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Wie Hassnetzwerke gezielt Debatten auf Instagram beeinflussen

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Herrschaftszeiten! Früher hätte man eine solche Meldung als abwegig abgetan. Unter US-Präsident Donald Trump wirkt sie plötzlich plausibel.

In den USA steigen die Spritpreise beinahe täglich, Trumps umstrittener Krieg gegen den Iran kostet weiter Rückhalt. Der Druck wächst – und mit ihm die Widersprüche. Laut Spiegel (Öffnet in neuem Fenster)erwägt der Präsident sogar, ausgerechnet dem Kriegsgegner Iran beim Öl entgegenzukommen und Sanktionen zu lockern.

Außerdem geht es heute im Newsletter darum, wie Victor Orbán weiter Ukraine-Hilfen blockiert und den Fall Collien Fernandes.

Angriffe auf Energieanlagen: Konflikt treibt Ölpreise und Nervosität

Die US-Regierung erwägt einem Bericht des US-Onlineportals Axios (Öffnet in neuem Fenster) zufolge, die für den Ölexport wichtige iranische Insel Charg zu blockieren oder zu besetzen. So soll Druck auf die Führung in Teheran ausgeübt werden, damit sie die für die Schifffahrt und vor allem Ölexporte der Golfstaaten wichtige Straße von Hormus wieder öffnet.

Der Iran hat seine Angriffe auf Energieanlagen in der Region ausgeweitet und damit die Sorge vor einer weltweiten Versorgungskrise verschärft. Am Freitag trafen Drohnen eine Raffinerie in Kuwait, bereits der zweite Angriff binnen Tagen. Zugleich meldeten auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate Attacken. Teheran reagiert damit auf israelische Luftschläge, darunter ein Angriff auf das für den Iran zentrale Gasfeld South Pars. Israel griff seinerseits erneut Ziele in Teheran an.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor versucht, eine weitere Eskalation zu bremsen und Israel von weiteren Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur abzuhalten. Besonders schwer wiegen die Schäden in Katar: Nach einem Angriff auf die Gasanlage Ras Laffan könnten bis zu 17 Prozent der Produktionskapazität langfristig ausfallen. Lieferengpässe, auch für Europa, sind wahrscheinlich.

Der Konflikt trifft damit einen neuralgischen Punkt der Weltwirtschaft. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, Energiepreise reagieren empfindlich. Der Iran zeigt, dass er globale Märkte unter Druck setzen kann – mit politischen Folgen auch für die USA.

Die Internationale Energieagentur mahnt bereits zu Sparmaßnahmen: mehr Homeoffice, Tempolimits, weniger Flugverkehr. Drei Wochen nach Kriegsbeginn ist ein Ende nicht in Sicht – die wirtschaftlichen Folgen sind längst global spürbar.

Orbán blockiert weiter Ukraine-Hilfen

Die Mehrheit der Staats- und Regierungschefs in der EU will der Ukraine mit einem Kredit unter die Arme greifen – die Hilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro wurden schon im Dezember beschlossen. Das Geld soll den dringendsten Bedarf des angegriffenen Landes bis 2027 decken. Das Problem: Weil es um den EU-Haushalt geht, hat Ungarn ein Vetorecht, und der rechtspopulistische Regierungschef Viktor Orbán blockiert das Vorhaben. Auch beim EU-Gipfel in Brüssel gab er diese Woche nicht nach. Der slowakische Premier Robert Fico stellt sich laut Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster) ebenfalls quer.

Im Zentrum des Streits steht die Druschba-Pipeline, über die normalerweise russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei fließt. Die ukrainische Regierung sagt, die Leitung sei nach russischen Luftangriffen derzeit nicht nutzbar – Reparaturen würden noch dauern. Orbán hält dagegen und wirft Kiew vor, die Wiederaufnahme zu verhindern. Die übrigen Staaten überlegen nun, wie sie den Kredit auf anderen Wegen organisieren könnten, berichtet ntv (Öffnet in neuem Fenster). Orbán steht innenpolitisch unter Druck: Am 12. April wird in Ungarn gewählt, und seine Partei liefert sich ein enges Rennen mit der seines Herausforderers Péter Magyar. Vor diesem Hintergrund mischt sich nun offenbar auch der Kreml in den Wahlkampf ein, berichtet die Deutsche Welle (Öffnet in neuem Fenster). (Luzia Geier)

Digitale sexualisierte Gewalt: Collien Fernandes zeigt Ex-Ehemann Christian Ulmen an

Nach Gewaltvorwürfen gegen den Musiker Christopher Seiler sieht sich die betroffene Frau mit Skepsis und Anfeindungen im Netz konfrontiert, so der ORF (Öffnet in neuem Fenster). Fachleute werten diese Reaktionen als bekanntes Muster: Betroffene würden häufig infrage gestellt, während sich die Debatte rasch auf ihre Glaubwürdigkeit verlagere, statt auf die Vorwürfe selbst. Dieses Muster passt auch in einem anderen Fall, der gestern öffentlich wurde. 

Die Moderatorin Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen: Über Jahre hinweg soll er sie digital missbraucht und unter ihrer Identität mit Männern kommuniziert haben. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel (Öffnet in neuem Fenster)berichtet über entsprechende Recherchen. Fernandes zufolge wurden über mehr als ein Jahrzehnt Fake-Profile in ihrem Namen betrieben. Diese kontaktierten gezielt Männer aus ihrem beruflichen Umfeld, verschickten manipuliertes Bild- und Videomaterial und vereinbarten sexuelle Begegnungen – teils unter Einsatz KI-generierter Stimmen. In drastischen Darstellungen sei sexualisierte Gewalt gegen sie geschildert worden.

Erst durch Ermittlungen gegen Unbekannt sei der mutmaßliche Täter identifiziert worden. Fernandes erklärt, Ulmen habe die Taten eingeräumt. Sie spricht von „virtueller Vergewaltigung“ und hat Anzeige erstattet. Laut Bericht laufen Vorermittlungen; ob es zu einer Anklage kommt, ist offen. Ulmen äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.  Ulmens Anwalt sagt, es handle sich um eine „rechtswidrige“ und „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Auch würden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet.

Fernandes hatte den jahrelangen Missbrauch zunächst für das Werk anonymer Internet-Trolle gehalten. Hinweise aus ihrem Umfeld brachten schließlich Bewegung in den Fall. Die beiden hatten ihre Trennung nach 14 Ehejahren im Jahr 2025 öffentlich gemacht. 

Der Spiegel erklärt hier (Öffnet in neuem Fenster), wie der Fall recherchiert und geprüft wurde.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Bots gegen den ORF

Ein Netzwerk automatisierter Accounts hat über Jahre hinweg gezielt Debatten auf Instagram beeinflusst. Eine Analyse des ORF (Öffnet in neuem Fenster) von Millionen Kommentaren zeigt: Die sogenannten Bots agieren hochkoordiniert, posten synchron und streuen systematisch Hass – darunter auch antisemitische Inhalte. 

Besonders aktiv sind die Accounts unter reichweitenstarken Beiträgen wie jenen der „Zeit im Bild“. Dort erreichen sie ein großes Publikum und verstärken gezielt bestimmte Narrative. Fachleute sehen dahinter professionelle Strukturen, die international operieren und Inhalte je nach Auftrag verbreiten – von Hetze bis zu gekaufter Zustimmung.

Spuren führen zu kommerziellen Anbietern, die Interaktionen gegen Bezahlung anbieten. Ermittler sprechen von einem Geschäftsmodell: Desinformation und Manipulation als Dienstleistung. Die Verantwortlichen bleiben meist im Hintergrund – und sind strafrechtlich schwer zu fassen.

https://orf.at/stories/3423979/ (Öffnet in neuem Fenster)

Natur ist gut für die Seele

Aber warum fürchten sich so viele davor?

https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6315-natur-ist-gut-fur-die-seele#lesen (Öffnet in neuem Fenster)

Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan

Die Verantwortung des Vatikans für sexuellen Missbrauch ist deutlich größer als bekannt. Dies zeigen geheime Dokumente einer weltweiten Recherche von CORRECTIV. Eine besondere Rolle spielte Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. Aufgrund der neuen Erkenntnisse fordern Experte*innen Zugang zu den geheimen Archiven des Vatikans.

https://correctiv.org/aktuelles/akten-des-missbrauchs/2026/03/19/akten-des-missbrauchs-3/ (Öffnet in neuem Fenster)

In wenigen Stunden, um 15:46, beginnt der Frühling:

Markus

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