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Kanarienvogel Frankreich

Monkey Monday #56

Foto: Privat

Im Map Room des Lycée Roosevelt im französischen Reims, genau gegenüber der riesigen Schlachtenkarte des Zweiten Weltkriegs, kapitulierte am 7. Mai 1945 das deutsche Militär gegenüber dem Oberkommando der Alliierten Streitkräfte im Westen. Diese historische Stunde markierte nicht nur das Ende des Krieges, sondern auch die Geburtsstunde des modernen Europa. Es war ebenfalls in Reims, wo 17 Jahre später Konrad Adenauer und Charles de Gaulle die Annäherung Deutschlands und Frankreichs begründeten. Aus den ewigen Rivalen, die sich über drei verheerende Kriege hinweg bis aufs Messer bekämpft hatten, wurden Partner. Ohne die Achse Frankreich-Deutschland hätte es die positive Entwicklung Europas bis zum heutigen Tag nicht gegeben.

Gerade an einem derart historischen Ort wie Reims wird klar, wie fragil dieser Zustand, den wir alle inzwischen für fast selbstverständlich halten, geworden ist. Die Veränderungen in der Welt rütteln an diesen Fundamenten, angefangen beim Aufstieg Chinas, über die aktuelle US-Administration bis hin zur gegenwärtigen Schwäche Europas. Letztere begründet sich in ökonomischen Inkonsistenzen, politischen Verschiebungen und einer weiterhin diffizilen europäischen Zusammenarbeit, bei der am Ende meist doch das nationale Interesse siegt. In diesem Monkey Monday soll beleuchtet werden, wie es um die französische Wirtschaft bestellt ist, warum die politischen Konstellationen für die Präsidentschaftswahl 2027 Schlimmes befürchten lassen und wie der französische Spread an den Bondmärkten zum Kanarienvogel in der Kohlemine werden könnte.

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