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Ich glaub, ich dreh am Rad

Achtung: Spoilerwarnung Folge 26.1!
Wenn ihr die Folge noch nicht gesehen habt, und euch überraschen lassen wollt, schaut sie am besten zuerst und scrollt nicht weiter - sonst nehmt ihr euch einen kleinen Überraschungsmoment.

Für die Session brauchte Toni ein Unglücksrad - ein Mechanismus, der mitten im Kampf entscheidet, wen das Schicksal trifft.
Die einzige Vorgabe von Toni war dabei erstaunlich minimal:
8 Felder für die einzelnen Charaktere, ein Feld mit allen und ein Feld mit keinem.

Alles andere durfte ich frei gestalten.

Der Ausgangspunkt
Das Rad vorher

Das Rad selbst war ursprünglich komplett neutral: weißes Plastik mit einzelnen freien Flächen rundherum. Und in der Mitte diese Pfeile mit den grandiosen Beschreibungen „hero, crazy, gorgeous, sweet, shy, cute, unique & sexy”, was natürlich auch zu unserer Truppe passt, aber nicht ganz in das Setting.

Relativ schnell war mir klar, dass ein klassisches Jahrmarkt-Glücksrad zwar funktionieren würde, aber noch etwas zu fröhlich für unseren Zweck wäre. Also habe ich Toni ein paar Ideen gepitcht und wir sind ziemlich schnell bei einem Thema gelandet, für das sich ein Unglücksrad geradezu anbietet:

Ein verlassener Zirkus.

Die Idee dahinter: etwas, das früher einmal fröhlich und bunt war, jetzt aber verlassen, verblichen und ein bisschen unheimlich wirkt. Farben, die einmal knallig waren, aber über die Zeit ausgeblichen sind. Gebrauchsspuren. Dreck. Vielleicht sogar ein bisschen Blut. (Spoiler, es wurde etwas mehr Blut.)

Damit das Rad einen Fokus bekommt, brauchte es ein starkes Zentrum. Schnell fiel unsere Wahl auf einen Totenkopf mit Clown-Make-up - eine Art Maskottchen dieses ziemlich kaputten Jahrmarkts.

Der Schädel sitzt genau in der Mitte des Rads und schaut einen beim Drehen direkt an, während außen herum die Felder mit den Charakteren liegen. Dadurch wirkt es fast so, als würde das Rad selbst entscheiden, wer als Nächstes dran ist.

Farbpalette und Look

Die Farbwahl orientiert sich stark an klassischen Zirkusfarben:
Rot und Gelb - allerdings bewusst nicht sauber und leuchtend, sondern eher verwaschen, abgenutzt und schmutzig.

Um diesen „verlassenen Zirkus“-Look zu bekommen, habe ich viel mit Alterung gearbeitet:

  • ungleichmäßige Farbflächen

  • dunklere Ränder

  • Kratzer und Schmutz

  • Blutspritzer

Die Spiralen im Inneren des Rads und in den Charakterfeldern greifen das leicht hypnotische Jahrmarktgefühl auf und geben den Bildern gleichzeitig einen gemeinsamen Hintergrund.

Der Prozess

Step 1: Charakter-Artworks vorbereiten

Die Charakter-Artworks habe ich zuerst mit einem passenden Hintergrund versehen und in der richtigen Größe ausgedruckt.
Anschließend bin ich noch einmal mit einem bräunlichen Copic-Marker darüber gegangen, damit die Farben etwas verblichener wirken - passend zum „verlassenen Zirkus“-Look.

Erster Test, wie die Bilder wirken

Step 2: Zerlegen und Grundfarbe

Als nächstes habe ich das Rad auseinandergebaut und die erste Farbschicht aufgetragen.

Die erste Schicht Farbe

Step 3: Alterung und Schmutz

Danach habe ich die Farbflächen bewusst ungleichmäßig weiter aufgebaut. Mit dunkleren Farbtönen habe ich Schmutz, Gebrauchsspuren und etwas Alterung angedeutet.

Step 4: Kunstblut

Zum Schluss kam noch etwas Kunstblut dazu.
Damit war der hintere Teil des Rads im Grunde fertig - es fehlten nur noch die Details für den Totenkopf in der Mitte.

Und dann…
…folgen leider keine weiteren Bilder vom Prozess. Ich saß bis spät in die Nacht daran und habe irgendwann komplett vergessen, weitere Fotos zu machen.

Deshalb ist das nächste Bild direkt das fertige Ergebnis.

Wen trifft es als nächstes?

Ich liebe solche Props am Spieltisch, weil sie einen Mechanismus plötzlich greifbar machen. Würfeln geht schnell - aber ein Rad zu drehen, während alle drauf starren und darum bangen, wen es als nächstes trifft, erzeugt noch einmal eine ganz andere Spannung.

Das Unglücksrad hat genau das in der Session geschafft: Jeder Drehmoment hat kurz für dieses kleine „Oh, oh…“ am Tisch gesorgt.

Mich würde interessieren:
Was war das gemeinste Zufallselement, das ihr je in einer Session erlebt habt?

Eure Lizzy
Tópico Hinter den Kulissen

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