(Öffnet in neuem Fenster)Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Öffnet in neuem Fenster).
Diese Woche: Klangabenteuer ohne Partitur, Kunst, Kochen & Konzert in den Kunstwerken, Haltung zeigen gegen Rechts und (m)ein Dankeschön an fast 900 Leser*innen. ✨
Servus,
seit knapp zweieinhalb Jahren erscheint fast Woche für Woche die «Post aus Dachau».
Mit Blick auf Kunst und Kultur, Literatur, Zeitgeschichte, Erinnerungskultur, Geheimtipps und die kritische Begleitung kulturpolitischer Themen.
Was als Idee begann, Kultur in Dachau und die Menschen, von denen sie getragen wird, sichtbarer zu machen, hat sich inzwischen zum beliebtesten Kulturnewsletter der Region entwickelt. Mittlerweile bist Du und 872 weitere, regelmäßige Leser*innen dabei.
Nicht einfach nur ein Veranstaltungskalender. Kein verkürzter Nachrichtenfeed. Und vor allem kein Algorithmus.
Persönlich geschrieben. Von Hand kuratiert. Lokal verankert. Unabhängig.
Besonders freut mich, dass jede Woche neue Subscriber*innen dazukommen. Manchmal zufällig, meist durch ein Gespräch und immer häufiger durch Empfehlung.
Teile diesen Newsletter gerne auch mit weiteren Menschen,
die ihre Stadt genauso lieben wie Du und ich.
Einfach Link weiterleiten.
Vielleicht bist auch Du so hier gelandet.
Dafür möchte ich heute einfach einmal Danke sagen. An alle, die von Anfang an dabei sind. An diejenigen, die erst seit Kurzem mitlesen. Und an alle, die die «Post aus Dachau» weiterempfehlen, teilen oder regelmäßig weiterleiten.
Denn genau davon lebt dieses Projekt.
Danke für Deine Treue. Und falls dir einmal etwas fehlt oder Du Themenwünsche hast, freue ich mich jederzeit über Deine Nachricht an servus@dachau-tour.de (Öffnet in neuem Fenster).
Und diese Woche? Treffen mit Triptych Invitations drei Musiker aufeinander, die sich lieber dem Risiko des Augenblicks als der Sicherheit einer Partitur anvertrauen. Einen Tag später wird derselbe Ort bei KonzertKochenKunst zum Treffpunkt für Kunst, Musik, Kulinarik und Gespräche. Zwei Veranstaltungen, die auf sehr unterschiedliche Weise von Begegnung leben.
Begegnung ist auch das Stichwort für einen Termin, der über Kunst und Kultur hinausweist. Nach den jüngsten Aktivitäten rechtsextremer Gruppen in Dachau ruft die Initiative „Dachau zeigt Haltung“ kommenden Dienstag zu einer gemeinsamen Fotoaktion auf. Das Ziel ist denkbar einfach: sichtbar machen, dass mehr Menschen für Respekt, Vielfalt und ein gutes Miteinander eintreten und deutlich mehr sind als diejenigen, die spalten wollen.

Wer also ein deutliches Zeichen setzen möchte:
Dienstag, 14. Juli, 17 Uhr am Ernst-Reuter-Platz.
Schön, dass Du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.
#Triptychon
Klang ohne Geländer.
Ein Konzert ohne Programmfolge, ohne festgelegte Partitur, ohne die Sicherheit eines vorab definierten Ergebnisses.
Mit Triptych Invitations #11.1 setzt Udo Schindler seine in den vergangenen Jahren gewachsene Reihe musikalischer Begegnungen in den Kunstwerken Dachau fort. Diesmal trifft er auf den Zürcher Pianisten und Komponisten Yves Theiler, der erstmals Teil der Reihe ist.

Ergänzt wird die Konstellation durch die Münchner Flötistin und Klangkünstlerin Karina Erhard. Die drei verbindet, dass ihre Musik hier nicht durch Reproduktion entsteht, sondern während des gemeinsamen Auftritts.

Improvisation ist dabei nicht bloß künstlerische Methode, sondern eine Form des Zuhörens. Jede Klangentscheidung reagiert auf das, was zuvor geschehen ist. Die Musiker treten nicht mit fertigen Antworten auf die Bühne, sondern mit der Bereitschaft, gemeinsam unbekanntes Terrain zu betreten.
Gerade Udo Schindler steht seit Jahrzehnten für diese Form der Klangforschung. Der Münchner Musiker bewegt sich zwischen Improvisationsmusik, Neuer Musik, Avantgarde-Jazz und performativen Raumkonzepten. Seine Arbeit führt ihn regelmäßig auf internationale Festivals, in experimentelle Konzertformate und an Orte, an denen Klang nicht nur gehört, sondern räumlich erfahren wird. Bemerkenswert ist dabei, wie selbstverständlich er unterschiedliche Disziplinen zusammenführt: Als Architekt denkt er Räume, als Musiker macht er sie hörbar.
Mit Yves Theiler kommt ein Künstler nach Dachau, der in der europäischen Jazz- und Improvisationsszene längst eine eigene Stimme entwickelt hat. Der Zürcher Pianist bewegt sich souverän zwischen Komposition und freier Gestaltung, zwischen lyrischer Konzentration und offener Form. Seine Projekte führen von Jazzclubs über internationale Festivals bis hin zu ungewöhnlichen Auseinandersetzungen mit Wagner oder Musik der Reformationszeit. Kritiker bescheinigen ihm eine eigenständige Klangsprache, die sich bewusst jenseits pianistischen Mainstreams bewegt.
Hinzu kommt mit Karina Erhard eine Musikerin, die klassische Ausbildung, zeitgenössische Musik, Elektronik und Sound-Art verbindet. Ihre Projekte reichen von Kompositionen für erweiterte Flötentechniken bis zu interdisziplinären Arbeiten mit Klangobjekten und elektronischen Erweiterungen. Auch sie versteht ihr Instrument weniger als festgelegtes Werkzeug denn als Ausgangspunkt für Entdeckungen.
Interessant ist dabei weniger die Frage, welche Stilrichtungen aufeinandertreffen. Spannender erscheint, was passiert, wenn drei Musiker mit ausgeprägten künstlerischen Handschriften bewusst auf Kontrolle verzichten. Schindler spricht von „Instant Composing“, also dem Komponieren in Echtzeit. Die angekündigten drei Performances sollen sich aus Raum, Publikum und gegenseitiger Reaktion entwickeln. Jeder Klang wird zugleich Ausgangspunkt für den nächsten.
In einer Zeit, in der Algorithmen Vorlieben vorhersagen und Kulturangebote oft auf Wiedererkennbarkeit setzen, besitzt eine solche Form des Musizierens fast schon etwas Widerständiges. Nichts ist optimiert, nichts wiederholbar, nichts vollständig planbar. Was entsteht, gibt es nur an diesem Abend und in genau dieser Besetzung.
Oder anders gesagt: Wer wissen möchte, wie sich musikalische Freiheit anhört, findet hier eine besondere Gelegenheit.
Triptych Invitations #11.1
📍 Kunstwerke Dachau, Thomas-Schwarz-Str. 22
🗓 Freitag, 10. Juli 2026, 20 Uhr
🎟 25 € / 20 €
(Öffnet in neuem Fenster)Keine Bezahlschranke. Versprochen.
Vielleicht hast Du gerade kurz gestutzt – völlig verständlich.
Aber keine Sorge: Die «Post aus Dachau» ist und bleibt kostenlos.
Ein unabhängiger Kultur‑Newsletter, frei zugänglich für alle.
Und genau das soll auch so bleiben.
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Danke Dir !
#Sommerküche
Kultur zum Teilen.
KonzertKochenKunst in den Kunstwerken Dachau verbindet, was im Alltag oft getrennt wahrgenommen wird: Bildende Kunst, Musik, Essen und Begegnung. Kein Festival, keine Vernissage, kein klassisches Konzertabendprogramm – vielmehr ein Sommerabend, der unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen ganz beiläufig zusammenführt.

Schon die Speisekarte entzieht sich dem Gewöhnlichen. Zwischen „Kemüsekury“, „Kughlhupf“, „Kometensalat“, „Kohlrabi-Kardaccio“ und „Koole Getränke“ wird schnell klar, dass hier nicht nur gekocht, sondern auch gespielt wird – mit Sprache, Erwartungen und vielleicht auch mit der Frage, warum Kultur oft so ernst daherkommen muss.
Dass hinter diesem Format ausgerechnet Christian Salvermoser steht, überrascht wenig. Kaum jemand hat die Dachauer Kulturszene in den vergangenen Jahrzehnten so nachhaltig geprägt wie der Gründer des legendären Café Gramsci, Mitinitiator des Freiluftkinos Cinema Paradiso und langjährige Mitgestalter zahlreicher kultureller Projekte. Seine Veranstaltungen lebten nie allein vom Programm, sondern immer auch von der Idee des Zusammenkommens.
Diese Haltung passt bemerkenswert gut zu den Kunstwerken Dachau. Seit ihrer Gründung haben sie sich weniger als klassischer Ausstellungsort verstanden denn als sozialer Raum, in dem Kunst, Austausch und neue Perspektiven aufeinandertreffen. Zwischen Ateliers, Veranstaltungsflächen und dem von Richard Wurm gestalteten Park ist ein Ort entstanden, der kulturelle Begegnungen nicht organisiert, sondern ermöglicht.
Natürlich spielt auch die Kunst selbst eine zentrale Rolle.
Mit Nina Annabelle Märkl und Richard Wurm treffen zwei Dachauer Künstlerpersönlichkeiten aufeinander, die kaum unterschiedlicher arbeiten und gerade deshalb interessante Blickrichtungen eröffnen.
Märkl, in Dachau geboren, Mitglied der Künstlervereinigung Dachau und heute weit über die Region hinaus präsent, untersucht seit Jahren die Übergänge zwischen Zeichnung, Skulptur und Raum. Ihre Arbeiten lösen Linien aus der Fläche heraus, lassen Schatten zu Mitspielern werden und verändern sich mit Licht, Perspektive und Bewegung. Internationale Ausstellungen von New York bis Zagreb zeigen, dass ihre Fragestellungen längst über lokale Zusammenhänge hinausreichen.
Richard Wurm wiederum hat die Kunstwerke Dachau nicht nur begründet, sondern den Ort wesentlich geprägt. Der ehemalige Bauingenieur widmet sich seit einigen Jahren vollständig der Kunst und entwickelte mit dem sogenannten „Crumbismus“ eine eigene, unverwechselbare Arbeitsweise. Seine großformatigen Werke bewegen sich zwischen Materialexperiment, Farbe und Struktur und bilden heute das Herzstück vieler Ausstellungen auf dem Gelände.
Wenn am Abend dann „Lieder an einem Sommerabend“ erklingen, fügt sich ein weiterer Baustein hinzu.
Dr. Peppermoser & Friends mit Bäda Salvermoser, Stefan Gasteiger, Bum-Bum-Box und angekündigten Überraschungsgästen geht es um handgemachte Musik, um bekannte Melodien, spontane Begegnungen und jene besondere Atmosphäre, die entsteht, wenn Menschen gemeinsam einen Abend gestalten.
KonzertKochenKunst setzt auf Entschleunigung. Man schaut Kunst an, kommt ins Gespräch, hört Musik, isst miteinander und bleibt vielleicht länger als geplant.
Nicht weil man muss. Sondern weil es sich einfach so ergibt.
KonzertKochenKunst
📍 Kunstwerke Dachau, Thomas-Schwarz-Str. 22
🗓 Samstag, 11. Juli 2026, ab 19 Uhr
🎨 Mit Nina Annabelle Märkl, Richard Wurm und Christian Salvermoser
🎶 „Lieder an einem Sommerabend“ mit Dr. Peppermoser & Friends, Bäda Salvermoser, Stefan Gasteiger, Bum-Bum-Box & Überraschungsgästen
🍴 Kulinarische Überraschungen inklusive.
#mehrKultur
Manchmal schafft es ein Kulturtipp nicht in die «Post aus Dachau».
Nicht weil er nicht spannend wäre. Sondern weil dieser Newsletter bewusst kuratiert ist. Handverlesen statt vollständig. Mit Themen, die ich jede Woche sorgfältig auswähle und zusammenstelle.
Wenn Du darüber hinaus noch mehr Kultur aus Dachau, München und der Region entdecken möchtest, empfehle ich Dir mein Mastodon-Profil „Post aus Dachau – Kulturnews“.
Dort teile ich zwischen den Newsletter-Ausgaben weitere Veranstaltungstipps, Hinweise, Fundstücke und Kulturtermine, die hier keinen Platz mehr finden.
So erfährst Du diese Woche unter anderem,
🎶 bei welchem Open-Air-Festival Dich von Pop über Jazz bis Klassik ein vielfältiges Musikprogramm unter freiem Himmel erwartet,
🎨 und bei welcher Veranstaltung rund 50 Künstler*innen ihre Ateliers öffnen und Einblicke geben, die man sonst kaum bekommt.
Die ideale Ergänzung zur wöchentlichen «Post aus Dachau» – damit Du auch zwischen den Ausgaben nichts verpasst.
Und ganz nebenbei ein Beweis, dass digitale Souveränität auch bei Social Media funktionieren kann: ohne Algorithmus, ohne Reichweiten-Tricks, ohne Hass und Hetze.
Mehr Kultur. Mehr Austausch. Mehr Entdeckungen.
Meine offenen Touren

(Bild KI-generiert)
In eigener Sache: meine offenen Termine für Stadt- und Themenführungen in Dachau und München sowie Rundgänge an der KZ-Gedenkstätte Dachau findest Du hier:
#meins
Meine Website: https://stadtfuehrung-mit-matthias.de (Öffnet in neuem Fenster)
Meine offenen Termine:
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(Öffnet in neuem Fenster)Willst Du auch?
Wie hat Dir mein Newsletter gefallen? Gibt es Themen, über die Du gerne hier lesen möchtest? Dann schreib mir einfach an: servus@dachau-tour.de (Öffnet in neuem Fenster)
Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 16. Juli 2026 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋
Freundliche Grüße aus dem ❤️ von Dachau,
Dein Matthias
Matthias Schüßler
Gäste-, Stadt- und Themenführungen in Dachau und München
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und Vorstandsmitglied des Dachauer Gästeführer e.V.
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Schön, dass Du dabei bist!
© 2024-2026 Matthias Schüßler
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