Der Übermedien-Newsletter von Alexander Graf

Liebe Übonnentin, lieber Übonnent,
dass manchen Online-Medien jede irreführende Überschrift recht ist, solange sie nur Klicks bringt, ist als „Clickbait“ bekannt. Weniger bekannt ist eine Spielart dieses Phänomens, die noch nervtötender ist. Hier geht es um Inhalte, die Reichweite erzeugen sollen, indem sie wütend machen oder empören. Man nennt das „Rage-Bait“. Und leider scheinen auch Medien wie der „Spiegel“ munter damit zu experimentieren.
Ein Beispiel: Facebook-Nutzer bekamen jüngst Werbung für ein „Spiegel“-Interview (Öffnet in neuem Fenster) mit einem Arbeitgeberanwalt ausgespielt. Das sind Menschen, die Unternehmen juristisch vertreten – also etwa, wenn diese Kündigungen durchsetzen wollen. In der Anzeige lächelt der Mann selbstzufrieden in die Kamera, während das dazugehörige Zitat einen erstmal schlucken lässt: