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Umso bekannter ein Spieler ist, umso höher ist der Preis!

Es ist Mittwoch, der 22. April 2026, und du liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter. Heute mit dem Sondernewsletter zur dritten Folge meines STOFFKUNDE-Trikot-Podcasts. Gast: Wolfgang Fuhr (Abre numa nova janela)

Stefan Appenowitz und Wolfgang Fuhr
Mit Wolfgang Fuhr, Inhaber von Agon SportsWorld in einem der vielen Lagerräume seines Unternehmens in Kassel. Daher auch das Trikot des KSV Hessen Kassel, zu dessen Spielen Wolfgang Fuhr in besseren Zeiten in der 2. Bundesliga gegangen ist.

Auf meiner Reise für die ersten Aufnahmen für diesen Trikot-Podcast war Kassel am 10. März die zweite Station.

Sie führte mich zum Sport-Auktionshaus Agon Sports World, das vor 40 Jahren als Antiquariat begann und sich über eine Versandbuchhandlung und einen Sportbuchverlag zum heutigen Unternehmen gewandelt hat.

Wolfgang Fuhr erzählt im Podcast von den Anfängen des Unternehmens und der Wandlung zu dem, was es heute ist.

Das erste auktionierte Trikot war im Jahr 2002 ein grünes Nationalmannschaftstrikot von Jürgen Grabowski von der WM 1974 in Deutschland. Ab der WM 2006 fanden immer mehr Trikots in die Auktionen, doch erst seit den Jahren 2014/15 sind Trikotauktionen fester und wichtiger Bestandteil bei Auktionen und im Katalog. Sie machen 30 % des Umsatzes des Unternehmens aus.

Er erklärt im Podcast, wie sein Geschäft grundsätzlich abläuft. Sprich, wie er an die Trikots kommt und welche Trikots in der Vergangenheit die höchsten Erlöse erzielt haben. Er erklärt die Vorlieben und Besonderheiten der Käufer und wie sich internationale Käufer von deutschen unterscheiden. Speziell hinsichtlich ihrer Ausgabefreudigkeit und Risikobereitschaft beim Bieten.

“Also von den hochwertigen Stücken haben wir, ich denke, 70 Prozent ins Ausland verkauft, 30 Prozent ist nur hier geblieben, weil die ausländischen Sammler sind teilweise offenherziger, Die kalkulieren nicht so wie die Deutschen. Beim englischen Sammler oder beim russischen Sammler ist das ganz anders. Der sagt, ich will das jetzt haben.”


Wolfgang Fuhr

Einen großen Anteil des Podcasts nimmt auch die Bewertung von Trikots durch externe Sammler und seine Experten, mit denen er fest zusammenarbeitet, ein. Wir sprechen über die Kritik und die Einwände zu Trikots, die ihn regelmäßig erreichen, und wie er damit umgeht.

“Es ist immer eine Frage der Qualität der Einwürfe. Wenn einer kommt und sagt, das ist ein Fake-Trikot oder das kann nicht echt sein, das ist kein Argument, das ist gar nichts, das ist irgendeine Ansicht. Aber wir machen natürlich auch Fehler. Jeder, der in dem Bereich tätig ist, weiß, dass man nicht fehlerfrei arbeiten kann und jeder, der das Gegenteil behauptet, er wäre fehlerfrei, von denen sollte man Abstand halten, weil jeder weiß, das Trikots das komplizierteste Sammelgebiet überhaupt sind.”


Wolfgang Fuhr

Der berühmte Name eines Spielers spielt bei den Auktionen eine wichtige Rolle. Und speziell Trikots von Weltmeistern sind sehr beliebt.

“Trikots von Weltmeistern immer, egal von welcher Mannschaft das ist, das spielt keine Rolle, weil da gibt es eine ganz spezielle Sammler-gemeinschaft weltweit. Die wollen von allen Weltmeistern ein Trikot haben. Und dann spielt natürlich der Name eine ganz große Rolle. Umso bekannter ein Spieler ist, umso höher ist der Preis.”


Wolfgang Fuhr

Im Podcast sprechen wir auch über zwei Trikots, die er mir gezeigt hatte, als ich bei ihm war und die jetzt bei der nächsten Auktion mit dabei sind. Ein Flutlichtlicht-Trikot von Borussia Dortmund aus dem Jahr 1963, das allerdings von Spielern aus dem Jahr 1983 signiert wurde.

(Abre numa nova janela)
Borussia-Dortmund-Trikot aus dem Jahr 1963, Matchworn mit der Rückennummer 8, getragen von Aki Schmidt im legendären Flutlicht-Europapokalspiel am 4. Dezember 1963 in Dortmund gegen Benfica Lissabon. Das Trikot stammt aus dem Nachlass eines ehemaligen Zeugwartes von Borussia Dortmund. Der damalige Zeugwart hat dieses Trikot ca. 1983 vom aktuellen Bundesligakader des BVB signieren lassen. Schätzpreis: 3.000 Euro.

Dadurch, dass nicht der damalige Originalkader unterschrieben hat, sondern der Kader von 20 Jahren danach, verliert das Trikot an Wert. Ganz ohne Unterschriften würde es bei der Auktion wahrscheinlich am meisten Geld einbringen.

(Abre numa nova janela)
Ein Trikot aus ca, 1957, im Design identisch mit DFB-Spielertrikots aus dieser Zeit. Baumwolltrikot der Marke Kotaura. In den 1950er Jahren hat Kotaura zahlreiche DDR-Mannschaften beliefert und später auch die DDR-Nationalmannschaft. Kotaura hat aber westdeutsche Sportgeschäfte beliefert. Dieses Trikot ist über einen Händler in Wiesbaden angeboten worden. Schätzpreis: 350 Euro.

Zum Abschluss des Gesprächs ging es noch mal ausführlicher um das Thema Herstellung von Trikots und die Beflockung, z. B. auch von Matchprints, und wie man eventuell Fälschungen erkennen kann.

Ich weiß, dass Agon bei einigen Sammlern nicht besonders beliebt ist. Ich wollte mir selbst ein Bild vom Unternehmen machen und bin unvoreingenommen in das Gespräch mit Herrn Fuhr gegangen und habe ihn als angenehmen und offenen Menschen kennengelernt. Und so wie ich ihn zum Schluss im Nachgespräch verstanden habe, steht er seinen Kritikern für einen persönlichen Austausch und Diskussion gerne zur Verfügung. Besucht ihn doch einfach auch einmal.

Die nächste Auktion findet am kommenden Freitag statt.

(Abre numa nova janela)

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Bis Montag
Herzlichst, euer Steve

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