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Die neue Eulenpost #4

April 2026

Dein Waldcoaching-Newsletter

Herzlich willkommen. Ich bin Suse Schumacher, Psychologin, systemischer Coach in Positiver Psychologie und Waldcoachin. Ich arbeite mit meinen KlientInnen besonders gern im Wald. Hier teile ich Gedanken, Bilder Inspirationen und kleine Übungen zum Ausprobieren. Auf meinen Workshops begegnen wir uns oft im Grünen, um mehr ins Spüren und Verstehen zu kommen und Neues zu entdecken.

Herzlich Willkommen im April

Na Du,

wie geht es dir gerade? Kannst du den beginnenden Frühling genießen – die ersten warmen Tage, das Licht, das länger bleibt? Oder ist da auch dieses leise Brodeln im Hintergrund: die Nachrichten, die Unsicherheit, das Gefühl, dass gerade vieles ins Rutschen geraten ist?

Kriege, KI, Klimakrise – es ist nicht wenig, was wir gerade kollektiv schultern. Und ich finde, das darf man ruhig benennen, ohne gleich in Panik zu verfallen. Denn da ist etwas, was mich immer wieder begeistert: Wir Menschen sind außerordentlich anpassungsfähig und wir können lernen, mit Stress und Unsicherheit umzugehen.

Das ändert natürlich nichts daran, dass anhaltende Unsicherheit zehrt. Wenn Jobs wackeln, die Zukunft unübersichtlich wirkt und das Gefühl entsteht, die Kontrolle zu verlieren. Aber weißt du, was nachweislich hilft? Raus gehen. In den Wald. In die Natur. Und genau darum soll es in diesem Newsletter gehen: um Sicherheit, inneren Frieden – und warum gerade jetzt ein Spaziergang zwischen Bäumen mehr ist als Erholung.

Ich freue mich, dass du da bist. 💚

Inhalt

  1. Im Auge des Sturms

  2. Eine vielleicht überraschende Antwort

  3. Übung: Ein Moment für den Frieden

  4. Termine: Münsterschwarzach und

  5. Eine wahre Begebenheit

1. Im Auge des Sturms

Zunächst eine Frage an dich: Wie wichtig ist dir Sicherheit? Bevor du weiterliest – schließ kurz die Augen und beantworte meine Frage auf einer Skala von 1 bis 10. 1 bedeutet: völlig egal. 10 bedeutet: absolut entscheidend.

Das Foto habe ich in Chile geschossen. Im Hintergrund ist der Llaima zu sehen, einer der aktivsten Vulkane in Chile, der das letzte Mal am 2.04.2009 ausbrach. Die Lagune im Vordergrund ist so entstanden.

Und? Irgendwo zwischen 7 und 9, oder?

Das überrascht mich nicht. Sicherheit ist kein Lifestyle-Wunsch, sondern etwas tief Existentielles. Unser Gehirn ist von Natur aus darauf ausgelegt, Bedrohungen zu erkennen – und in unsicheren Momenten schaltet das Stresssystem auf Hochtouren: Kampf, Flucht oder Erstarren. Was in einem echten Gefahrenmoment lebensrettend ist, zermürbt uns als Dauerzustand – denn dann schwimmen wir permanent in Kortisol und Adrenalin.

Ein Nebeneffekt, den du vielleicht kennst: Negative Erlebnisse bleiben uns länger und intensiver im Gedächtnis als positive. Das ist kein Charakterfehler, sondern Evolutionslogik. Wir sind schlicht auf Gefahr voreingestellt.

"Nimm deinen Müll mit - wir beobachten dich" - Parkplatzschild im Nationalpark Conquillio.

Interessant wird es, wenn man schaut, wie unterschiedlich Kulturen mit dieser Voreinstellung umgehen. Der niederländische Sozialpsychologe Geert Hofstede (1928 - 2020) hat erforscht, wie stark Menschen unvorhergesehene Situationen als Bedrohung erleben – und dabei erstaunliche Unterschiede gefunden. Japan, Griechenland und Deutschland landen im internationalen Vergleich sehr hoch auf dem sogenannten Uncertainty Avoidance Index, auf deutsch dem Unsicherheitsvermeidung Index. Wir bauen klare Strukturen, Regelwerke, Institutionen – alles, um das Unbekannte einzuhegen. Dänemark, Schweden oder Singapur hingegen? Deutlich entspannter im Umgang mit dem Ungewissen.

Und dann ist da noch das kollektive Gedächtnis. Gesellschaften, die Krieg, Flucht und Zusammenbruch erlebt haben, tragen das in sich – oft über Generationen hinweg. Deutschland hat zwei Kriege verloren, war am Ende völlig zerstört, mit rund 14 Millionen Flüchtlingen. Das hinterlässt Spuren in der kollektiven Seele, auch wenn die meisten von uns das nicht bewusst erlebt haben.

In der Reserva China Muerta in Chile gab es 2015 ein großes Feuer. Das Ausmaß war verheerend: Rund 6.599 Hektar – also etwa 50 % der Reserva – wurden vernichtet, darunter jahrtausendealte Araukarien.

Vielleicht erklärt das ein Stück weit, warum die Stimmung hier manchmal so düster ist – obwohl wir, nüchtern betrachtet, in einem der sichersten, reichsten und demokratischsten Länder der Welt leben. Die äußeren Bedingungen und unser inneres Erleben klaffen manchmal weit auseinander.

Aber – und das ist die entscheidende Frage – wo finden wir Sicherheit und inneren Frieden, wenn die Welt sich nicht beruhigt?

2. Eine vielleicht überraschende Antwort

Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Verbundensein. Verbindung mit dem eigenen Körper, der immer im Jetzt ist. Verbindung mit anderen Menschen, um Nähe zu spüren. Und Verbindung mit etwas Größerem, vielleicht Göttlichem, als wir selbst. Das Gefühl in einer sinnenhaften, geordneten Welt zu leben.

Inneren Frieden finden wir nicht, indem wir die Unsicherheit besiegen – sondern indem wir aufhören, gegen sie anzukämpfen. Nicht Resignation, sondern Loslassen. Die Psychologie nennt das Akzeptanz. Nicht: Ich verdränge und fühle mich als Opfer, das die Umstände nicht ändern kann. Sondern: Ich kämpfe nicht mehr gegen das, was ich nicht ändern kann – und gewinne dadurch Energie für das, was ich gestalten kann.

Das klingt leichter gesagt als getan. Ich weiß.

Aber ich habe eine Abkürzung für dich. Keine App, keine Coaching-Übung, keine To-do-Liste, sondern:

Der Frühlingswald in Münsterschwarzach, Unterfranken.

Den Wald.

3. Übung: Ein Moment für den Frieden

Geh raus. In einen Park, in den Wald, an einen Baum. Und bleib kurz stehen.

Und dann: schau. Was siehst du gerade wirklich? Nicht was du denkst zu sehen, sondern was da ist. Licht. Rinde. Ein Ast, der sich bewegt.

Hör hin. Was hörst du? Wind? Vögel? Deine eigenen Schritte auf dem Boden?

Spür nach. Wie fühlt sich die Luft auf deiner Haut an? Kühl? Warm? Feucht?

Atme einmal tief durch die Nase. Was riechst Du? Erde. Harz. Frühling.

Und wenn du mutig bist: such dir einen Grashalm und schmecke den Frühling einfach mal.

Mehr brauchst du nicht. Kein Programm, keine App, keine fünf Schritte zum besseren Leben. Nur diesen einen Moment.

Dein Nervensystem weiß, was es damit anfangen soll.

Ach ja, und wenn du Kinder hast, dann nimm sie mit und schau, wie sie sich nach und nach in der Natur entspannen.

Ich erinnere mich, dass ich mal mit meinem Kleinen, damals 10 jährigen Sohn im Wald war, um neue Wege zu erkunden. Irgendwann haben wir uns unter einen Baum ins Gras gesetzt und während ich noch überlegte, wie ich ihm den Wald interessanter machen könnte, legte er sich einfach auf den Rücken und schlief neben mir ein.

Ich finde, besser lässt sich innerer Frieden nicht beschreiben.

4. Termine

Und wenn du mehr möchtest als eine Minute im Park?

Dann komm mit in den Wald – für ein paar Tage.

Waldcoaching in der Abtei Münsterschwarzach 27. April bis 1. Mai 2026 in Unterfranken. Fünf Tage Wald, Stille, Naturrituale und Meditation – in einem der schönsten Klöster Bayerns. Für Frauen und Männer, die spüren, dass sie eine echte Auszeit brauchen. Keine große Theorie, kein Programm, das dich erschöpft. Nur du, der Wald und die Frage: Was trägt mich wirklich?

Es sind noch Plätze frei. Alle Infos und Anmeldung hier. (Abre numa nova janela)

Oder hörst du einen anderen Ruf?

Den der Kriegerin vielleicht?

13. bis 17. Mai 2026, Chartów, Polen. Ein Ort am Waldrand, ein altes Holzhaus, Feuerstelle und tiefes Verbundensein. Für Frauen, die aufhören wollen, sich klein zu halten. Die ihr inneres Feuer entfachen. Die mutig sind und ihre Kraft spüren möchten. Die wissen, dass jetzt die Zeit dafür reif ist.

Die Kriegerin kämpft nicht gegen die Welt. Sie steht fest auf der Erde und weiß, was sie will. Dieser Workshop ist eine Einladung, genau das zu werden.

Es gibt nur noch einen Platz. Wenn du beim Lesen spürst, dass etwas in dir JA sagt – dann ist das kein Zufall.

Mehr Informationen hier. (Abre numa nova janela)

Wenn Du Fragen hast, dann schreib mir gerne an: hello@suseschumacher.de (Abre numa nova janela)

5. Statt eines Tipps heute eine wahre Begebenheit.

Mitte Februar pickte ein ungewöhnlicher Patient mit seinem Schnabel an die Glastür der Notaufnahme des Klinikums Links der Weser in Bremen. Es war ein Kormoran – mit einem dreifachen Angelhaken im Schnabel. Feuerwehr und medizinisches Personal entfernten den Haken, versorgten die Wunde und entließen ihn anschließend in der Parkanlage des Klinikums wieder in die Freiheit. [Hier findest du die Meldung (Abre numa nova janela).]

Ich musste danach lange an diesen Vogel denken.

Und an den Buckelwal, der momentan mit Teilen eines Schleppnetzes im Maul und Verletzungen einer Schiffsschraube in der Ostsee vor der Insel Poel liegt. Was wäre, wenn Tiere versuchen, mit uns zu kommunizieren – und wir es in unserer Überheblichkeit einfach nicht verstehen, weil wir verlernt haben, in Resonanz mit allem Lebendigen zu gehen?

Nur mal so als Gedankenspiel für den nächsten Waldspaziergang.

Vielleicht begegnet dir ja ein Tier, dann bleib stehen, spüre in dein Herz und dann sende Liebe von dort. Ich bin gespannt, was dann passiert. ;)

Eine kleine Bitte zum Schluss

Wenn du jemanden kennst, dem meine Arbeit gut tun könnte – ob Einzelcoaching, Workshop oder einfach ein Gespräch – dann freue ich mich sehr, wenn du einfach an mich denkst und meinen Namen weitergibst.

Wenn Dir dieser Newsletter gefällt, dann leite den Link für die Anmeldung gerne an einen Lieblingsmensch weiter, der sich für Wald, Tiere und Natur begeistert.

Danke und herzliche Grüße,

Deine Suse 🦉

PS. Ach ja, es gibt noch etwas spannendes: wusstest du, dass Wale CO2 Speicher sind? Nein? CO2 im Wal (Abre numa nova janela) kannst du hier (Abre numa nova janela) nachlesen.