
Da sind wir nun.
Zwischen den Jahren.
Die Feiertage liegen hinter uns. Die Weihnachtsaufregung hat sich gelegt. Nun befinden wir uns in diesem von mir überaus geschätzten Zwischenraum; in diesen Tagen, die so treffend zwischen den Jahren heißen.
Für mich ist das die ideale Zeit, sich Ruhe zu gönnen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen, bevor wir das neue begrüßen.
Ich mache das schon seit vielen Jahren. Und jedes Mal bin ich überrascht, was sich auftut, wenn ich mir das vergangene Jahr genauer ansehe. Viele Male war ich einfach froh: Uff, das alles liegt Gottseidank hinter mir! Dann wieder war ich überrascht: So viel Schönes habe ich erlebt?!
Die Rückschau hilft dabei, etwas abzuschließen und sich auf das Neue einzustellen. Auch wenn Neujahr nur ein Datum ist – wir sind durch und durch narrative Wesen. Es hilft uns, dieses Narrativ immer wieder zu gestalten. Indem wir uns damit befassen.
Vielleicht helfen dir die folgenden Übungen und Fragen als Anregungen für deine Jahresreflexion. Lass es mich wissen! (Abre numa nova janela)
Schritt 1: Tagebuch/Kalender/Foto-Jahresrückschau
Es ist erstaunlich, wie viel wir mit der Zeit vergessen. Umso besser, dass wir einen zuverlässigen Datenfußabdruck haben.
Nimm dir einen Abend/Nachmittag mal richtig Zeit. Mach es dir auf dem Sofa gemütlich, lege die Beine hoch – und fange an zu scrollen.
Sieh dir deine Fotos aus dem letzten Jahr an: Was hast du alles erlebt?
Nimm deinen Kalender zur Hand: Welche Termine hast du dir eingetragen? (Sehr gute Ergänzung zu den Fotos, denn hier finden sich auch viele unangenehme Verpflichtungen wie Arztbesuche, die es nicht auf Fotos schaffen.)
Falls du ein Tagebuch führst – blättere zurück und lies deine Einträg: Was hast du notiert? Worüber warst du wütend? Was hat dich gefreut?
Schritt 2: Schreib darüber!
Sicherlich hat dir die Rückschau die ein oder andere Erkenntnis beschert. Damit dir diese nicht gleich wieder entwischt, schreib darüber! Ich mache das in meinem Tagebuch, denn so kann ich sicher sein, dass ich den Eintrag im nächsten Jahr auch noch finde.
(Ich liebe es, nachdem ich den Eintrag fürs aktuelle Jahr geschrieben habe, den für das vorherige durchzulesen – erstaunlich, was sich da immer alles verändert! Meine ganz persönliche Lieblingstradition.)
Schreib darüber: Was ist alles passiert? Was hat sich getan? Was hat sich verändert?
Wenn es dir schwerfällt, einfach draufloszuschreiben – vielleicht können die folgenden Fragen dir ein wenig Starthilfe leisten. Greif dir eine heraus – und schreib einfach los.
Was hat mich in diesem Jahr berührt?
Was war in diesem Jahr schwierig, aber gut?
Was habe ich mir gewünscht, aber nicht bekommen?
Wovon wurde ich positiv überrascht?
Welche neue Seite habe ich an mir entdeckt?
Was habe ich gelernt, was ich vor einem Jahr noch nicht wusste?
Was habe ich in diesem Jahr losgelassen?
Was hat in diesem Jahr zu mir gefunden?
Was möchte ich im alten Jahr zurücklassen?
Was möchte ich ins neue mitnehmen?
Schritt 3: Brief ans neue Jahr
Ehrlich gesagt, finde ich Schritt 1 und 2 schon erschöpfend genug. Schließlich krauchen zwischen den Jahren auch noch drei Kinder um mich herum, die unentwegt bespaßt werden wollen. Was ich in dieser Zeit auch gerne tue.
ABER falls du noch Zeit und Lust übrig hast – dann habe ich hier noch eine weitere Idee für dich:
Schreibe einen Brief an das neue Jahr. Schreib auf, was du dir wünschst, vielleicht auch, was du einforderst. Beschwere dich über uneingelöste Versprechen der vergangenen Jahre und poche auf deren Einhaltung. Sei frech, aufmüpfig, übermütig. Was wünschst du dir? Was möchtest du stärken? Und womit ist nun endgültig Schluss? Limitiere dich nicht – hier auf dem Papier ist alles erlaubt.
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Und damit auch schon genug von mir für heute.
Lass mich wissen, ob diese Anregungen dir geholfen haben – oder du ganz andere Rituale für dich gefunden hast. Ich freue mich immer, von dir zu hören. (Du kannst einfach auf diese Mail antworten)
Komm gut ins neue Jahr; wir sehen uns drüben––
Alles Liebe
Miriam
❤️
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