liebe Psychologie und auch, Klienten bei der Weiterentwicklung zu helfen, aber ich habe mich nie als Coach sehen können (auch dank des schlechten Rufs) und stand nie 100% hinter meinem Angebot. Dementsprechend lief es auch nicht gut und war eher eine Belastung.
Mein Wissen und meine Erfahrung werde ich in Zukunft anders nutzen. Mehr dazu später.
Weiterhin habe ich entschieden, dass ich mich mehr in Richtung Kunst und Design entwickeln möchte. Ich habe schon mal ein Logo mit Canva gebastelt und bin gerade dabei, dem Ganzen einen Rahmen und natürlich auch Inhalt zu geben.
Ich merke einfach, dass ich endlich die Künstlerin in mir ernst nehmen muss. Seit der Kindheit ist das mein Wunsch, mein Traum, meine Sehnsucht. Es ist Zeit!
“Mrs. Strange” hat mir in einer Serie (nach einem Buch von Agatha Christie) gefallen und schwupps - ist das mein Name 😍
Es wird Kunst, Webdesign und Schmuck hauptsächlich für Gothics und Metaller geben. Und ich erstelle gerade Planer und Notizbücher für Print-on-Demand-Plattformen. Als kleiner Einstieg von “das wird doch eh nichts” zu “geht doch”.
Und natürlich Bücher. Bücher werden entstehen und die Welt bereichern.

Hier kannst du mal schauen: Mrs. Strange (Abre numa nova janela). Allerdings kann man bei diesem Anbieter nicht reinschauen, wie der Inhalt aussieht. Aber es gibt ja noch mehr Anbieter :-)
Ausblick auf den Mai
Am Wochenende kommt meine große Schwester zu Besuch und wir düsen nach Stockholm, dann Helsinki und dann wieder Stockholm.
Wir werden hoffentlich bald mehr über die Krankheit wissen und können dann auch unseren Sommer planen.
Ich werde im Mai auch eine kleine OP haben und bin danach hoffentlich wieder gesund.
Und, wie oben schon erwähnt, werde ich wieder an einer Stadtwanderung mit Carl Ek teilnehmen.
Bis nächsten Monat dann,
Simone ☀