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Sicher hast du dir diese Frage auch schon mal gestellt: Wie viele Stunden Üben sind notwendig, um wirklich besser zu werden? Ist es sinnvoll, sich jeden Tag stundenlang an sein Instrument zu setzen oder bedarf es hier einen ganz anderen Ansatz. In der heutigen Übezeit möchte ich dazu gerne ein paar Gedanken mit dir teilen.
Zu viel des Guten: Der Penelope-Effekt
Vielleicht hast du schon einmal von dem sogenannten Penelope-Effekt gehört. Dieser besagt, dass ein Übermaß an Übung nicht nur ineffektiv, sondern sogar schädlich sein kann. Wer zu viel übt, setzt sich einer hohen mentalen und körperlichen Belastung aus, die nicht selten in Frustration und Erschöpfung mündet. Noch schlimmer: Durch exzessives Üben schleifen sich Fehler ein, die nur schwer wieder zu korrigieren sind. Statt nachhaltigem Fortschritt entsteht eine Endlosschleife ineffizienten Tuns. Den Namen hat übrigens mein Podcast-Gast Prof. Dr. Eckart Altenmüller erfunden. Wenn du mehr über diesen Effekt wissen möchtest, gibt es drüben bei what-is-practice (Öffnet in neuem Fenster) einen ganzen Artikel kostenlos darüber.
6-8 Stunden am Tag
Der Sprung ins Studium
Manche Profis berichten, dass sie vor ihrer Studienzeit vergleichsweise wenig geübt haben. Doch sobald sie an eine Hochschule kamen, veränderte sich alles: Plötzlich standen sechs bis acht Stunden Übung pro Tag auf dem Programm. Doch war das wirklich die ausschließliche Ursache ihres Fortschritts? Oder lag es möglicherweise auch an einer veränderten Herangehensweise?
Ein entscheidender Unterschied ist die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Technik, der Klanggestaltung oder der Interpretation. Wer stundenlang übt, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben, verschwendet Zeit. Wer jedoch strategisch übt – selbst wenn es "nur" zwei bis vier Stunden sind – wird nachhaltige Fortschritte erzielen. Es ist ein alter Hut: Aber Qualität kommt eben vor Quantität.