Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!
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Hallo!
Dem deutschen Bundeskriminalamt sind Mitgliederlisten des sogenannten „Islamischen Staats“ in die Hände gefallen. Auf dieser Grundlage haben der “Der Spiegel” und weitere Medien heute umfangreiche Recherchen veröffentlicht: Datensätze, die über Jahre gesichert und ausgewertet wurden – ein Blick in das Innenleben einer Terrormiliz, die sich einst als Staat inszenierte. Mehr dazu im Newsletter.
Vor einigen Jahren wurden mir interne Registrierungsbögen zugespielt, die diese Bürokratie greifbar machten. Die Dokumente zeigen, wie akribisch die Organisation ihre ausländischen Kämpfer erfasste. Wer ankam, wurde registriert. Herkunft, frühere Berufe, persönliche Daten – alles wurde notiert. Auch Männer aus Österreich tauchen in den Listen auf.
Es sind nüchterne Formulare, die in ihrer Sachlichkeit verstören. Neuankömmlinge mussten angeben, ob sie bereits Kampferfahrung haben. Ob sie bereit wären, als Selbstmordattentäter zu sterben und wer im Fall ihres Todes informiert werden soll. Oben rechts auf jedem Blatt prangte das schwarze Banner des Islamischer Staat.
Eine weitere Frage wirkt im Rückblick fast surreal: ob man religiös sei. Viele der erfassten Personen aus Österreich kreuzten hier „nein“ an.

So sieht eines dieser Formulare aus. Ich habe einige Daten des Mannes aus Wien gelöscht, der nach meinen Informationen 2015 im Kalifat getötet wurde.
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Außerdem geht es heute um die Waffenruhe zwischen den USA, Iran und Israel, ein Jugendzentrum und 40 Jahre Tschernobyl

Trump verlängert Waffenruhe
Eigentlich sollte die Waffenruhe zwischen den USA, Iran und Israel in der Nacht zu Mittwoch auslaufen. Jetzt hat Donald Trump sie kurzfristig verlängert – und zwar auf unbestimmte Zeit. Die Begründung: Teheran solle mehr Zeit bekommen, einen „einheitlichen Vorschlag“ vorzulegen und die Gespräche abzuschließen, nachzulesen bei Zeit Online (Öffnet in neuem Fenster), dem RND (Öffnet in neuem Fenster) oder der Deutschen Welle (Öffnet in neuem Fenster). Der Schritt kam offenbar auf Druck aus Pakistan zustande. Premierminister Shehbaz Sharif hatte zuvor für mehr Zeit für Diplomatie geworben und beide Seiten zur Einhaltung der Waffenruhe aufgerufen.
Das Problem: Viel spricht nicht dafür, dass diese Gespräche schnell vorankommen. Noch kurz zuvor hatte die iranische Seite erklärt, weitere Verhandlungen seien unter den aktuellen Bedingungen „reine Zeitverschwendung“ – unter anderem wegen der fortgesetzten US-Seeblockade. Die geplante Reise von US-Vizepräsident JD Vance nach Islamabad wurde daraufhin gestern kurzfristig abgesagt.
Entsprechend nervös bleiben die Märkte: Der Ölpreis ist trotz Waffenruhe zuletzt wieder deutlich gestiegen und lag zeitweise bei rund 100 Dollar pro Barrel – das entspricht grob 60 Cent pro Liter Rohöl, bevor Steuern und Verarbeitung dazukommen, etwa ein Viertel mehr als vor Beginn des Konflikts.

FPÖ streicht Förderung: Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten vor dem Aus
Dem Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten wird die Landesförderung von 50.000 Euro gestrichen – faktisch das Ende der Einrichtung. Bis September läuft der Betrieb nur noch eingeschränkt. In der Stadt sorgt der Schritt für heftige Reaktionen.
Integrationslandesrat Martin Antauer (FPÖ) verweist auf Sparzwänge. In einer Aussendung nennt er jedoch einen weiteren Grund: „links-woke Workshops“, die man nicht mehr finanzieren wolle. Konkret geht es um Einladungen zu einem „Pride-Flaggen-Quiz“ und einen Workshop mit dem Titel „LGBTQ+ – was ist das?“.
Regina Schmid, Geschäftsführerin des Sozialwerks Don Bosco, hält dagegen. Jugendarbeit müsse die Vielfalt der Lebensrealitäten abbilden. Neben diesen Angeboten gebe es Workshops mit Polizei und AMS, Gespräche über Werte, Verhalten im öffentlichen Raum und Alltagsfragen junger Menschen. Ziel sei es, Jugendlichen Orientierung zu geben.
Ohne Förderung bleibt nur ein Minimalbetrieb: Ab Mai ein Öffnungstag pro Woche, im September die Schließung. Versuche, andere Landesstellen einzubinden, seien erfolglos geblieben.
Politisch schlägt der Fall Wellen. Die Stadt Amstetten plant eine Resolution, um die Bedeutung der Einrichtung zu unterstreichen. Die Grünen fordern die sofortige Rücknahme der Kürzung. Aus dem Büro der zuständigen Landesrätin heißt es, das Ressort liege klar bei Antauer.
Seit 60 Jahren betreut Don Bosco Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren. Nun entscheidet eine Fördersumme über das Fortbestehen einer Institution.

40 Jahre nach Tschernobyl: Radioaktives Erbe in Österreich
Am 30. April 1986 registrierten Messstationen in Österreich die höchste radioaktive Belastung in der Luft. Ausgerechnet da setzte vielerorts Regen ein. Die Folge: Radioaktive Partikel wurden aus der Wolke ausgewaschen und lagerten sich im Boden ab – stärker als in manchen Nachbarländern, erinnert der ORF (Öffnet in neuem Fenster).
Noch heute ist das messbar. Vor allem in Oberösterreich, Salzburg, der nordwestlichen Steiermark und Teilen Kärntens findet sich das langlebige Cäsium-137. Im Osten blieb die Belastung geringer, weil damals kaum Niederschlag fiel. Karten des Umweltbundesamts zeigen, wie sich die Kontamination seit 1986 schrittweise verringerte.
Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von rund 30 Jahren. Rein physikalisch ist mehr als die Hälfte zerfallen. Doch entscheidend ist, wo es liegt. Auf Äckern bindet es sich an Tonminerale und wird durch Pflügen in tiefere Schichten verlagert – für Pflanzen kaum mehr verfügbar. Lebensmittelproben zeigen heute Werte wie vor der Katastrophe.
Im Wald ist die Lage anders. In der humusreichen Oberbodenschicht bleibt das Cäsium mobil und für Pflanzen aufnehmbar. Deshalb sind Produkte aus dem Wald teils stärker belastet, vor allem Pilze. Gängige Speisepilze liegen meist deutlich unter dem Grenzwert, einzelne Arten in besonders betroffenen Regionen darüber. Selbst dann sei bei üblichen Verzehrmengen keine gesundheitliche Gefahr zu erwarten.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Österreichs Jugendstrafvollzug: Ex-Häftlinge erzählen
Überfüllte Zellen, zu wenig Personal, geschmuggelte Handys: Der Jugendvollzug in Österreich steht massiv in der Kritik. Doch wie sieht der Alltag aus? Ehemalige Insassen erzählen der WZ von ihren Erfahrungen.
https://www.wienerzeitung.at/a/oesterreichs-jugendstrafvollzug-ex-haeftlinge-erzaehlen (Öffnet in neuem Fenster)
Westliche Firmen sind noch in Russland – da, wo Russland Drohnen baut
In einer „Sonderwirtschaftszone“ stellt Russland seine Langstreckendrohnen her, mit denen es die Ukraine angreift. Direkt daneben: die Fabriken westlicher Firmen.
https://krautreporter.de/politik-und-macht/6353-westliche-firmen-sind-noch-in-russland-da-wo-russland-drohnen-baut#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
Die geheimen Mitgliederlisten des IS
Personalnummer, Besoldung, Kampfname: Dem deutschen Bundeskriminalamt sind nach SPIEGEL-Informationen Mitgliederlisten des “Islamischen Staats” in die Hände gefallen. Einige mutmaßliche Terroristen leben heute in Deutschland.
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/islamischer-staat-bka-sucht-mutmassliche-terroristen-von-geheimen-is-listen-a-e9760d7c-3796-4276-9d33-96c6899e2c44 (Öffnet in neuem Fenster)Nach der Veröffentlichung (Öffnet in neuem Fenster) von Chat-Auszügen durch den Falter kündigt der entlassenen ORF-Generaldirektor Roland Weißmanns Anwalt eine Unterlassungsklage an. Laut Ö1 wird zudem geprüft, gegen Personen vorzugehen, die sich online am „Shitstorm“ beteiligten. Ich bin gespannt, wie die Verfahren ausgehen: Markus