
Die Vorweihnachtszeit hat noch gar nicht angefangen, das tut sie erst am 30.11. Unsere Oktober-Glosse ist mal wieder ihrer Zeit weit voraus.
Und wenn das fünfte Kerzlein brennt, dann hast Du Weihnachten verpennt. Nein, so weit sind wir noch lange nicht. Aber ihr wisst ja selbst, wie schnell die Zeit vergeht. Das gilt leider auch für die Glosse, denn die kam bekanntlich schon länger nicht mehr heraus (Abre numa nova janela). Das lag auch am Wegfall von Olivia (Abre numa nova janela) und Sunny (Abre numa nova janela), die beide vor mehreren Wochen bei uns aufgehört haben. Olivia, die studierte IT-Fachfrau, die einst für heise geschrieben hat, wechselte zum Bereich Weiterbildung. Wir wünschen den Ex-Autoren Sunny und Olivia auf jeden Fall viel Erfolg. Doch kommen wir nun zur Oktober-Glosse, denn es gibt viel zu berichten.
Der Oktober mit lügenden Datenkraken und…
Unser Monatsrückblick startet mit dem Penetrationstester Mike Kuketz. Was für ein Wort, oder geht das nur mir so??! Wie dem auch sei, Kuketz hat sich die VPN-Apps von mehreren Anbietern angesehen und musste feststellen (Abre numa nova janela), dass sie alle gleich mehrere Tracker drin haben. Mal wieder! Und nein, im Gegensatz zu Hide.me (Abre numa nova janela)* geht es nicht nur um simple Absturzberichte, die man sammelt, um die Qualität der Software zu verbessern. Die Nutzerinnen und Nutzer werden bei ExpressVPN, NordVPN, Surshark, Secure VPN und Thunder VPN systematisch ausgespäht. Auf Anfrage gab MordVPN sogar bekannt (Abre numa nova janela), man tue das gar nicht, was Kuketz dann aber mit seinen Tests widerlegen konnte. Die setzen in ihrer Software für Smartphones aktuell nicht weniger als drei verschiedene Tracker unterschiedlicher Anbieter ein. Wahrscheinlich, damit man so viele Nutzer-Daten wie irgend möglich einkassieren kann.
… Regierungen, die lieber Symptome als Ursachen bekämpfen.
Üble Vorboten (Abre numa nova janela) kamen Anfang Oktober aus dem Norden Europas, genauer gesagt aus Schweden. In Stockholm will die Regierung Strafen für die illegale ITPV-Nutzung erlassen, um ihr Volk wieder auf Kurs zu bringen. Nicht auf Kurs sind aber vor allem die Gebühren, die man für den Konsum von den Fußballfans und Liebhabern anderer Live-Sport-Events erhebt. Das Ganze ist schlichtweg viel zu teuer, in Deutschland übrigens auch! Doch statt die Preise zu senken, mehr als genug Nachfrage besteht ja hüben wie drüben, stellt man das Ganze lieber unter Strafe.
Das Dumme ist nur, dass man die Regeln des Marktes, der sich durch Angebot und Nachfrage bestimmt, nicht durch ein paar neue Gesetze aus den Angeln heben kann. Beides, die geplante Ausweitung der Möglichkeiten der Strafermittlungsbehörden als auch die Abschreckung durch die angedrohten Strafen, beides wird wahrscheinlich nicht sonderlich viel ändern. Wahrscheinlich werden die Schweden künftig einfach noch besser aufpassen, wie sie bezahlen und ob sie beim illegalen Konsum ihre IP-Adresse verschleiern.

In Dänemark liegt der Anteil der illegalen Streamer bei 21 Prozent (Abre numa nova janela), bei den jüngeren Zuschauern ist es fast die Hälfte. In Spanien sind es satte 43% !!! (Abre numa nova janela) Das wird in Schweden nicht viel anders sein. In Italien geht man anders vor. Da verschickt DAZN eine Zahlungsaufforderung an alle erwischten Schwarzgucker in Höhe von 500 Euro. Wer nicht bezahlen will, muss sich auf ein Gerichtsverfahren nebst möglicherweise noch höhere Schadenersatzforderungen einstellen (Abre numa nova janela). Wie wäre es stattdessen mit einem öffentlichen Pranger auf dem Marktplatz, wie sich das Ganze ein italienischer Politiker vorstellt? Ich weiß, wir haben Oktober. Aber nein. Das ist leider kein Aprilscherz (Abre numa nova janela).
Die Oktober-Glosse über Abmahnungen – eine never ending Story!
Das Thema Abmahnungen begleitet uns in den News ja häufiger. Da will Kanzlei X 2.200 Euro (Abre numa nova janela) für die Verbreitung eines Spielecracks haben. Und auch Jurist Y lässt sich nicht lumpen und verlangt über 1.000 Euro für einen Spielfilm (Abre numa nova janela) oder die Episode (Abre numa nova janela) einer TV-Serie, die man via P2P geteilt hat. Auch ein hochpreisiges Schreiben für einen VR-Porno ohne entsprechende Brille ist möglich (Abre numa nova janela). Dabei kannte die betroffene Anschlussinhaberin den Streifen nicht einmal.
Manche im Forum sind schon echt genervt von den vielen Abmahn-Nachrichten. Ja, okay, das ist durchaus verständlich. Aber es besteht daran ein anhaltend großes Interesse, sonst würden wir das sicher nicht machen.
(Abre numa nova janela)Blechen, Werbung über sich ergehen lassen oder dreckig bleiben?
Und wer jetzt sagt, er findet das Scheiße, der sollte lieber nicht in China leben. Dort testet man eine neue Masche, die die Toilettenbesucher dazu zwingt zu bezahlen oder sich Werbung anzuschauen, wenn man sich mit Toilettenpapier den Allerwertesten abwischen möchte (Abre numa nova janela). Kein Scherz! Was nur, wenn man kein Handy dabei hat? Tja, Pech gehabt! Den Link zur Werbung gibt es nur mittels QR-Code. Ach ja, bar bezahlen kann man in China sowieso nur in den seltensten Fällen. Dann könnte die Regierung ihr Volk auch nicht mehr so effektiv überwachen. Das geht ja gar nicht. Vorsicht doppeldeutige Aussage: Was ist das denn bitte für eine Scheiße?!
Die Oktober-Glosse mit Bookfab und Amazon: das ewige Rennen
Und dann hätten wir noch zwei Baustellen, wo das ständige Hase-und-Igel-Spiel wohl nie ein Ende nehmen wird. Momentan klappt die Entschlüsselung der E-Books von Amazon mit dem Tool Bookfab nicht sonderlich gut (Abre numa nova janela). Kurze Zeit vorher, vor dem letzten Firmware-Update der Kindle E-Reader, lief noch alles.
Dafür spinnen seit der Installation des neuen Betriebssystems mehrere Kindle-Modelle konsequent herum. Wer so ein Gerät benutzt, sollte es dauerhaft im Flugmodus lassen, weil von Firmware-Updates eh nicht viel Gutes zu erwarten ist (Abre numa nova janela). Die Empfehlung kam ursprünglich nicht von mir, sondern von einem anderen Fachjournalisten. Da kann man nur hoffen, dass die neue Firmware per Zwangs-Installation nicht schneller drauf ist, als die neu erworbenen elektronischen Bücher. Also besser nicht zu viele E-Books auf einmal kaufen. ;-)
(Abre numa nova janela)Licht aus, Spot an: Die vielen Davids und ein Goliath namens Spotify
Die andere never ending Baustelle betrifft Spotify. Die schwedische Betreibergesellschaft lässt die Quellcodes der Macher von Tools löschen, die eine kostenlose Nutzung ihrer Premium-Features ermöglicht. Und dann: Tadaaa! Tauchen mit xManager (Abre numa nova janela), Spicefy (Abre numa nova janela) und SpotX (Abre numa nova janela) Tools plötzlich wieder aus der Versenkung auf, um die Musikfans mit ihren Diensten zu erfreuen. Die nächsten Klagen und Löschanfragen bereitet die Rechtsabteilung des Streaming-Dienstes sicher schon vor, wetten?
Doch wem das alles zu blöd ist, bekam von uns ja schon vor einigen Wochen eine Anleitung an die Hand, wie man selbst einen Musikserver hosten kann. Es muss ja nicht Spotify sein. Zwar baut sich der Server nicht von selbst (Abre numa nova janela). Dafür hat man anschließend kein Problem mehr mit irgendwelcher Werbung, die man uns aufdrängen will. Zur Bastelstunde mutiert ist übrigens auch das automatische Nachbuchen von Datenvolumen bei Aldi Talk Unlimited (Abre numa nova janela). Was das Thema betrifft, bleiben wir für euch am Ball, versprochen!
Wir wünschen allen ein fröhliches Halloween-Fest!
Na also, geht doch! Das war die Oktober-Glosse, dann kann die Adventszeit ja (in 4 Wochen!) kommen. Und denkt bitte daran, besser in China nicht ohne Smartphone auf die Toilette zu gehen. Wir wünschen euch morgen ein happy Halloween, kleidet euch bunt und verhaltet euch möglichst verrückt. Und vor allem: habt Spaß! Heute dürft ihr…
Wir melden uns mit der nächsten Glosse in einem Monat – vielleicht auch (viel) später, mal sehen. Bei uns weiß man ja nie. ;-)
Euer Lars!
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