Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Um diese Nachricht (Öffnet in neuem Fenster) kommst du heute nicht herum (auch bei uns nicht, sorry): Die aktuelle Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat Donald Trump ihren Friedensnobelpreis übergeben. Genauer die Medaille, denn den Preis an sich kann man nicht verschenken oder weitergeben, sagt das Nobelkomitee. Für dieses Kasperltheater, das da gerade aufgeführt wird, ist das aber auch ein bisschen egal. Dass die Wahl für die venezolanische Oppositionelle in diesem weltweit von Konflikten und Kriegen geprägten Jahr eher ungeschickt war, bestätigt sich nun auf jeden Fall.

Außerdem heute im Newsletter: erste Auswirkungen des Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche in Australien, Alkoholkonsum bei Jugendlichen und Energienotstand in der Ukraine.

Weniger Alkoholkonsum bei Jugendlichen, dafür mehr Drogen
Immer wieder gibt es Meldungen, dass Jugendliche weniger trinken als früher – in den Hochkonsumländern Deutschland und Österreich eine interessante Beobachtung. In Deutschland meldete etwa im Dezember das Statistische Bundesamt in Baden-Württemberg, dass immer weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen würden. Eine internationale Erhebung zeigte 2024 mit Jugendlichen der neunten und zehnten Schulstufe für Österreich, dass Jugendliche weniger Alkohol und Zigaretten konsumieren würden, dafür aber mehr Nikotinbeutel und E-Zigaretten. Der Trend zu weniger Alkohol bei Jugendlichen zeigt sich schon länger. Aus Oberösterreich kommt jetzt eine Meldung, die das erneut bestätigt: Das Kepler Universitätsklinikum in Linz gibt an, dass die Zahl der Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung eingewiesen werden, leicht gesunken sei. Gestiegen sei dafür die Zahl der Drogenkonsument*innen. Besonders auffällig sei das im Moment bei Kokain. Trotz des Trends zu weniger Alkohol ist Alkoholkonsum bei Teenagern aber immer noch ein großes Problem.

Erste Auswirkungen des Social-Media-Verbots in Australien für unter 16-Jährige
Seit etwa einem Monat dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Social-Media-Konten mehr haben. Erste Zahlen meldet (Öffnet in neuem Fenster) nun die australische Regierung: Mehr als 4,7 Millionen Konten von Kindern und Jugendlichen wurden seitdem deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt. Premierminister Anthony Albanese sieht (Öffnet in neuem Fenster) so die Wirksamkeit des Gesetzes bestätigt und freut sich auf einer Pressekonferenz über Australiens Vorbildwirkung. Betroffen vom Verbot sind etwa die Meta-Dienste Instagram und Facebook, YouTube, TikTok, Snapchat und X. Reddit klagte gegen das Verbot. Bei Verstößen kommen hohe Geldstrafen auf die Plattformen zu.
Australien ist das erste Land der Welt, das ein Social-Media-Verbot für unter 16-jährige eingeführt hat und gilt damit weltweit als Vorbild für digitalen Kinderschutz. Andere Länder blicken nun interessiert auf die Auswirkungen in Australien und denken über ähnliche Verbote nach. So wollen Frankreich, Malaysia und Indonesien ähnliche Gesetze einführen. Auch in Österreich gibt es eine Debatte (Öffnet in neuem Fenster) dazu.
Das australische Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche wird auch von einer Studie zur psychischen Gesundheit begleitet. Inwieweit es wirkt und ob es wirklich so schützt, wie es es soll, wird sich wohl erst in einigen Jahren zeigen. Differenzierte Fürs und Widers liefert etwa dieses Gespräch (Öffnet in neuem Fenster) im Deutschlandfunk Kultur mit der Tech-Journalistin Caren Miesenberger und der Newsletter des Social Media Wartchblogs (Öffnet in neuem Fenster). Fest steht auf jeden Fall: Die Plattformen müssen stärker reguliert werden, nicht nur für Kinder.

Energienotstand in der Ukraine
Zwischen Nachrichten über Iran und Grönland und all den Schlagzeilen zu dem, was der amerikanische Präsident sagt oder tut, gerät die Ukraine mitunter aus dem Blick. Die humanitäre Lage dort hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft, wie unter anderem die FAZ (Öffnet in neuem Fenster), ZDFheute (Öffnet in neuem Fenster) und die Tagesschau (Öffnet in neuem Fenster) berichten. Das russische Militär greift gezielt die Energieinfrastruktur an. Für viele Menschen bedeutet das: keine Heizung, kein Strom, kein warmes oder teils überhaupt kein fließendes Wasser. Besonders hart trifft es ältere und arme Menschen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Energienotstand ausgerufen.
Wie die Menschen in Kiew ohne Strom und Wärme ausharren, zeigt die Deutsche Welle (Öffnet in neuem Fenster). Wer die Stadt nicht verlassen kann, tauscht sich in sozialen Medien über Tipps zum „Überleben in Kälte, ohne Strom und Heizung“ aus. Um wenigstens eine Grundversorgung zu ermöglichen, wurden landesweit sogenannte „Punkte der Unzerstörbarkeit“ eingerichtet. Dort können Menschen etwa ihre Handys aufladen oder einen warmen Tee bekommen. Allein in Kiew gibt es rund 1.200 solcher Anlaufstellen. (von Luzia Geier)
Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Was wir über den Tod von zwei Obdachlosen in Wien wissen
In Wien sind am vergangenen Wochenende zwei obdachlose Männer erfroren. Zuerst berichtete Heute darüber, dann bestätigte die Caritas die tragischen Fälle. Im Falter-Morgen-Newsletter fasst Viktoria Klimpfinger zusammen, was bekannt ist. „Beide Fälle machen auf tragische Weise deutlich, wie lebensbedrohlich die eisigen Temperaturen für obdachlose Menschen sind“, zitiert der Falter die Caritas.
https://www.falter.at/morgen/20260116/warum-steht-die-helmut-richter-schule-in-penzing-seit-acht-jahren-leer (Öffnet in neuem Fenster)
Warum es völlig normal ist, dass Kinder ein Elternteil bevorzugen
Eine Coachin und zwei Forscher:innen wissen, wie man trotzdem gleichberechtigte Elternschaft hinkriegt.
https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6180-warum-es-vollig-normal-ist-dass-kinder-ein-elternteil-bevorzugen#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
Renfrew Christie sabotiert das Atomprogramm eines rassistischen Regimes
Hast du schon einmal vom südafrikanischen Wissenschaftler Renfrew Christie gehört? Wahrscheinlich nicht, doch seine Lebensgeschichte, der die New York Times (Öffnet in neuem Fenster) einen ausführlichen Nachruf widmet, solltest du lesen. Der Anti-Apartheid-Aktivist ist im Dezember im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in Kapstadt gestorben. In den 1980er-Jahren arbeitete er undercover für den African National Congress. Er half wesentlich mit, das geheime Atomwaffenprogramm des Apartheidstaats zu sabotieren. Als einen „Akt von tiefgreifender revolutionärer Bedeutung“ beschreibt der A.N.C seine Rolle darin. Christie wurde wegen Terrorismus verurteilt, verbrachte sieben Monate in Einzelhaft und weitere Jahre im Gefängnis, nur knapp entging er der Todesstrafe. Später sprach er in einem Interview mit der BBC über die Spuren, die diese Zeit bei ihm hinterlassen hat und betonte: „Ich habe für Nelson Mandela und uMkhonto we Sizwe [Anm: militärischer Arm des ANC] gearbeitet. Darauf bin ich sehr stolz. Wir haben gewonnen. Wir haben die Demokratie erreicht.“
https://www.nytimes.com/2026/01/14/world/africa/renfrew-christie-dead.html?unlocked_article_code=1.ElA.e8XQ.iW0AMm45DAR0&smid=nytcore-ios-share (Öffnet in neuem Fenster)Wünscht sich eher ein wirksames Social-Media-Verbot für sich selbst (oder erstmal ein Wochenende ohne Social Media):
Anna