
Diesmal antworte ich offen auf einen Hilferuf einer Leserin, die mit einer KI-Auswertung überschüttet wurde. Damit das Problem bei solchen KI-Diskussionen für alle verständlicher wird. Hoffentlich.
Liebe Frau K.,
auf Ihre Anfrage per Mail möchte ich Ihnen offen antworten. Aus zwei Gründen.
Zum ersten offenbart Ihre Frage Probleme im Umgang mit offen zugänglichen KI. Die derzeit modern sind.
…die Probleme, nicht die KI.
Zum zweiten habe ich keine Lust „richtig“ zu arbeiten, auch wenn es sicher Wichtigeres gäbe. Denn draußen schmilzt der Asphalt, ich habe Angst, dass mein Ventilator schlappmacht und Cuba Libre ist mittags nur bedingt sozial akzeptiert.
Sie selber haben die Länge und Unübersichtlichkeit Ihres Hilferufs bedauert. Zu Recht.
Das liegt daran, dass Sie – ohne Absätze – eine Auswertung eines meiner Postings einer KI kopiert haben. Die Ihnen wohl von Kolleginnen vorgehalten wurde.
Keine Sorge, ich werde nun nicht Punkt für Punkt widerlegen oder erklären. Das wäre nicht nur müßig. Weil ich ja immer meine Aussage zitieren, die Widerlegung der KI kopieren und mich dann dazu positionieren müsste. Warum sollte ich mir auch mehr Arbeit machen als diejenigen, die bei Ihnen meinten mich dadurch zu widerlegen?
Menschen, die sowas lesen würden, lesen auch den Aufdruck der Kotztüten in Flugzeugen. Wir müssen uns das hier also schon etwas nett machen. (Auch wenn es für Cuba Libre noch zu früh ist.)
Begeben wir uns auf die Meta-Ebene. Dann erschließt sich ganz viel.
Was macht KI eigentlich?
Die frei zugängliche KI, wie beispielsweise ChatGPT (von der ich glaube, dass sie in diesem Fall verwendet wurde), ist im Grunde nur eine Suchmaschine auf Steroiden. Sie ist nicht intelligent in dem Sinne, wie Psychologen Intelligenz definieren. Sondern sie hat gelernt, Intelligenz zu imitieren. Sie kann selber „dazulernen“. Das ist schon ein großer Schritt, aber eigentlich nicht intelligent. Andere Systeme sind da weiter, beschränken wir uns hier auf diese Chat-Bots.
Fragt man eine Suchmaschine, wie hoch der Eifelturm ist, wird sie die Meterzahl angeben und Beiträge verlinken, die sich mit dem Eifelturm befassen.
Fragt man eine KI beispielsweise zur Urlaubszeit als Deutscher danach, wird sie „schlussfolgern“ warum man fragt und vielleicht antworten: „Der Eifelturm ist 330 Meter hoch, er kann bis zur obersten Aussichtsplattform in 272 Metern Höhe besucht werden.“
Stellt man sonst eigentlich eher Fragen zur Physik, wird die KI beispielsweise antworten: „Der Eifelturm ist 330 Meter hoch, im Winter aber um einige Zentimeter kürzer.“
Was eine KI wiedergibt hängt also nicht nur davon ab, was sie „weiß“, also welche Informationen sie im Netz findet. (Sie selber „speichert“ nichts.) Und auch nicht nur davon, in welchen Zusammenhang sie Informationen setzt. Sondern auch davon, was und wie man fragt.
Was wäre passender, als KI das erklären zu lassen?
»Ich antworte nicht nach Wahrheit aus eigener Erfahrung, sondern nach dem Muster dessen, was in meinem gelernten Wissen als die plausibelste und passendste Antwort erscheint.“
ChatGPT
»Während des Trainings habe ich Muster gelernt, die mit vielen menschlichen Bewertungen verknüpft sind:
Was als logisch gilt. [Anm.: „gilt“ nicht „ist“]
Was eine Frage tatsächlich beantwortet.
Was Widersprüche vermeidet.
Was als hilfreich, präzise oder verständlich bewertet wird.
Welche Arten von Begründungen Menschen akzeptieren oder ablehnen.
Wenn du mir eine Frage stellst, bilde ich intern eine Art Modell davon, was du wahrscheinlich meinst, welches Wissen relevant ist und welche Antwortstruktur am besten dazu passt.
„Plausibel“ bedeutet dabei zunächst: konsistent mit meinem gelernten Wissen und ohne erkennbare Widersprüche.
„Passend“ bedeutet: auf die konkrete Frage zugeschnitten.
Der entscheidende Punkt ist aber: Ich weiß nicht, dass etwas wahr ist. Ich habe kein direktes Verhältnis zur Realität. Ich beurteile Plausibilität anhand der Muster, die ich gelernt habe. Deshalb kann ich in seltenen Fällen auch etwas sehr überzeugend formulieren, das falsch ist.«
Um diese Form von Kommunikation zu verstehen, ist vielleicht auch wichtig, Intelligenz zu verstehen. Wir halten uns nämlich für viel intelligenter, als wir sind. Aber das nur am Rande.
Die Logik, der Mensch und der Bias
Sie, liebe Frau K., haben Ihr Arbeitsumfeld selber beschrieben als „gebildete, antirassistische, auf keinen Fall antisemitische Pädagogen“.
Mit Ihrem Namen war es natürlich sehr leicht, Sie zu finden. Dafür muss man kein ehemaliger Nachrichtendienstler sein.
Und dieses Umfeld, das sich dort abzeichnet, ist eben doch dafür bekannt, dass sie den Krieg rigoros ablehnen und keine Expertise haben, bestimmte Institutionen als Autorität anerkennen und andere ablehnen, dass sie sich selbst tatsächlich als „antirassistisch“ und sicher als „pazifistisch“ einschätzen.
Und erfahrungsgemäß ist genau das die Gruppe von Menschen, die nicht merkt, wenn sie einem Bias unterliegt.
Sie sind tendenziell weniger empirisch und logisch ausgebildet und haben tendenziell weniger Expertise, beispielsweise bei Computern und KI. Raketenwissenschaftler, Juristen und Mitglieder der CDU werden statistisch seltener Pädagogen. Oder Journalisten. Das ist nun einmal so. Die wollen Geld verdienen, die haben weniger Sendungsbewusstsein.
Pazifismus, Moral, das Hochhalten von Menschenleben, Empathie und Mitleid sind nicht faktisch oder neutral.
Es ist nicht so, dass ich das ablehne. Ich stelle nur fest, dass es eben nicht faktisch ist. Es ist bereits eine Tendenz, ein Bias.
Ich meine das gar nicht so böse oder gar herabsetzend, wie es sich vielleicht anliest. Ich bin selber linksliberal und eher nicht-naturwissenschaftlich interessiert. (Aber mit hartem Hang zu Logik und Rationalität. Meine Mutter hat mich testen lassen.)
Wenn jemand aus einem solchen Umfeld einer offenen KI eine Frage stellt, wird die Antwort also tendenziell entsprechend ausfallen. Gibt jemand mit dem Hintergrund ein Posting zur Auswertung, wird tendenziell etwas dabei herauskommen, das seiner Weltsicht entspricht. Und wenn jemand nicht sehr exakt formuliert oder hinterfragt, wird es nicht besser.
Es sind alles nur Tendenzen. Die sollte man aber im Hinterkopf haben, wann immer man so etwas liest.
Immer.
Brandolinis Gesetz, Gish gallop und KI
Es gibt den eher lustig gemeinten Begriff von „Brandolinis Gesetz“, das auch „Bullshit-Asymmetrie-Prinzip“ genannt wird. Auch Wissenschaftler haben Humor, nur anders. (Meine Mutter hat mich testen lassen.)
Ein Gegenüber wird so mit Fakten überschüttet, dass er gar nicht alles erklären oder widerlegen kann.
»Das Widerlegen von Schwachsinn erfordert eine Größenordnung mehr Energie als dessen Produktion.«
Alberto Brandolini, Programmierer, 2013
Ein Mittel dafür war der „Gish gallop“, in dem man den Gegenüber auf Social Media mit dutzenden Links zu Artikeln und Screenshots überschüttete. Ganze Festplatten von Impfgegnern, Verschwörungsmystikern und Propagandisten weltweit müssen damit vollgemüllt sein. Jederzeit bereit, als Waffe eingesetzt zu werden. „Der Klimawandel ist menschengemacht? Lies diese 57 Artikel und Postings! Hier noch fünf Screenshots von Grafiken ohne Quellenangabe!“
Das wurde nun abgelöst dadurch, dass man ein Posting oder einen Artikel durch eine KI jagt und das dann als Antwort gibt.
Das bedeutet, Ihre Kollegen versuchen mich zu widerlegen. Aber nicht, indem sie faktisch ins Detail gehen und selber gute Argumente finden. Sondern indem Sie einer KI ein Posting von mir als Futter geben und es Ihnen dann vor den Latz knallen. Womit Sie dann wiederum überfordert sind und – verständlicherweise – um Hilfe rufen.
Das bedeutet nicht nur, dass Sie beiderseitig versuchen eine Diskussion zu führen, für die Sie gar nicht die Kompetenz haben. Sie sollten ruhig lächeln, ich tue es auch, weil alle Menschen so doof sind. Ich manchmal auch, obwohl ich es weiß. Bei jedem Programm-Update muss ich die Arschlöcher von Programmierern anschreien, was der Unfug wieder soll. Und meinen Haustürschlüssel habe ich nach langer, hektischer Suche mal im Kühlschrank gefunden.
Ihr Kolleginnen zeigen aber alleine dadurch ja, dass sie selber keine Ahnung haben und argumentativ gegen mich eher nicht ankämen. Dass Sie emotional urteilen und die Fakten nicht diskutieren können.
Deshalb, Frau K., sollten sie ganz entspannt sein. Sie - oder Ihr Verweis auf mich - haben etwas ausgelöst. Die haben um Hilfe gerufen, bevor Sie es taten. Bei einer Maschine; sicher weil sie keine Fachleute kennen. Seien Sie zufrieden, nicht beschämt.
Es bedeutet auch, dass ich jetzt wieder dieses Posting (das Sie auch nicht verlinkt haben, ich gucke gerade böse) raussuchen müsste, Satz für Satz durchgehen müsste, um das dann alles zu be- oder widerlegen. Mit dem Ergebnis, dass ich einen Arbeitstag darauf verwende, mich in einer privaten Debatte zu verteidigen. Was dann aber keine Sau liest, wegen… die Kotztüten, Sie erinnern sich.

Aber keine Sorge, ich möchte ein paar Fehler dann doch mal im Detail durchgehen, welche die KI da produziert hat. Auch für Ihre Kolleginnen. (Männer mitgedacht.)
Künstliche Interpretation
Ich zitiere nur Auszüge der KI-Auswertung meines Postings, die mir kopiert wurde.
(Ohne Absatzzeichen, falls ich das noch nicht erwähnt habe. Und lang. Laaaaang.)
»Der Facebook‑Post versucht, die offiziellen Opferzahlen aus Gaza herunterzurechnen…«
Das ist falsch. In dem Posting ging es gar nicht um eine Kritik an der Gesamtzahl der Opfer. Sondern anhand dieser Daten zu zeigen, dass es weder unterschiedslose Tötungen noch einen Genozid im Gazastreifen geben kann.
»…um zu behaupten, dass viel weniger Zivilisten getötet wurden […]«
Das ist teilweise korrekt. Aber das ist nicht das, was die KI im ersten Teil des Satzes behauptet hat.
Es kann also nur so sein, dass die KI „dachte“, dass die Gleichstellung von Opferzahlen und zivilen Opfern der erwünschten Kommunikation entspricht. Tatsächlich sind es aber völlig verschiedene Kennzahlen jedes Krieges. Auch juristisch ein enormer Unterschied.
»Die Quellen sind jedoch extrem selektiv, teils falsch interpretiert und teils politisch motiviert.«
Was genau war „selektiv“? …dazu kommen wir noch. Auch zu der „teils falschen“ Interpretation.
Aber „teils politisch motiviert“? Soll das ein fucking Scherz sein? Fast alles, was ich äußere, ist „politisch motiviert“. Das ist mein Job. Ich bin Blogger, kein Nachrichten-Ticker und kein Wissenschaftsjournal.
An dieser Stelle zeigt sich die wahre Intelligenz der KI. Die nämlich nicht in der Lage ist, mein Posting in den Kontext meiner ganzen Arbeit und aller Veröffentlichungen zu setzen.
Ständig wird mir Subjektivität vorgeworfen, obwohl ich selber doch ständig sage, dass ich auch meine Meinung vertrete. Das ist hier mein Blog, verdammte Scheiße. Leser müssen da schon selber unterscheiden können. Sie müssen hier schon mitarbeiten, meine Damen und Herren, könnte prüfungsrelevant sein.
»Die IDF‑Angaben (25.000 getötete Kämpfer) seien angeblich „plausibel“. Das ist eine politische Interpretation, keine neutrale Analyse.«
Korrekt. Denn das Wort „plausibel“ zeigt ja, dass das eine subjektive Bewertung ist. Die Zahlen der IDF sind für mich, mit meiner Ausbildung, Erfahrung und Kompetenz „plausibel“. Die KI gibt auch hier das Offensichtliche wieder und man muss sich fragen, warum. Meine Kompetenz kennt sie nicht und kann sie nicht beurteilen.
Quellenkritik der KI
Eine KI kann keine Quellenkritik. Sie kann nicht wirklich prüfen, ob eine Quelle tatsächlich seriös ist. Sie schlussfolgert aus dem, was Andere zu der Quelle veröffentlicht haben.
»„68.820 Tote laut Hamas‑Gesundheitsministerium“ | Quelle: Gaza Ministry of Health (MoH) | Status: Wird von UN, WHO, UNICEF, OCHA als verlässlich eingestuft.«
Alleine zu dieser Aussage ließe sich ein ganzer Artikel schreiben.
Erstens bewertet die KI hier Quellen bzw. Aussagen, die ich als solche gar nicht angegriffen habe. Die Gesamtzahl der Getöteten war nicht Teil der Kritik. Ich habe die 70.000 seziert, nicht bestritten.
Zweitens bewertet die KI das Gesundheitsministerium als „verlässlich“, weil UN, WHO, UNICEF und OCHA das angeblich tun. Doch diese sind ja alle ein und die selbe Quelle, nämlich die UN.
Drittens bewertet die KI dadurch das Ministerium einer radikalislamistischen Terrororganisation als „verlässlich“. Können wir darüber bitte mal einen Augenblick nachdenken?
Denn die Hamas ist ja die Regierung des Gazastreifens. Das ist, als würde die KI die Taliban als „verlässlich“ bewerten, weil die ja die Regierung Afghanistans stellen, die beispielsweise gerade von Deutschland eingeladen wurde. Das qualifiziert aber für nichts.Und zu guter Letzt richtet sich meine Kritik häufig gegen die UN. Diese dann als Nachweis zu verwenden ist, als würde ich die AfD kritisieren, und die KI sagt, dass meine Kritik falsch sei, weil die AfD das Gegenteil sagt. Und das sei ja immerhin eine Partei.
In der empirischen Wissenschaft nennt man das Petitio Principii, einen Zirkelschluss. Der sicherste Weg bei jeder Klausur durchzufallen. Opium lindert Schmerzen, weil Opium schmerzlindernd ist. Danke auch.
»Wichtig: Das MoH unterscheidet sehr wohl zwischen Zivilisten und Kombattanten – aber Israel zerstörte mehrfach die Datenbanken, weshalb viele Einträge unvollständig sind.«
Das ist schlicht und ergreifend falsch. Und ich weiß nicht, wo die KI das her hat. Spätestens da hätte ich nachgehakt. Was Ihre Kolleginnen, liebe Frau K., wohl nicht konnten oder wollten.
Seit Ende 2023 gibt die Hamas eine unregelmäßig aktualisierte Excell-Datei der Getöteten raus, mit Namen, Alter und meist auch ID-Nummer, die jeder im Gazastreifen hat. (Und einige andere Dateien.) In dieser Datei gibt es nicht einmal eine Spalte für Kombattanten ja oder nein. Dort stehen Schulmädchen neben Hamas-Kommandeuren, Hausfrauen (was locker 90% aller Frauen im Gazastreifen sein dürften) und Dschihadisten. Nur um diese Daten geht es in dem ganzen Posting.
»Haaretz veröffentlicht Rohdaten, nicht die Schlussfolgerungen des FB‑Posts.«
Wieder korrekt, weil offensichtlich. Ich kritisiere die Haaretz gerne, aber hier eben nicht.
»Gabriel Epstein (X/Twitter) | Status: Privatperson, kein Demograf, kein UN‑Analyst. Seine Analysen werden von UN‑Demografen, Human Rights Watch und B’Tselem als methodisch fehlerhaft kritisiert.«
…und von noch mehr Menschen als richtig bewertet. Erneut macht die KI, was eine offene KI halt so macht.
Allerdings ist Epstein nicht einfach eine „Privatperson“. Er ist Senior Policy Associate des Israel Policy Forums, hat am Washington Institute geforscht und an der Johns Hopkins School of Advanced International Studies graduiert.
Laut KI nun aber eher negativ bewertet, weil er – Obacht! – kein Demograf ist, also kein Experte für Bevölkerungsentwicklung. Und kein Analyst der UN.
Einfach mal wirken lassen. Und sich fragen, seit wann Demografen etwas mit einem aktiv stattfindenden Krieg zu tun haben.

»U.M. OSINT | Quelle: Facebook‑/Telegram‑Seite | Status: Nicht unabhängig, politisch klar pro‑IDF. | Keine wissenschaftliche Institution, keine Peer‑Review.«
Ich bin so unabhängig, wie man mit de facto journalistischer Arbeit nur sein kann. Ich werde ausschließlich und direkt von Leserinnen und Lesern bezahlt. Direkter und unabhängiger geht nicht.
„Unabhängig“ bedeutet nicht „neutral“ oder „ohne eigene Meinung“. Und als MilBlogger bin ich selbstverständlich keine Institution und habe auch keine wissenschaftlichen Peer-Reviews. Wie die UN übrigens auch nicht.
Zudem unterhalte ich gar keine Seite auf Telegram.
Meine „Fehler“
Ein wenig ins Detail. Die ersten drei meiner fünf angeblichen Fehler.
Es muss sein, um nicht nur auf der Meta-Ebene herumzualbern. Ich mache es so kurz es geht.
»Fehler 1: „Man muss 22.000–36.000 natürliche Todesfälle abziehen“ Das ist falsch. Warum? - In Kriegsgebieten steigen natürliche Todesfälle […]. - Sie sinken nicht. - Die UN spricht von exzessiver Übersterblichkeit, nicht Normalsterblichkeit. Der Abzug ist wissenschaftlich nicht haltbar.«
Der Fehler besteht darin, dass die KI meine Aussage nicht verstanden hat.
Die Aussage war nicht, dass man die 22.000 bis 36.000 natürlichen Todesfälle von allen Todesfällen abziehen muss. Also dass weniger Menschen getötet wurden. Sondern von der Behauptung, dass diese alle durch die IDF getötet wurden.
Es ist nicht nur anhand der Detailauswertung der Daten nachgewiesen, dass die Hamas dort einfach alle reingerechnet hat. (u.a. „Questionable Counting“ von Andrew Fox) Sondern sie hat auch seit Beginn des Gazakrieges keine Zahlen für „normal“ Verstorbene veröffentlicht.
In der erwähnten Datei stehen auch Menschen, die beispielsweise eine Woche vor ihrem Tod noch auf der Onkologie lagen, auf der Krebsstation.

»Fehler 2: „Kinder sind unterrepräsentiert, also kein Völkermord“ Auch das ist falsch. - Die UN dokumentiert gezielte Tötung von Kindern, Hunger, Angriffe auf Schulen, Geburtsstationen. - Die Altersverteilung sagt nichts über Absicht aus. - In urbanen Kriegen sterben mehr Männer, weil sie häufiger draußen sind, helfen, fliehen, Wasser holen, Trümmer räumen.«
Das ist schon lächerlich, wie offensichtlich die KI hier keine Kompetenz hat. Dazu fällt auch mir nichts mehr ein.
Als Beweis wird – erneut – eine Aussage der UN hergenommen, die keinerlei Beweise enthält. Es wird nicht geprüft, weil den meisten „UN hat gesagt“ reicht. Auch Journalisten.
Die UN dokumentiert Aussagen, keine Nachweise. Kann sie auch gar nicht. Sie gibt das weiter, was ihr von anderen gesagt wird. Ich habe mehrere solcher Berichte ausgewertet (Abre numa nova janela) und wollte auch zu diesem aktuellen noch einen Artikel schreiben.
Zudem wird hier „Völkermord“ mit Kriegsverbrechen vermischt. Selbst wenn einzelne Kinder dort absichtlich (!) getötet worden wären, wäre das kein Nachweis für einen Völkermord.
https://steady.page/de/u-m/posts/d920a5c6-ccfb-44d7-a479-cb6fad3453d4 (Abre numa nova janela)Die Altersverteilung sagt eben doch sehr viel aus. Da nämlich vor allem aus der Luft angegriffen wurde. Was bedeutet, würde dort unterschiedslos „bombardiert“ werden (das berühmte Flächenbombardement, dass es etwa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gibt, Gruß aus Köln und Hamburg), müsste die Verteilung der Getöteten der Normalverteilung der Bevölkerung entsprechen. Tut sie aber nicht. Siehe unten.
Und – mit Verlaub - für eine moderne Rakete oder einen 2000-Pfünder ist es völlig unerheblich, ob sich jemand „draußen“ oder „drinnen“ aufhält. Ich wette, würde ich meine bevorzugte KI jetzt nach der Aussage fragen, würde sie lachen. Wenn man es ihr beigebracht hätte, würde sie zumindest Lachen imitieren.

»Fehler 3: „47,5 % Männer 18–59 = Kämpfer“ Das ist falsch. - In Gaza sind nur 1–2 % der Männer Kombattanten (UN‑Schätzung). - Männer zwischen 18–59 sind die größte Bevölkerungsgruppe. - Sie sind häufiger unterwegs → höheres Risiko. Die Gleichsetzung „männlich = Kämpfer“ ist Propaganda‑Logik.«
Auch das ist falsch, weil es gar nicht meiner Aussage entspricht. Die ein Mensch versteht, eine KI aber nicht unbedingt schlussfolgern kann.

Ich habe nicht behauptet, dass das alles Kombattanten waren. (Ohne die 1 – 2% jetzt anzunehmen, auch falsch! Übrigens wären 2% von einer Bevölkerung von zwei Millionen ja bereits 40.000 Kombattanten. Israel hat ca. 1,7% im Militär.)
Die Aussage, die die KI hier widerlegt, habe ich gar nicht getroffen.
Die Verteilung im Gazastreifen ist recht einfach: Die Hälfte Minderjährige, die andere Hälfte fifty-fifty Frauen und Männer. Das bedeutet, der Anteil erwachsener Männer liegt bei bummelig 25%. Die Kampftauglichen sind übrigens mehr, da man ab spätestens 16 kampftauglich ist, eher ab 14.
Und das bedeutet, wenn fast die Hälfte der Getöteten Männer im kampffähigen Alter sind, dass dann nicht unterschiedslos getötet wurde. (Die waren sicher nur gerade zufällig draußen. Ich weiß.)

Zum Abschluss nur zwei Beispiele aus den weiteren Ausführungen:
„Völkermord bestätigt | Die UN‑Kommission kommt zu dem Schluss, dass Israel vier der fünf Völkermordhandlungen gemäß der Genozid‑Konvention erfüllt.“
Das ist als Aussage richtig. Diese Handlungen treffen aber auch bei jedem normalen Krieg zu.
Welche der vielen Kommissionen das war, wird auch nicht gesagt. …ein Gremium aus drei Menschen (Abre numa nova janela), übrigens.
Entscheidend ist der sog. Dolus specialis, die Absicht, das Motiv. Nur das unterscheidet einen Krieg von einem Völkermord. Und die KI lässt es hier schlicht weg, weil sie nur zitiert. Genau diesen Satz habe ich schon mehrfach wortwörtlich gelesen. Tilo Jung hat ihn auch schon genau so gebracht.
Wären diese Kriterien alleine die Definition eines Völkermordes, wäre ich schon an einem beteilig gewesen. Und jeder andere Soldat weltweit, der einmal in einem Einsatz war.
Sagt einem ja auch wieder keiner.
„UN‑Daten zur psychischen Zerstörung einer ganzen Generation | Laut UN‑Kinderhilfsorganisationen (2025): - 93 % der Kinder zeigen aggressives Verhalten - 90 % sind gewalttätig gegenüber jüngeren Kindern - 86 % leiden unter tiefer Traurigkeit - 79 % haben Schlafstörungen“
Die UN soll mir mal erklären, wie sie in einem Kriegsgebiet - der ganze Gazastreifen ist eine „Front“, genau wie die Front in der Ukraine – psychologische Tests an Kindern durchgeführt hat.
Vor allem, wenn Mitarbeiter den Gazastreifen gar nicht betreten dürfen. Oder sind das doch wiedermal die Angaben der Palästinenser?
Zweierlei Maß und Antisemitismus
Ich könnte noch lange so weitermachen. Befürchte aber, Ihre Frage ist schon beantwortet, liebe Frau K. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leserinnen und Leser wird überstrapaziert und diejenigen, die Ihnen diese KI-Antwort geschickt haben, sind längst ausgestiegen.
Psychologisch zu erwarten ist eine Abwehrreaktion. „Wie kann man Menschenleben so aufrechnen?“, „Wie kann man so unempathisch sein?“, „Wie kann man glauben mehr zu wissen, als die KI?“ Oder, immer gerne genommen: Hasbara.
Das ist normal und begegnet mir täglich. Doch genau das ist es ja, was ich mache. Ich erkläre Krieg. Das ist kein netter Stuhlkreis, es geht um Tot und Leid, die in jedem Krieg normal sind.
Und ich mag nett erscheinen - einige behaupten das hartnäckig - bin aber nun einmal auch ehemaliger Soldat. Wir werden nicht für Ikebana, Ausdruckstanz und Kindergeburtstage gezüchtet.
Der Kern meiner Kritik und meiner Arbeit im Bezug auf Nahost ist zu versachlichen und zu entemotionalisieren. Weil genau das wiederum die Klaviatur der Propaganda der Islamisten, der Palästinenser und der Linksradikalen ist, die auf dieser hervorragend spielen. Auf der Klaviatur der Friedensverwahrlosten „im Westen“. Für die andere Kriege gefochten haben und gestorben sind, damit sie sich Ihren Pazifismus überhaupt leisten können.

Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Israel wird zur Last gelegt, was in allen anderen Kriegen völlig normal ist. Und genau das ist dann eben doch Antisemitismus.
Und irgendetwas sagt mir, dass Ihre Kolleginnen keine Ahnung und wenig Interesse haben, was gerade im Kongo, in Mali, im Sudan oder in Myanmar passiert. Oder in der Ukraine, zu der ich auch viel veröffentliche. Im Jemen sind fast eine halbe Million Menschen akut vom Hungertod bedroht. Wegen der Huthi, den Kat lutschenden Fanatikern, die auch Israel mit iranischen Raketen beschießen.
Überraschenderweise interessieren viele Europäer sich viel mehr dafür, ob angeblich ein paar wenige Kinder im Gazastreifen verhungern. Weil wegen der Juden. Muss ja, das ist die Differentialdiagnostik.
Gestern sind Leute von der Flotilla gelandet, die über Wochen von lybischen Terroristen gefangen gehalten wurden. Resonanz? Tendierte gegen null. No Jews, no News.

Ich sehe bis heute absolut nichts, was nicht auch bei der NATO oder der Bundeswehr so gemacht würde. Und was ich nicht selber im Einsatz ruhigen Gewissens in Ausübung meines Auftrags tun würde.
Ich werte das genauso aus, wie ich auch den Ukrainekrieg auswerte. In meiner Meinung bin ich parteiisch, kein Geheimnis, in den Ergebnissen aber nicht. Auch wenn ich dann mal einen russischen Angriff als militärisch in Ordnung etikettieren (Abre numa nova janela) oder das Vorgehen Israels kritisieren (Abre numa nova janela) muss.
https://steady.page/de/u-m/posts/09c63e2f-e454-473b-81ad-9943f20851ae (Abre numa nova janela)Das Völkerrecht wird zu einem Strafgesetz überhöht, das es in der Praxis nicht ist. Und auch nicht sein kann und nicht so gedacht war. Die Moral des Krieges wird nicht verstanden; umso weniger, weil Unterschiede zum Zweiten Weltkrieg und alle Kriege davor nicht verstanden werden.
Weil man als „Pazifist“ keine Ahnung von Krieg hat. Obwohl jeder deutsche Soldat sich vermutlich als Pazifist sieht.
Die UN und alle Organisationen haben eine eigene und eigennützige Agenda, werden aber als sakrosankte Moralinstanzen nicht hinterfragt. Obwohl nur eine Minderheit der Mitgliedsstaaten der UN vollständige Demokratien sind, über die Hälfte sind Diktaturen. Und über 50 von Ihnen haben einen „Gegenentwurf“ zu den Menschenrechten 1991 in der Kairoer Erklärung beschlossen, was von der UN und allen im „Westen“ ignoriert wird.
Amnesty International will den Genozid-Begriff umdeuten (Abre numa nova janela) und meint allen Ernstes, wenn der Internationale Gerichtshof das nur nach der Legaldefinition auslegen würde, sei ein Genozid während eines Krieges kaum nachweisbar. Obwohl genau das ja der Sinn der Definition ist, ein Völkermord muss von einem Krieg unterscheidbar sein.
Man will es ausweiten, verwässern – meiner Meinung nach um dadurch mehr Spenden generieren zu können. Denn sie alle sind auch Unternehmen, ich habe für eine ähnliche gemeinnützige Organisation gearbeitet.
Und nun hat Die Linke beschlossen, es Genozid zu nennen. Nicht, weil es der Legaldefinition entspräche oder die Partei tiefere militärische Erkenntnisse hätte. Sondern weil es in einem Mehrheitsbeschluss von militärischen und juristischen Laien so empfunden wurde.
Wir bewegen uns auf eine KI-gestützte Zeit zu, in der Meinungen gleichwertig mit Fakten angesehen werden. Und die KI stützt das, weil ihr beigebracht wurde, sich der Dummheit der Menschen anzupassen. Und die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen.
Eben diese Menschen stützen sich nun auf KI. Die - wie ich hoffentlich zeigen konnte – nicht mehr, sondern weniger weiß. Und ein großes Risko für die Zukunft darstellt, wenn Menschen ihr Kompetenzen zuweisen, die sie nicht hat. Weil sie nicht wissen, wie sie funktioniert. Die echte KI wird im Programmieren eingesetzt, im Maschinenbau und in der Grafik.
Propaganda wird, bewusst und gezielt, beispielsweise in die UN gebracht, diese übernimmt die dann ohne Nachweise, die Chat-KI bewertet die UN als relevante Instanz und Ihre Kollegen hauen Ihnen dann diese vermeintlich schlaue Auswertung um die Ohren. Anstatt selber zu hinterfragen oder sich in der Sache damit zu befassen.
Liebe Frau K., lassen Sie sich nicht irre machen. Dafür bin ich da.
Schicken Sie Ihre Pädagoginnen ruhig zu mir. Ich kann das ab.
Aber das nächste Mal - und ich gucke jetzt nochmal böse - machen Sie Absätze und geben den Link an.
Und weil wir unter uns sind: Ich habe mir während des Tippens längst einen Strawberry Margerita aufgemacht. Jetzt ist es auch nicht mehr mittags.
Zumindest haben Sie mir über einen Arbeitstag hinweggeholfen. Sie werden Ihre Kolleginnen grüßen, ich bin sicher.