Treffen sich zwei Tyrannen

Liebe Leser*innen,
wenn diese E-Mail bei Ihnen eingeht, ist es in Alaska etwa 01:00 Uhr nachts. Möglicherweise treffen sich gerade in diesem Moment Donald Trump und Wladimir Putin auf dem Hotelflur, schlaftrunken und auf der Suche nach der nächsten Toilette.
Vielleicht machen die beiden Staatschefs aber auch lachend Schneeengel auf dem Parkplatz, gleiten auf geliehenen Langlaufskiern durch den nahe gelegenen Wald oder sitzen mit einer heißen Schokolade am Kamin und erzählen sich Gruselgeschichten über aufmüpfige Untertanen …
All das ist Spekulation. Wie genau das Treffen der beiden Best Ager ablaufen wird, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. TITANIC hat trotzdem die wahrscheinlichsten Szenarien für Sie zusammengetragen:

Trump lässt sich in neuer 100-Meter-Weltjahresbestzeit über den von Putin mitgebrachten Verhandlungstisch ziehen
Trump und Putin beschließen, dass die Ukraine große Teile ihres Territoriums abtreten muss. Im Gegenzug erhält Russland Alaska
Trump droht Putin, Bodentruppen zu schicken, um gegen die vielen Obdachlosen in Kiew vorzugehen
Putin fordert Trump zum Duell mit Interkontinentalraketen auf neutralem Boden (Ukraine) auf
Trump erklärt sich gegenüber Putin bereit, Litauen, Lettland und Estland aufzugeben, da er die Länder für ausgedacht hält
Putin lädt Trump zum freundschaftlichen Gegenbesuch nach Sibirien ein

Unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungen steht ein gemeinsamer Ausflug zu den Polarlichtern fest auf der Agenda. Das wohl bekannteste Naturschauspiel Alaskas gilt als eines der schönsten Himmelsphänomene der Welt. Weniger beeindruckend, aber dafür wesentlich schmieriger war das Naturereignis, das man diese Woche hierzulande am Himmel beobachten konnte:

Das Schauspiel dauerte Beobachter*innen zufolge nur wenige Augenblicke. Nachdem sich die leuchtenden Himmelskörper zunächst einige Minuten um sich selbst gedreht hätten, seien sie schnell zu Boden gesunken und im Schoß einer Praktikantin gelandet.
Keine Zeit dafür, in den Himmel zu gucken, hatte diese Woche die Polizei. Diese hatte alle Hände voll damit zu tun, ihren Laden zusammenzuhalten, oder zumindest das, was davon noch übrig ist:

Die Polizeigewerkschaft GdP klagt über mangelhafte Ausrüstung und Missstände wie Schimmel und Ungeziefer auf den Dienststellen. So schlimm steht es um unsere Freunde und Helfer wirklich:
Viele Gummiknüppel zerbrechen bei Prügelorgien schon nach wenigen Stunden
Die meisten Fahrzeugsitze sind komplett vollgekleckert mit Kaffee, Ketchup, Körperflüssigkeiten und Exkrementen
Die Reiterstaffel setzt mittlerweile ausschließlich auf Amtsschimmel
In den Asservatenkammern leben unwahrscheinlich große Ratten, die regelmäßig Beweismittel spurlos auffressen
Das Brechmittel ist inzwischen schlecht geworden, sodass sich davon niemand mehr übergeben muss
Das WLAN ist so langsam, es dauert oft etliche Minuten, nur ein einziges Hitler-Meme in die Chatgruppe zu schicken
Der marode Zustand der Polizei ist jedoch nur die Spitze eines großen Friedrich-Merz-Regierungs-Eisbergs. Wesentlich schlimmer getroffen hat es nach nur 100 Tagen den hiesigen Kulturbetrieb:


Herzlichen Glückwunsch, Ralf König! Der bekannteste Comiczeichner Deutschlands ist gerade 65 geworden! Um das zu feiern, erscheint bei Egmont »Pflaumensturz und Sahneschnitten – 65 Jahre Ralf König«.
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Wie die Welt in weiteren 100 Tagen Merz aussehen könnte, möchte man sich gar nicht vorstellen. Wenn Sie bereits jetzt planen, über den Seeweg zu fliehen, gibt es einiges zu beachten:

Neben Strohhalmen sollten Sie für den Notfall immer eine Rolle Toilettenpapier auf Ihrem Fluchtboot parat haben. Insbesondere, wenn unser Kolumnist Torsten Gaitzsch mitfährt.

Heute: Der Popocatépetl‐Twist
Wir müssen noch einmal über WCs sprechen (vgl. »Zweite Tasse« #24). Wenn Ihnen das derzeit nicht zuzumuten ist, klinken Sie sich JETZT aus. Beziehungsweise überspringen Sie diese Kolumne; ich glaube, am Ende des Newsletters kommt noch was Wichtiges.
Jedenfalls! Zweimal schon war ich bei Leuten zu Gast, die – ich schwöre – kein Toilettenpapier im Hause hatten. Auf meine Nachfrage hin bestätigten sie diesen unvorstellbaren Zustand so lapidar und ungerührt, als hätte ich nach Ketchup gefragt. Bei Ketchup ist es im Grunde auch schon schwer zu fassen, wenn er im Haushalt fehlt. (Bei Großeltern kommt so etwas vor.) Aber kein Klopapier? Wie tief kann man sinken?
Aside an gewisse Leute: Ich freue mich über Feedback und Lesendeninteraktion aller Art, aber bitte verschonen Sie mich mit Mails à la »Ich habe NIE Toilettenpapier im Haus. Küchenrollen sind aufs Blatt gerechnet viel billiger und zudem ergiebiger. Man darf sie halt nicht in die Schüssel geben, aber …«
Da fällt mir ein, dass es tatsächlich in etlichen Gegenden der Welt nicht nur putziger Brauch, sondern Notwendigkeit ist, das benutzte Scheißhauspapier (wenn es schon um Untenrumthemen geht, lasst uns doch richtig derb werden!) in einen im Abort stehenden Sammeleimer zu geben. »Nicht runterspülen – Rohre können verstopfen!« ist etwa in Mexiko vielerorts zu lesen (auf Spanisch). In manchen öffentlichen Bedürfnisanstalten wird das Papier gar restringiert, man bekommt vor dem »Geschäft« vier, fünf hauchdünne Streifen ausgehändigt. Ist ja nicht so, dass da drüben »Montezumas Rache« ein Problem wäre …
Widmen wir uns nun den Elementen Klodeckel und -brille. Diese sind heutzutage meist mit einer sogenannten Absenkautomatik versehen. Aber eben nicht alle! Nehmen wir mein privates Umfeld: Die WC-Sitze in der TITANIC-Redaktion verfügen über Soft-Closing, wie diese Zauberei auch genannt wird, ebenso jene bei meinen Eltern. Bei mir daheim habe ich so etwas jedoch nicht. Sich jedes Mal umzustellen, um schreckinduzierendes Zuknallen zu vermeiden, hält den Geist fit. Fit genug jedenfalls, um nicht zu vergessen, regelmäßig Toilettenpapier zu kaufen.
Verabschiedet sich und wünscht ein gut informiertes Wochenende:
Ihre TITANIC-Redaktion
TITANIC empfiehlt:

War TITANIC früher wirklich besser? Oder schlechter? Anders? Älter? Blöder? Klüger? Diesem Fragenbündel gehen die Satireveteranen Tim Wolff und Torsten Gaitzsch ab sofort Woche für Woche nach – und liefern Antworten. In »TITANIC war früher …?«, dem endgültigen Re-Read-Podcast, wird sich jeden Freitag ein Artikel aus über 45 Jahren Heftgeschichte vorgenommen. Das Moderationsduo wird Funde machen, die nie ein Mensch machen sollte.
»TITANIC war früher …?« gibt es jetzt überall, wo es Podcasts gibt.
Heutige Folge: »Peter Hahnes beste Gedanken«
Jetzt reinhören! (Öffnet in neuem Fenster)

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