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I am the Wanderer…

...Yeah the wanderer, I roam around around...


Kennst du dieses Lied aus dem Jahr 1961 gesungen von Dion DiMucci?

https://www.youtube.com/watch?v=jP1z0dQVcIQ (Abre numa nova janela)


Es geht da im Grunde um diesen Typen, der eine Hymne auf seine eigene Promiskuität und seine sexuelle Unabhängigkeit singt.

Mich hat dieser Song schon immer fasziniert, aber lange konnte ich nicht einordnen warum, bis ich irgendwann realisierte, dass ich wahrscheinlich gerne selbst dieser Typ sein wollte.

Wenn ich heute auf mein jüngeres Ich in meinen Teenagerjahren und meinen Zwanzigern zurück schaue, bemerke ich wie oft ich mich mit männlichen Figuren der Popkultur identifiziert habe, schlichtweg weil mir die weiblichen oft fehlten. Es gab sie vereinzelt beziehungsweise wusste ich über viele nicht Bescheid, weil die mächtigen patriarchalen Strukturen sie in der staubigen Box des kollektiven Vergessens verfrachtet hatten. Erst sukzessive entdeckte ich durch nischige Dokus, Podcasts und Webseiten vergessene Heldinnen wie Bettie Davis (nicht Bette Davis).

https://www.youtube.com/watch?v=4yebmKSHqnU (Abre numa nova janela)


Zurecht lässt sich der Liedtext auch als sexistisch einordnen, weil der Protagonist das Gefühl vermittelt seine unzähligen Geliebten auszunutzen bzw. davon auszugehen ist, dass es sich nicht um eine Konsens basierte Poly-Situation handelt.

Es wird gespielt mit dem Image des geilen Typen, des Aufreissers.

Irgendwie gefiel mir das, aber ich wusste damals nicht so genau warum.

Bis ich realisierte, dass ich der Aufreisser sein wollte und das Recht auf ein selbstbestimmte Sexualität einforderte, ohne slut shaming. Diesen und viele andere Begriffe kannte ich in den 2000er Jahren noch gar nicht was es noch schwieriger machte all diese Gefühle zu fassen und zu formulieren.

Wenn ich heute mein jüngeres Ich im Bezug auf feministisches Bewusstsein beleuchte, dann schaue ich mit Neugier auf einen Prozess, der sich durchaus über zehn bis fünfzehn Jahre zog.

War ich als Teenager und mit Anfang 20 noch wie so viele junge Flinta der Meinung, dass „ich keine Feministin sein müsse, weil ich ja alles erreichen könne und Gleichberechtigung de facto scho n existiere“ belehrte mich jedes Jahr an Lebenserfahrung eines Besseren.

Und erst in Retrospektive und ausgestattet mit dem nötigen Wissen und den nötigen Begriffen konnte ich viele Jahre später Dinge einordnen, die mir damals passiert waren wie gaslighting oder love bombing oder auch sexualisierte Übergriffe.

In meinen Zwanzigern begann ich dann relativ impulsiv und intuitiv meine persönliche Form von Empowerment und Feminismus auszuleben.

Als DJ legte ich großen Wert darauf vor allem anderen Frauen zu meinen Parties hinters DJ Pult zu holen und zu fördern.

Eine Weile hatte ich einen wöchentlichen Slot im Café des legendären Flex Club in Wien, dort lud ich jede Woche einen Flinta Gast DJ zu mir ein.

Mein DJ Name war „Picky Bitch“ und der Abend hieß „Picky Bitch's Box“ was sowohl dem Hütten-artigen DJ Booth geschuldet war aber auch als Slang Übersetzung für Pussy gelesen werden kann.

Zum DJ Namen kam ich durch das damals populäre MTVDating Show Format „Next“ bei denen ein männlicher oder weibliche*r Kandidat*in aus vielen Bewerber*innen vor allem nach optischen Kriterien auswählen darf, eine Art vorgegriffene Real Life Version heutiger Dating Apps mit Swipe Funktion. Ich erinnere mich an eine Kandidatin, die einfach sehr wählerisch war und viele der potentiellen Männer sofort abservierte, einer der Verschmähten bedachte sie daraufhin mit einem verärgerten: „She is such a picky bitch!“. Ich empfand das als Kompliment und geboren war mein DJ Name, denn das konnte man sowohl auf meinen Liebhaber*innen- als auch auf meinen Musikgeschmack beziehen.


Doch zurück zu „The Wanderer“. Bereits während meinen wilden Partyjahren in Wien entschloss ich mich eine eigene Version des Textes zu schreiben und diese auch auf diversen Bühnen zu performen.

Anfang der 2010er Jahre nahm ich zuhause ein Video mit dieser Version auf, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Noch heute treiben mir die Lyrics selbst etwas die Schamesröte ins Gesicht, aber gut:

Hier meine Lyrics:

Well I am the kind of girl who will never settle down

As long as pretty boys are left cause I like to fuck around

I kiss them and I blow them cause to me they're all the same

I hug them and I tease them, they don't even know my name,

They call me the wanderer, yeah, the wanderer, I roam around around around...

Well there's Andy up in front and there's Davy from behind

and Micky is the guy that I will shag tonight

And when he's asking me which one does it the best

I tear up my shirt and to shut up I give him breast

They call me the wanderer, yeah the wanderer, I roam around around around...

Well I roam from club to club, I go through life without a care

As long as I am not knocked up, with my tiny tits of iron

and I am going nowhere...

Cause I am the kind of girl – I like to fuck around

I am never in one place, I lick from crown to crown,

And when I find myself falling for a boy

I hop right onto my bike and then I ride it for some joy,

They call me the wanderer, yeah the wanderer, I roam around around around...

Hier könnt ihr das Video sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=5v9vY_gt2pM (Abre numa nova janela)

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