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Monatsrückblick Mai 2026: Zuhause und unterwegs

Seit Ostern wird es hier schon nicht mehr richtig dunkel, die Färsk-Potatis-Säsong (Frühkartoffelsaison) hat begonnen und endlich ist auch hier alles grün.

Ich würde mein Leben übrigens manchmal gerne mit einem Soundtrack unterlegen können. Das würde dem ganzen mehr Tiefe geben ;-)

Der Mai war ziemlich vollgepackt mit Sorgen, aber auch mit Erleichterung, Reisen und viel Zeit am Meer. Aber schauen wir mal genauer hin:

Ausflug ans Meer

Anfang Mai war es teilweise noch recht kalt und bewölkt, aber ein Samstag war warm und sonnig. Also sind wir mit dem Auto ans Meer gefahren. Auch, um uns von einer bevorstehenden Operation abzulenken.

Normalerweise fahren wir immer zur Stora Amundön (Große Amundinsel), aber diesmal waren wir in Näset. Das gehört auch zu Göteborg und ist eine Badestelle mit Strand, was an der Westküste nicht oft vorkommt. Zumindest nicht hier im nördlicheren Teil.

Ich liebe das Meer, einfach lauschen, riechen und die Augen schließen. Manchmal immer noch unglaublich, dass ich jederzeit ans Meer fahren kann ❤ Früher waren das locker 6 Stunden Autofahrt.

Ein Brief aus der Vergangenheit

Im September letztes Jahr hatte ich auf LinkedIn einen Post gesehen, in dem es darum ging, sich selbst einen Brief zu schreiben und ihn 6 Monate später nochmal zu lesen.

Also hab ich das mal gemacht und ihn zwischendurch völlig vergessen.

Mein Kalender hat mir dann im April bescheid gesagt, nur habe ich den Brief nicht mehr gefunden 😅

Also alle Schubladen und Bücher durchsucht und auf links gedreht - weg. Mist. Wie ärgerlich. Hätte mich doch echt interessiert, was ich geschrieben habe.

Im Mai ist er mir dann plötzlich zwischen die Finger gekommen und ich konnte ihn endlich noch mal lesen.

Und ich muss sagen: sehr interessant.

Ich war im September noch ziemlich planlos, was meine Zukunft betraf. Ein Bandscheibenvorfall im Sommer hatte mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Krisenmodus. Der Brief enthielt viele Fragen, Zweifel, Ängste.

Zu sehen, wie weit ich in den 6 Monaten danach gekommen bin, war total faszinierend und ermutigend: Es geht immer irgendwie weiter und manchmal sogar viel besser als gedacht 😍

In der Zwischenzeit habe ich eine Firma in Schweden gegründet, habe schon unzählige Projekte umgesetzt, Kundenaufträge erledigt und werkle im Hintergrund an meinem Traum von einer eigenen Silberschmiede und einer kleinen Papeterie 😍

Ich hab mir gleich einen neuen Brief geschrieben, den ich im November wieder öffnen werde. Und ich kann mich darauf verlassen, dass ich dann wieder ein großes Stück weitergekommen bin.

Und ich weiß diesmal sogar, wo er ist ;-)

Besuch und eine kleine Reise

Mitte Mai kam meine große Schwester zu Besuch. Im Oktober letzten Jahres hatte ich mir eine App (für Rentner) runtergeladen, in der man für Schritte “Geld” bekommt und mir damit eine Minikreuzfahrt von Stockholm nach Helsinki und zurück gebucht. Quasi kostenlos :-)

Mein Freund wollte nicht mit, also hab ich meine Schwester gefragt. Im Nachhinein war das alles gut so, denn genau in der Zeit wurde mein Freund operiert. Da aber schon alles bezahlt war und meine Schwester auch Flüge gebucht hatte, haben wir es (mit Absprache) durchgezogen.

Das schlechte Gewissen war also mit im Gepäck, aber es blieb auch Zeit für gutes Essen, lange Gespräche und unzählige Sehenswürdigkeiten in Helsinki und Stockholm.

Simone Heydel mit Mütze und Kapuze auf der Fähre nach Helsinki
Auf der Fähre kurz vor Helsinki

Wir waren auch auf einer Schäreninsel vor Göteborg: Vrangö und auf der Bohus Fästning (Festung) unterwegs.

Da das zu viel Text hier wäre, kommt dazu vielleicht ein Extrablogartikel.

Gesundheit ist nicht selbstverständlich

Im Alter wird es nicht besser, kann ich sagen. Ich habe angeblich Bluthochdruck, tingle seit über einem Jahr von Arzt zu Arzt, um eine eindeutige Diagnose (Krebs oder nicht) zu erhalten.

Die Wechseljahre melden sich hier und da und ich wache schweißgebadet auf, habe schmerzende Gelenke, Haarausfall und Stimmungstiefs.

Ich mache so gut wie keinen Sport. Es ist einfach nicht spannend genug, um dranzubleiben oder überhaupt anzufangen 😅

Allerdings habe ich auch eine feste Vorstellung davon, wie mein Leben später mal aussehen soll: ich will aktiv sein und geistig fit. Ich will nicht ins Altersheim, will keinen Rollator oder ähnliches. Ich will leben und nicht nur existieren und auf den Tod warten. Das hab ich in meiner Familie so oft gesehen.

Das heißt, ich muss mir irgendwas suchen, was mich fit hält und trotzdem nicht nervt oder anstrengend ist. Zum Beispiel Schwimmen, Trampolinspringen, Radfahren oder einfach nur weiter Spazierengehen.

Du wirst es hier erfahren.

Mein Freund ist nach seiner OP wieder wohl auf und so langsam kehrt hier wieder etwas Normalität ein 🙏

Von meinem Arztbesuch stehen noch die Ergebnisse aus. Also wieder warten…

Färsk potatis

Was in Deutschland der Spargel ist, sind hier die Färsk potatis - Frühkartoffeln. Sie sind ab Mitte Mai in den Supermärkten zu finden, werden meist ungewaschen verkauft und sind heiß begehrt. Besonders an Midsommar stürzen sich dann alle drauf. Da kostet das Kilo auch nur 10 Kronen.

Gegessen werden die Färsk potatis gerne mit Sill (Heringshäppchen in verschiedenen Marinaden) oder anderem Fisch, Fleisch oder nur Gemüse.

Kartoffeln mit Heringshäppchen und Sahne
Färsk potatis mit sill und gräddfil

In einer speziellen Maschine werden sie leicht geschält und gereinigt und dann mit einem fetten Bund Dill gekocht.

Als Kartoffelfan muss ich sagen, dass das wirklich ein Highlight ist. Eine Geschmacksexplosion zuzusagen.

Wenn du mal im Mai/Juni in Schweden bist - unbedingt färsk potatis essen :-)

Mrs. Strange - Art & Design

Anfang dieses Jahres hab ich eine Serie nach einem Buch von Agatha Christie gesehen, in der eine Mrs. Strange Hauptfigur war. Das hat mir irgendwie gefallen und dann hat mich das auch nicht mehr losgelassen.

Ich hab gegoogelt, ob es schon viele Firmen oder ähnliches mit diesem Namen gibt und hab ihn dann genommen.

Anfangs wollte ich damit nur meine Schmuckkreationen und Notizbücher unter einen coolen Hut bringen. Aber jetzt finde ich, dass das auch zum Webdesign passt. Kunst & Design eben.

Mittlerweile habe ich mir eine Domain gekauft und erstelle gerade eine Website/einen Shop. Einen Shop erstelle ich zum ersten Mal. Zum Glück lerne ich extrem schnell und hab deshalb keine größeren Probleme bisher.

Ich bin manchmal selbst erstaunt, wie viele Projekte ich dieses Jahr schon umgesetzt habe. Bzw. wie viele Punkte von meiner Neujahrsliste schon abgehakt sind. Das ist mein wahrscheinlich produktivstes Jahr ever 🤩

Vor 6 Jahren …

…bin ich das erste Mal zu meinem Freund nach Schweden gereist. Wir hatten uns 2 Jahre vorher in Göteborg kennengelernt und wollten mal sehen, ob das mit uns klappt.

Es war mitten in der Pandemie und es hat einige Anläufe gebraucht, um das Land verlassen zu können, geschweige denn erstmal an die Küste zu kommen. Denn es gab keine Flüge zu der Zeit und so musste ich die Fähre nehmen. Finnlines von Travemünde nach Malmö.

Schlüsselkarte von Finnlines im Mai 2020
Meine Schlüsselkarte von der Fähre

Was für eine Reise das war. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, ob ich es überhaupt nach Schweden schaffen werde. Zudem hatte ich keinen Urlaub genommen, sondern meinen Chef in dem Glauben gelassen, dass ich brav im Home Office arbeite. Und das nicht nur ein Mal ;-)

Und auch diese Geschichte, die auch echt witzig ist, würde den Rahmen hier sprengen. Also gibt es dazu vielleicht einen Extrablogartikel.

Kleiner Teaser: Ich bin in der Dunkelheit alleine umhergeirrt, um zum Fährhafen zu gelangen, weil kein Bus fuhr. Hab meinen Freund verrückt gemacht, weil ich nicht wusste, wo das Terminal ist und wurde am nächsten Tag vergessen.

Ich bin ja noch gar nicht richtig müde

Seit Ostern ungefähr wird es hier nicht mehr richtig dunkel und auch nach 6 Jahren bereitet es mir noch Probleme, zu wissen, wann ich ins Bett muss.

Blick aus unserem Fenster, helle Nacht
Das war eine Woche vorher, da ist es ja fast schon dunkel ;-)

Gestern zb war ich auf einer Veranstaltung und als ich nach Hause kam, war es fast noch taghell. Also dachte ich, es wäre ungefähr 18 Uhr, tatsächlich war es aber schon nach 22 Uhr. Aber ich war putzmunter und bin noch lange aufgebleiben. Dementsprechend müde bin ich heute und kriege kaum meine Augen auf.

Mal sehen, wie viele Jahre noch ins Land gehen werden, bis ich nicht mehr unter Insomnia leide ;-)

Der tollste Arbeitsplatz

Wenn ich morgens das Fenster in meinem Büro öffne, höre ich die Vögel zwitschern und was noch viel besser ist: ich höre Möwen schreien 😍 Wir sind zwar ca. ne halbe Autostunde vom Meer weg, aber die Möwen fliegen hier trotzdem rum und erfreuen mich. Wie Urlaub. Komme ja ursprünglich aus den Bergen.

Blick aus einem Fenster, Bäume, Sportplatz, Häuser
Blick aus meinem Bürofenster

Und da das Büro unterm Dach ist, höre ich auch den Regen prasseln. Ich liebe dieses Geräusch. Es ist gemütlich und entspannend und inspiriert mich zu neuen Gedanken und Ideen. Ich musste nur warten, bis der älteste Sohn hier ausgezogen ist ;-)

Stadtwanderung Nr. 2

Ende Mai war ich wieder auf einer Stadtwanderung durch Göteborg Wie schon im April). Das Thema war diesmal die okkulte Geschichte der Stadt.

Ich war etwas genervt, weil ich den Mann dialektbedingt nicht gut verstehe und er uns so viele Informationen und Geschichten erzählt hat, dass ich nicht gut folgen konnte. Hätte es nach dem letzten Mal eigentlich wissen müssen…

Gruppe von Menschen zur Stadsvandring i Göteborg
Ich sehe etwas verzweifelt aus ;-) (Bild auf Facebook geklaut, bin ja schließlich heimlich fotografiert worden)

Ein paar Sachen hab ich im Nachhinein gegoogelt. Schwierig war vor allem, die ganzen Namen auseinanderzuhalten und zu bemerken, wann er das Thema gewechselt hat.

Was bleibt ist die Entschlossenheit, mein Schwedisch weiter zu verbessern und nicht aufzugeben. Aber in die Schule werde ich nicht mehr gehen. Das ist mir zu langweilig und ich verstehe die anderen Schüler nicht gut.

Hab mir jetzt stattdessen 3 Romane gekauft. Mal sehen, wie ich damit vorankomme :-)

Feiertage hier und dort

Der Pfingstmontag wurde in Schweden gestrichen und dafür feiern sie den Nationaltag am 6. Juni. Also hatte ich Pfingsten gar nicht auf dem Schirm, bis ich auf Facebook die ganzen Fotos vom Wave-Gothic-Treffen gesehen habe.

Also hab ich spontan den Montag freigemacht. Ich nehme nämlich alle Feiertage mit - die deutschen und die schwedischen :-)

Pläne für Juni

Bisher gibt es keine großen Pläne für Juni, außer natürlich für Midsommar. Das ist hier immer am wichtigsten. Am besten wird man irgendwo eingeladen und dann bringt man was zu essen mit.

Wir sind dieses Jahr wieder nach Rummelsrum eingeladen, wo sich die Freunde (seit der Schule!) meines Freundes treffen, um mit ihren Partnerinnen gemeinsam zu feiern.

Ich bin zu Klassentreffen und sämtlichen Geburtstagen in Deutschland eingeladen, schaffe es aber zeitlich einfach nicht, das Land zu verlassen. Schon gar nicht für ein Wochenende, was mir dann on top noch zu teuer ist.

Mal sehen, was ich sich dann noch alles ergibt.

Viele Grüße und bis Juli :-)

Simone

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