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Iran im Widerstand

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Das sind mal bessere Nachrichten: Die Inflation ist zum ersten Mal seit Langem wieder deutlich gesunken, auf 2,0 Prozent im Jänner. Mehr dazu im Meldungsbereich. Dort ist auch der Widerstand gegen die Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), Lateinstunden zugunsten von KI-Unterricht zu kürzen, ein Thema.

Aus meinem Lateinunterricht ist mir vor allem eine Professorin geblieben – und das aus den falschen Gründen. Sie sprach im Unterricht auffallend offen über die Nazis und Konzentrationslager, teilweise in einer Weise, die den Holocaust verharmloste. Damals war ich zu jung, um einzuordnen, was da gesagt wurde, geschweige denn zu widersprechen.

Heute ärgere ich mich darüber. Rückblickend hätte ich meine Zeit lieber mit etwas Sinnvollerem verbracht – etwa mit KI.

Heute geht es um die gesunkene Inflationsrate, die Debatte um den Lateinunterricht und den Tod eines Häftlings in Hirtenberg.

Inflation fällt im Jänner überraschend deutlich

Die Inflation ist in Österreich im Jänner spürbar gesunken. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria (Öffnet in neuem Fenster) fiel die Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 2,0 Prozent – ein Rückgang um 0,7 Prozentpunkte. Ausschlaggebend waren vor allem sinkende Energiepreise: Strom, Gas, Heizöl und Treibstoffe drückten die Inflationsrate merklich.

Ein wesentlicher Faktor ist das Auslaufen des sogenannten Basiseffekts rund um frühere Energiepreisbremsen und Förderungen. Auch gesenkte Abgaben und Förderbeiträge wirkten preisdämpfend. Industriegüter verteuerten sich nur leicht, Dienstleistungen blieben zwar Preistreiber, ihr Einfluss nahm aber ab.

Die Inflation war nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 auf über elf Prozent gestiegen, sank seither jedoch schrittweise. Der Wegfall staatlicher Hilfen hatte Anfang 2025 noch einmal einen Preisschub ausgelöst.

Die Regierung sieht sich nun bestätigt und spricht von einer „gebrochenen Teuerungskrise“. Das Institut für Höhere Studien senkte seine Inflationsprognose für 2026 auf 2,2 Prozent – warnt aber vor Risiken durch geopolitische Spannungen und mögliche statistische Effekte.

Toter Häftling in Hirtenberg: Ministerin räumt Versäumnisse ein

Nach dem Tod eines Häftlings in der Justizanstalt Hirtenberg gerät der Strafvollzug massiv unter Druck. Ein Justizwachebeamter wurde suspendiert, gegen weitere wird ermittelt. Justizministerin Anna Sporrer hat eine externe Untersuchungskommission eingesetzt.

In der ZIB 2 (Öffnet in neuem Fenster) sprach Sporrer der Familie ihr Beileid aus und nannte den Todesfall in staatlicher Obhut „einen der schlimmsten denkbaren Fälle“. Zugleich räumte sie „Fehler in der Kommunikation“ ein: Die Eltern waren zunächst über einen angeblichen Herzinfarkt informiert worden, erst später wurden die Umstände bekannt. Dass danach kein weiteres Gespräch geführt wurde, bezeichnete sie als Fehler, für den sie sich entschuldigte. Einen persönlichen Kontakt zur Familie gab es bislang nicht.

Sporrer kritisierte auch Versäumnisse im Vollzug: Der Häftling hätte nicht in die betreffende Zelle verlegt werden dürfen, zudem seien Empfehlungen zur Entfernung von Betonbetten nicht umgesetzt worden. Verantwortlich sei die Anstalt. Wer suspendiert wurde, wollte sie mit Blick auf laufende Verfahren nicht nennen, sprach aber von einer Person mit Führungsverantwortung.

Die eingesetzte Expertenkommission soll bis Ende Juni Reformvorschläge vorlegen – insbesondere zum Umgang mit psychisch belasteten Insassen. Als Sofortmaßnahme kündigte Sporrer höhere Honorare für psychiatrisches Personal und eine eigene Akutstation im Normalvollzug an.

Zur Überbelegung der Gefängnisse verwies die Ministerin auf Bevölkerungswachstum, höhere Strafrahmen und Versäumnisse früherer Regierungen. Neue Haftanstalten seien geplant. Bei Alternativen zur Haft zeigte sie sich zurückhaltend, verwies aber auf die ausgeweitete Möglichkeit elektronischer Fußfesseln.

Prominenter Protest gegen Kürzungen im Lateinunterricht

Der Widerstand gegen die Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), Lateinstunden zugunsten von KI-Unterricht zu kürzen, wächst. Nach der ÖVP-nahen Lehrervertretung melden sich nun auch prominente Stimmen aus Kultur und Wissenschaft zu Wort.

In einer von Elfriede Jelinek unterstützten Petition (Öffnet in neuem Fenster) warnen die Unterzeichner*innen vor einem „Angriff auf die geistige Substanz“ des Bildungssystems. Unter ihnen: Peter Handke, Anton Zeilinger und Alt-Bundespräsident Heinz Fischer. Wer Latein marginalisiere, schwäche Fähigkeiten wie präzises Denken, Sprachbewusstsein und historische Urteilskraft – Kompetenzen, die im KI-Zeitalter umso wichtiger seien.

Die geplante Reduktion der Lateinstunden von zwölf auf acht in der AHS-Oberstufe sei „pädagogisch unhaltbar“, heißt es im Aufruf. Weniger Latein bedeute weniger Denkfähigkeit – und mache KI zur „Black Box“.

Wiederkehr verweist dagegen auf eine Befragung von 45.000 Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften, die aus seiner Sicht Rückhalt für die Reform signalisiert.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

ICE mit „Schallkanonen“

In der vergangenen Woche wurden bei Protesten gegen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minnesota Fahrzeuge mit rechteckigen Aufbauten gesichtet – teils Militär-Humvees, teils zivile Fahrzeuge. Diese Aufbauten sind typisch für Long Range Acoustic Devices (LRAD). Heise erklärt, wie diese „Schallkanonen“ funktionieren.

https://www.heise.de/hintergrund/Schallgeraete-bei-Demonstrationen-Wie-LRAD-Systeme-funktionieren-11163116.html (Öffnet in neuem Fenster)

So haben fünf Lehrkräfte das Leben ihrer Schüler*innen verändert

Da ist zum Beispiel Johannes, der dank einer Pizza seinen Schulabschluss geschafft hat. Oder Eva, die ihrer Lehrerin das Leben zu verdanken hat.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6226-so-haben-funf-lehrkrafte-das-leben-ihrer-schuler-innen-verandert#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Iran im Widerstand

Der Journalist Kajin Azadi reiste Anfang Januar in den Iran und kam mit exklusiven Bildern zurück. Sein Reisetagebuch bei ARTE  ist eine Chronik aus dem Herzen der Revolte von Teheran bis in den Norden des Landes.

https://www.arte.tv/de/videos/124239-043-A/arte-reportage/ (Öffnet in neuem Fenster)

Wünscht einen guten Mittwoch:

Markus

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