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Kölle Alaaf!

Es ist Montag, der 10. November 2025, und du liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter. Morgen ist der 11.11., also der gegebene Anlass, sich diese Woche mit Karnevaltrikots zu beschäftigen.

1. FC Köln am 2. November 2025 im Karnevalstrikot gegen den 1. FC Köln.
Said El Mala und Eric Martel feiern den 4:1 Heimsieg gegen den Hamburger SV im Fastelovend-Trikot der Saison 2025/26. Foto: Imago/Herbert Bucco

Wobei ich es persönlich eher wie im Refrain des BAP-Songs „Nit für Kooche“ halte: „Ich verpiss mich hück, ich maach nit met dobei.“ Und das, obwohl ich im Rheinland geboren wurde und die Familie väterlicherseits in Düsseldorf und Viersen lebte. Doch während es mit der Übertragung der Leidenschaft und Begeisterung für Borussia Mönchengladbach wunderbar geklappt hat, muss die Freude am Karneval irgendwo zwischen dem Rheinland und Ostwestfalen, wo ich aufgewachsen bin, verloren gegangen sein. Paderborn war damals eher als Volleyball-Hochburg bekannt, weniger als Hochburg für Karneval wie Düsseldorf, Köln oder Mainz.

Der FC hat sein Fastelovend-Trikot, wie im Titelbild dieser Ausgabe zu sehen, bereits am 2. November beim Heimspiel gegen den Hamburger SV getragen. Optisch hat dieses eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Karnevalstrikot aus dem Jahr 2018, das ich in der heutigen Trikotgeschichte vorstelle.

Der 1. FSV Mainz 05 hat dieses Jahr noch kein Fassenacht-Trikot präsentiert. Auch von Fortuna Düsseldorf wird es zum Karnevalsauftakt kein Sondertrikot geben. Denn sowohl die Fortuna als auch Mainz spielten gestern auswärts und diese Woche beginnt die Länderspielpause. Keine Möglichkeit, direkt um den Karnevalsauftakt herum in einem entsprechenden Sondertrikot zu spielen. Ich rechne jedoch fest damit, dass beide Klubs im Februar die Aktion nachholen werden, wenn die finalen Karnevalstage mit Weiberfastnacht und Rosenmontag anstehen. Fortuna spielt am Karnevals-Wochenende zuhause gegen Preußen Münster, Mainz auswärts in Dortmund sowie die Woche davor zuhause gegen den FC Augsburg. Die passenden Gelegenheiten, mit einem Karnevals- bzw. Fassenacht-Trikot aufzulaufen, sind also gegeben.

Nicht wegen der Länderspielpause, sondern wegen einer Dienstreise und anschließendem Heimatbesuch im besagten Paderborn, fällt die STOFFKUNDE in der kommenden Woche leider aus.

Deshalb, bis in zwei Wochen.
Herzlichst, Euer Steve

Trikotgeschicht

Am 13. Februar 1948 entstand durch Fusion des Kölner Ballspiel-Club 1901 mit der Spielvereinigung Sülz 07 der 1. Fußball-Club Köln 01/07. Wenn man bedenkt, wie wichtig die fünfte Jahreszeit in Köln ist, überrascht es doch sehr, dass es 65 Jahre gedauert hat, ehe der Verein gemeinsam mit seinem Ausrüster Erima auf die Idee kam, für dieses so wichtige Ereignis ein spezielles Karnevalstrikot zu entwerfen und jenes jeweils zu Beginn der Narrenzeit zu präsentieren.

Karnevalstrikot 1.FC Köln Saison 2013/14 vorne
Das erste Karnevalstrikot des 1. FC Köln überhaupt aus der Saison 2013/14, getragen am 4. November 2013 beim 4:0-Sieg in der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Union Berlin von Kevin McKenna. Vorne groß in der Mitte über dem Sponsor ist das Wappen der Stadt Köln zu sehen und eingewebt in den Stoff lauter kleine Narrenkappen. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde
Karnevalstrikot des 1. FC Köln aus der Saison 2013/14.
Auch die Schriftart bei Rückennummer und Namen wichen von der regulären Typografie auf den Standardtrikots bei diesem Trikot ab. Im gleichen Trikot spielte der FC in der Rückrunde am 24. Februar 2014 gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:1) ein zweites Mal. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde

Am 4. November 2013, damals noch in der 2. Bundesliga, wurde das erste Karnevalstrikot im Spiel gegen Union Berlin vorgestellt. Danach spielte der FC, von 2015 abgesehen, zum Auftakt der Karnevalssession jeweils in einem neu gestalteten Sondertrikot. Da jedes Jahr unter einem besonderen Motto steht, wird dieses im Trikotdesign besonders hervorgehoben. In der Premierensaison 2013/14 war es das Motto des Kölner Karnevals Zokunf– mer spingkse wat kütt (Zukunft – wir schauen mal, was kommt). Die Antwort darauf war ziemlich einfach – die Rückkehr in die erste Bundesliga am Ende der Saison.

Das Karnevalstrikot des zweiten Jahres erinnerte an das Ornat des Karnevalsprinzen, des höchsten Repräsentanten des Kölner Karnevals. Darauf ausgelegt war auch der Leitspruch zum Trikot: Eimol Prinz zo sin! (Einmal Prinz sein).

Jonas Hector im Karnevalstrikot der Saison 2015.
Jonas Hector im Karnevalstrikot der Saison 2015/16. Es kam aufgrund der Terror-Anschläge in Paris, erst zum Rückrundenauftakt am 23. Januar 2016 gegen den VfB Stuttgart zum Einsatz. Das Motto lässt sich am Sponsoren-Aufdruck ablesen. Mer stelle alles op der Kopp (Wir stellen alles auf den Kopf). Foto: Imago/Herbert Bucco

Weitere Fastelovend-Themen waren u. a.: Et Hätz schleiht em Veedel (2019) oder Alles hät sing Zick (2021).

Karnevalstrikot des 1. FC Köln der Saison 2018/19
Das Motto der Karnevalssaison 2018/19 lautete Uns Sproch es Heimat (Unsere Sprache ist Heimat). In diesem Trikot wurde am 10. November 2018 Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga mit 8:1 abgefertigt. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde
Rückseite des Karnevalstrikots des 1.FC Köln aus der Saison 2018/19
Serhou Guirassy wurde in der 61. Minute für Jhon Cordoba eingewechselt, trat aber als weder als Torschütze noch als Vorlagengeber bei diesem Torfestival in Erscheinung. Das rot-weiß-gestreifte Ringeltrikot kam in der Rückrunde am 23. Februar 2019 beim 3:1-Heimsieg gegen den SV Sandhausen ein zweites Mal zum Einsatz. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde

Die Karnevalstrikots kommen in der Regel zwei Mal zum Einsatz. Einmal im November zum Beginn der Karnevalssession und ein weiteres Mal in der Hochphase um Weiberfastnacht und Rosenmontag. Im November 2015 verzichtete der FC wegen der Terror-Anschläge von Paris allerdings auf den Einsatz seines Karnevaltrikots. Erst am 23. Januar 2016 wurde es beim 1:3 zum Rückrundenauftakt gegen den VfB Stuttgart doch noch eingesetzt.

Torwart-Karnevalstrikot von Timo Horn aus der Saison 2018/19.
Zu diesem zweiten Termin wurde für die Fans auch das blau-hellblau-gestreifte Torwarttrikot von Timo Horn in limitierter Auflage von 500 Stück aufgelegt und war wie die Feldspielerversion innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde

Nachdem der FC in der Saison 2017/18 anlässlich des 70. Geburtstags des Vereins erneut auf ein Karnevalstrikot verzichtet hatte, wurde das rot-weiße Ringeltrikot in der Spielzeit 2018/19 zum bislang beliebtesten Karnevalstrikot überhaupt. Viele Fans haben sich davon gleich mehrere Versionen gekauft, weil man in Köln mit einem rot-weiß quergestreiften Trikot nicht nur während der Karnevalszeit immer und überall eine gute Figur macht.

Jubiläumstrikot des 1.FC Köln, anlässlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums.
Anlässlich des 75. Vereinsjubiläum spielte der FC am 12. Februar 2023 gegen Eintracht Frankfurt in einem eigens kreierten Jubiläumstrikot. Dieses erinnerte optisch an die Trikots aus dem Gründungsjahr des Vereins. Der Schnürkragen durfte nach DFL-Regularien jedoch nur angedeutet bzw. festgenäht werden. Der auch bei der Spielerversion aufgestickte und nicht aufgedruckte Geißbock, entspricht hier der braunen Fellversion, die bis 1994 eingesetzt wurde. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde

Rückseite des Jubiläumstrikots des 1.FC Köln aus dem Frühjahr 2023.
Im Nacken ist ein Zitat des ersten FC-Präsidenten Franz Kremer eingedruckt: „Tradition hat nur dann einen Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist. Foto: Florian Körfgen/Stoffkunde

Die Trikots stammen alle aus der Sammlung von Florian Körfgen (fc_trikotsammler). (Abre numa nova janela) Florian ist zudem Mitglied der Trikotkommission des #effzeh.

Diese Trikotgeschichte ist bereits im Zeitspiel-Magazin #32 (Abre numa nova janela) im Herbst 2023 erschienen. Passendes Titelthema der Ausgabe damals im Übrigen “Fußball und Musik”.

Links

Manchmal sind bei den News die mich durch die Google Alerts erreichen, Meldungen dabei, die mich selbst überraschen, bzw. lese ich davon zum ersten Mal. Wie zum Beispiel, dass beim Hauptsponsor des SC Freiburg, dem Fahrradleasing-Anbieter ein größerer Stellenabbau bevorsteht. Als Ursachen in dem Bericht die schwierige Konjunkturlage und die fortschreitende Konsolidierung des Fahrradmarktes genannt. Inwieweit das Sponsoring beim SC Freiburg ebenfalls auf dem Prüfstand steht, wird in dem Artikel nicht genannt.

https://www.baden24.de/freiburg/jobrad-stellen-freiburg-unternehmen-news-abbau-betriebsrat-sponsor-94022307.html (Abre numa nova janela)

Am 14. November bestreitet die deutsche Nationalmannschaft in Luxemburg ihr nächstes WM-Qualifikationsspiel. Sie wird es erstmals im neuen Heimtrikot bestreiten. Im Falle einer Qualifikation für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko im Sommer 2026 wird es dort ebenfalls zum Einsatz kommen.

Auf der Homepage des DFB steht dazu Folgendes: “Das Trikot ist eine Hommage an die größten Erfolge und legendärsten Trikots Deutschlands bei Fußball-Weltmeisterschaften. Das neue Heimtrikot erscheint in traditionellem Weiß mit einem Rautenmuster in Schwarz, Rot und Gold, das von den ikonischen Designs der Weltmeister-Trikots inspiriert ist. Die Zickzack-Optik ist an das Modell aus dem Jahr 1994 angelehnt, als die USA das Turnier zum ersten Mal ausrichteten. In Kombination mit einer schwarzen Hose und weißen Stutzen, die das Rautenmuster erneut aufgreifen, entsteht ein zeitgemäßer Look, der die Wurzeln und das klassische Erscheinungsbild der deutschen Nationalmannschaft würdigt.”

Mit dem Jahreswechsel 2025/26 geht der DFB ins letzte Vertragsjahr mit Adidas. Das vorgestellte Trikot wird damit das vorerst letzte Heimtrikot für mindestens sieben Jahre aus Herzogenaurach sein.

https://www.dfb.de/news/das-ist-das-neue-dfb-heimtrikot-von-adidas (Abre numa nova janela)

Footyheadlines.com/Nurfussball.com berichtet, dass der SC Freiburg beim 3:1-Auswärtssieg in der Europa League bei der OGC Nizza am vergangenen Donnerstag in provisorischen hellblauen Ausweichtrikots gespielt hat, weil alle drei regulären Trikotversionen für diese Saison mit den Farben der Gastgeber kollidiert hätten.

https://www.nurfussball.com/freiburg-tragt-gegen-nizza-ein-provisorisches-nike-trikot-fur-11-50.html (Abre numa nova janela)

Eine der längsten Trikotpartnerschaften in der Premier League endet im Jahr 2027, wenn das Versicherungsunternehmen AIA vom Trikotsponsor bei den Tottenham Hotspur von der Brust geht. Das Unternehmen wird dem Klub weiter als Sponsor der Trainingsbekleidung erhalten bleiben. AIA zahlt dem Hotspur aktuell rund 46 Mio. Euro im Jahr. Zu Beginn der Partnerschaft im Jahr 2013 war das einer der bestdotierten Sponsoringverträge in der Premier League. Mittlerweile sind andere Klubs vorbeigezogen. Die Hotspur erhoffen sich mit einem neuen Partner ab der Saison 2027/28 eine deutliche Steigerung bei den Erlösen aus dem Trikotsponsoring.

https://www.sportspro.com/news/tottenham-hotspur-aia-group-sponsorship-training-kit-november-2025/?utm_campaign=27993156-SportsPro%20Daily%3A%20November&utm_medium=email&_hsenc=p2ANqtz-92yAFAThYcN3NuKmj5V0R3BPCGI4tSfkpkyzd2swMKTzWlNOnkMl1Pu44ZeNEQftcmUlb5FMjjStps-0J56HY2L1zYkA&_hsmi=388400659&utm_content=388400121&utm_source=hs_email (Abre numa nova janela)

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