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Mein unperfekter Sommer

Das Logo von women & arts: Dunkellila Schrift auf helllila Grund. Um das Wort "arts" liegt ein orangefarbener Kreis.

Hey,

ich bin sommerreif. Während gefühlt die ganze Welt schon im Ferienmodus ist, fangen bei uns in Berlin/Brandenburg die Ferien erst diese Woche an. Endlich. Ich freue mich auf die Zeit mit der Familie, auf die Ausflüge, die wir geplant haben. Wir werden dieses Jahr nicht groß verreisen, aber eine Hochzeit in der Schweiz und fünf Tage Bauernhof hier in Brandenburg sind drin. Passt für mich.

Wie immer nutze ich die Sommerzeit für einen kreativen Rückzug. Der Newsletter pausiert, alle Marketing-Aktivitäten ruhen. Das heißt nicht, dass ich nicht arbeite. Ich werkle über den Sommer gerne vor mich hin, aber eben nur für mich. Nicht auf der Bühne. Ich liebe es, mit Stift und Block in der Hängematte unter blauem Himmel zu liegen und mir neue Dinge auszudenken. Und dir NACH der Pause davon zu erzählen.

Die Perfektionsblockade

Letzte Woche war ich beim Absolventinnentreff meines Studiengangs (AVL – Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) an der Freien Universität Berlin. Das hat Tradition: Wir treffen uns jedes Jahr vor dem Sommer und stehen den aktuellen Studentinnen Rede und Antwort zu unserem Berufsbild. (Allen von euch, die sich bei der Gelegenheit zu diesem Newsletter angemeldet haben, ein herzliches Hallo! Schön dass ihr dabei seid!🙋‍♀️)

Ich liebe diese Gelegenheit und die Gespräche mit den Studentinnen, die sich dabei ergeben. Ein Gespräch hat noch eine Weile in mir nachgehallt. Da ging es um Perfektion. Darum, dass uns Perfektion oft aufhält, Dinge anzugehen, die wir gerne hätten. Weil wir meinen, noch nicht perfekt zu sein, wagen wir uns an gewisse Dinge nicht heran. Einen Text einsenden, eine Bewerbung abschicken, eine Anfrage stellen.

Mir ist dabei klargeworden: Perfekt sein zu wollen, blockiert. Und macht einsam.

Versteh mich nicht falsch: Ein echt gutes Ergebnis erzielen zu wollen, sein Bestes zu geben – das ist nicht verkehrt. Doch wir fordern Perfektion schon während des Prozesses von uns. Wir fangen gerade an zu schreiben – und wollen, dass es schon perfekt ist. Wir vergleichen unsere allererste Kurzgeschichte mit dem Lebenswerk einer Virgina Woolf. Und fühlen uns dann als Versagerinnen.

Diese Herangehensweise aber macht uns nicht besser. Sie sabotiert unser Vorankommen. Sie führt dazu, dass wir gar nicht mehr schreiben. Ich habe darum etwas für mich sehr Ungewöhnliches getan: Ich habe beschlossen, mich nicht mehr zu sabotieren. Und mir Hilfe zu holen – mitten in der Unperfektion.

Hilfe holen statt Perfektionswahn

Seit ein paar Wochen stecke ich mit meinem Roman fest. Ich habe jede Menge Material gesammelt, sehr viel geschrieben, doch das alles ergibt gerade nur einen riesigen Wust an Szenen, Figuren, Ideen.

Und dann tat ich das Seltsame: Ich schrieb einer Kollegin, ob sie mir helfen könne. Ob sie bereit wäre, das Material, das ich angehäuft habe, zu sichten. Ob sie mir Feedback geben könne. Ob sie mir helfen könne, die roten Fäden aufzufinden und miteinander zu verknüpfen. Mit dieser wunderbaren Kollegin treffe ich mich heute – und ich bin sehr gespannt, was wir erarbeiten werden.

Für mich ist das etwas ganz Neues: Etwas herauszugeben, was nicht fertig ist. Noch vor einigen Jahren hätte ich das nicht gemacht. Jemandem mein inneres Chaos zu zeigen. Aber ich bin im Inneren chaotisch. Und es tut gut, das zuzulassen.

Ich wollte immer perfekt sein. Ich wollte Perfektion abliefern. Doch mein Schreiben hat sich verändert und ich mich auch. Ich vertraue heute dem Prozess mehr und in den Prozess dürfen andere mit hinein. Ich brauche die schützende Fassade aus drei Meter dickem Beton nicht mehr. Ich umgebe mich mit Menschen, die mich unterstützen – und das ist Schutz genug.

Wenn ich dir also eines raten kann für deine kreativen Ambitionen: Bringe sie zu anderen Menschen – zu Menschen, denen du vertraust. Lass sie Wirklichkeit werden, dadurch dass sie nicht nur bei dir bleiben.

Dabei solltest du dir natürlich überlegen, wem du dich anvertraust. Nicht alle können mit unfertigen Dingen umgehen, und es gibt Leute, die sowieso alles zerreden. Wenn du dir also Hilfe oder Feedback suchst, dann von Menschen, die wirklich Ahnung haben, denen du vertraust und die wohlwollend sind. Es kann sein, dass du eine Weile suchen musst, um eine solche Person zu finden. Aber es lohnt sich.

Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich es mir nicht schwer machen muss. Ich muss nicht alles in meinem Kopf lösen. Ich kann eine Szene einfach so herunterschreiben, wie ich denke. Und dann eine qualifizierte Person um Feedback bitten. Schreiben darf kollaborativ sein. Kunst darf Zwischenschritte durchlaufen. Perfektion entsteht nicht durch übermäßiges Grübeln. Inspiration wächst durch Input von außen.

Ich werde das weiter üben.

Wenn du auch am Üben bist: Schreib mir und erzähle mir davon! (Abre numa nova janela) Ich freue mich immer, von anderen Projekten zu hören.

Und wenn du mit mir an deiner Seite üben willst: In meinem 1:1 Schreibcoaching-Programm habe ich über den Sommer noch einen Platz frei. Wenn du den Sommer für dein Schreiben nutzen und richtig durchstarten willst – ich bin da. 12 Wochen, 5 Treffen. Nur du, deine Texte und ich.

Alle Details zum Schreibcoaching findest du hier. (Abre numa nova janela)

Für alle, dich sich noch bis Ende Juli bei mir melden, gilt mein 10% Sommerspecial-Rabatt (auch wenn du erst nach dem Sommer starten willst).

Und nun: ab in den Sommer!

Wie immer du es machst – ob du arbeitest, dich kreativ betätigst oder faul in der Hängematte döst: Hab eine gute Zeit. Wir sehen/hören/schreiben uns im September.

Alles Liebe

Miriam

 ❤️

Wer hier schreibt

Hi, ich bin Miriam.

Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Schreibmentorin. Ich schreibe und bringe andere zum Schreiben.

Ich verfasse Kurzgeschichten und Essays und arbeite derzeit an meinem Romandebüt. In diesem Newsletter nehme ich dich mit auf meine kreative Schreibreise, teile meine Ups and Downs und möchte dir damit zeigen, dass Kunst und kreative Arbeit vor allem eines ist: ein Prozess, dem wir vertrauen dürfen.

Dieses Vertrauen kann man lernen. Darum gebe ich mein Wissen und meine Erfahrung in Schreibkursen und Workshops weiter, die dir dabei helfen, das zum Ausdruck zu bringen, was in dir schlummert. Denn alles, was du zum Kreativsein brauchst, trägst du bereits in dir.

Wenn du dir eine intensive Betreuung für dich und deine Texte wünschst, ist ein 1:1 Schreibcoaching vielleicht das Richtige für dich.

Sieh dir dazu hier mein Angebot an. (Abre numa nova janela)

Ich freue mich sehr, dass du auf dieser Reise dabei bist!

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