Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Zum Jahresauftakt erst einmal dies: 2026 soll toll für Dich werden.
2025 war auch ein Jahr der Fortschritte. Bei allen Krisen, Kriegen und Zumutungen ist manches besser geworden – leiser, weniger spektakulär, aber messbar.
Die Sterblichkeit nach Herzinfarkten ist in den USA in fünf Jahrzehnten um 90 Prozent gesunken – dank besserer Vorsorge und moderner Medizin. Helsinki meldet seit Mitte 2024 keinen tödlichen Verkehrsunfall mehr, Tempo-30-Zonen und fußgängerfreundliche Stadtplanung zeigen Wirkung. In Spanien ist die Zahl der Femizide in 20 Jahren um ein Drittel zurückgegangen, auch wegen strengerer Gesetze und größerer gesellschaftlicher Aufmerksamkeit.
Weltweit nimmt der Analphabetismus weiter ab: 2023 konnten laut Weltbank nur noch 12,6 Prozent der über 14-Jährigen nicht lesen und schreiben – so wenige wie nie zuvor. Brasilien wiederum steht kurz davor, die Übertragung von HIV von Müttern auf Kinder praktisch zu beenden, ermöglicht durch frühe Tests und kostenlose Behandlung.
Auch juristisch gab es Fortschritte. Der Europäische Gerichtshof stellte klar, dass in einem EU-Land geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen unionsweit anerkannt werden müssen. Und Irland macht ein kulturpolitisches Experiment zur Dauerlösung: Ab 2026 erhalten Künstlerinnen und Künstler dort dauerhaft ein staatliches Grundeinkommen.
Das war eine unvollständige Aufzählung - es geht voran.
Nicht gut sind allerdings die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt (Öffnet in neuem Fenster). Die Arbeitslosenzahl in Österreich ist Ende 2025 weiter gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember laut einer Presseaussendung des Arbeitsministeriums von heute bei 8,4 Prozent.

Außerdem geht es heute um den Brand in Crans-Montana, die Proteste im Iran und Geheimdienste.

Tödlicher Brand in Crans-Montana: Viele Fragen offen
Nach dem verheerenden Brand in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana mit rund 40 Toten und mehr als 100 Verletzten rücken mögliche Ursachen in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Vieles deutet auf eine rasch eskalierende Brandentwicklung in einem engen, offenbar schwer zugänglichen Raum hin.
Bestätigt ist, dass es in der Silvesternacht zu einem sogenannten Flashover kam – einem explosionsartigen Flächenbrand, der sich binnen Sekunden ausbreitet. Augenzeugen berichteten von Explosionsgeräuschen und dichtem Rauch. Als möglicher Auslöser gelten Wunderkerzen auf Champagnerflaschen, die eine Holzdecke in Brand gesetzt haben könnten. Offiziell bestätigt ist diese Darstellung bislang nicht.
Unklar bleibt auch, ob die Bar über ausreichend dimensionierte Notausgänge verfügte und wie viele Menschen sich tatsächlich in den Räumen aufhielten. Medien berichten von engen Zugängen und fehlenden Fluchtwegen, die Behörden verweisen auf laufende Untersuchungen. Fest steht: Um 1.30 Uhr wurde Rauch bemerkt, kurz darauf ging der Notruf ein.
Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich schwierig, da es keine Gästeliste gibt und viele der überwiegend jungen Todesopfer nur per DNA identifiziert werden können. Ermittler betonen, es handle sich um einen Unfall, nicht um ein Attentat. Doch ob bauliche Mängel, Überbelegung oder riskante Partypraktiken zur Katastrophe beitrugen, ist weiter offen.

Protestwelle im Iran verschärft sich
Im Iran halten die Proteste gegen die autoritäre Führung und die Wirtschaftskrise an. Bereits den fünften Tag in Folge gingen Menschen in mehreren Provinzen auf die Straße. Während Sicherheitskräfte in den Metropolen massiv Präsenz zeigten, gingen sie vor allem in ländlichen Regionen mit großer Härte vor, schreibt der ORF (Öffnet in neuem Fenster).
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und staatlichen Medien kamen mehrere Menschen ums Leben. In Lordegan wurden demnach mindestens zwei Demonstranten getötet. In der westlichen Provinz Lorestan meldeten Behörden weitere Todesopfer bei gewaltsamen Zusammenstößen, darunter nach offizieller Darstellung auch bei einem Angriff auf eine Polizeistation – Angaben, die sich bislang nicht unabhängig überprüfen lassen.
Staatliche Stellen und Aktivisten widersprechen sich zudem über den Tod eines 21-Jährigen: Während der Rundfunk ihn als Mitglied einer paramilitärischen Einheit bezeichnete, spricht die Menschenrechtsgruppe Hengaw von einem unbewaffneten Zivilisten, der von Sicherheitskräften erschossen worden sei.
Auch aus anderen Landesteilen wurden schwere Ausschreitungen gemeldet. In Marwdascht etwa gingen paramilitärische Einheiten mit gepanzerten Fahrzeugen gegen Demonstrierende vor. Wie viele Menschen sich insgesamt beteiligen, ist unklar.
Auslöser der Proteste war der Einbruch der Devisenkurse am vergangenen Wochenende. Inzwischen speist sich der Unmut aus jahrelanger wirtschaftlicher Not, Perspektivlosigkeit und politischer Repression.
Präsident Massud Peseschkian räumte Fehler seiner Regierung ein und kündigte Reformen an. Staat und Banken trügen Mitverantwortung für die hohe Inflation, sagte er ungewöhnlich offen – und warnte zugleich vor weiterer Spaltung des Landes.
US-Präsident Donald Trump hat den Aufbegehrenden Unterstützung zugesagt: Sollte das Regime friedliche Demonstranten töten, würde ihnen sein Land zu Hilfe kommen, meldet der Spiegel (Öffnet in neuem Fenster).

Ukrainischer Geheimdienst täuscht Tod von Neonazi-Milizenführer vor
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat offenbar den Tod des russischen Neonazis Denis Kapustin inszeniert. Kapustin, Chef des russischen Freiwilligenkorps RDK, kämpft an der Seite der Ukraine gegen russische Truppen. Ende Dezember war er für tot erklärt worden – nun präsentierte Geheimdienstchef Kyrylo Budanow den Mann lebend in einem Video.
Laut HUR sollte die Aktion helfen, ein geplantes Attentat auf Kapustin aufzudecken; ein von Moskau ausgesetztes Kopfgeld sei sichergestellt worden. Unabhängige Bestätigungen fehlen. Kapustins Einheit hatte zuvor seinen angeblichen Tod durch einen Drohnenangriff gemeldet. Es wäre nicht das erste Mal: Bereits 2018 täuschte Kyjiw den Tod des Journalisten Arkadi Babtschenko vor, um mutmaßliche Attentäter zu entlarven.
Derweil hat Russland hat den USA nach eigenen Angaben entschlüsselte Navigationsdaten einer ukrainischen Drohne übergeben, die einen Angriff auf eine Putin-Residenz belegen sollen. Die CIA sieht bislang keine Hinweise auf einen solchen Angriff. Kyjiw weist die Vorwürfe als Propaganda zurück und spricht von einem Vorwand für russische Eskalation.
Der Fall belastet erneut die ohnehin fragilen Gespräche über ein mögliches Kriegsende.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

BVT-Razzia war „Überraschungsangriff seitens der FPÖ“
Das Profil hat mit dem ehemaligen Chef des Verfassungsschutzes, Peter Gridling, geredet. Herausgekommen ist diese Podcast-Folge über die FPÖ und Egisoto Ott.

Der Vitamin-C-Hype stammt aus der Nazizeit
Die Pillen helfen noch nicht mal bei Erkältungen.
https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6162-der-vitamin-c-hype-stammt-aus-der-nazizeit#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
Feminismus von Rechts?
Unter feministischem Deckmantel: Wie die identitäre Frauengruppe Lukreta Frauenrechte für völkische Agenda und rechte Mobilisierung nutzt. Eine Recherche der taz:
https://taz.de/Rechtsextremistische-Frauen/!6139926/ (Öffnet in neuem Fenster)Die FPÖ hat gestern angekündigt, in den kommenden Wochen ein eigenes Webradio zu starten. Darauf bin ich nicht gespannt:
Markus