Zum Hauptinhalt springen

Zeitlang im September: Neue Kneipe & Herbsturlaub im Cabinski

Als es sich vor ein paar Tagen bei 16 Grad so richtig schön einregnete und wir im Büro zum ersten Mal die Heizung anmachen mussten, verstand ich: Das war’s jetzt! Kein Freibad mehr in diesem Jahr, keine langen Sommerabende, kein samstags noch spontan zum See fahren und danach im Biergarten sitzen. Es gab schon Jahre, in denen freute ich mich so richtig auf den Herbst, dieses gehört leider nicht dazu. Ich fühle mich eher betrogen, mir fehlt ein Stück Sommer.

Es gab schon Jahre, in denen freute ich mich so richtig auf den Herbst, dieses gehört leider nicht dazu. Ich fühle mich eher betrogen, mir fehlt ein Stück Sommer.

Umso wichtiger ist die erste Oktoberwoche, die ich wieder auf meiner griechischen Ruheinsel Chalki (Öffnet in neuem Fenster) verbringe, auf der es immer noch schön warm ist und auf der es absolut nichts zu tun gibt – außer: im türkisfarbenen Salzwasser baden, den ganzen Tag lesen und abends Moussaka essen. Ich muss dort nichts sehen, nichts googeln, nichts erleben. Und darauf freue ich mich nach diesem anstrengenden und arbeitsintensiven Sommer am allermeisten. Vielleicht komme ich dann auch zurück und bin bereit für den Herbst.

Ein kleines Geschenk wartet noch auf euch: Mit dem Code "anja10" gibt es 10 % Nachlass für alle Aufenthalte im Cabinski (Öffnet in neuem Fenster) Montafon oder im Walsertal. Der Code ist vom 15.09. bis 15.10.2025 gültig. Gute Reise!

Little Odessa

Little Odessa: Pelmeni essen und gemütlich versacken

Letztens war ich mit einer Freundin im Little Odessa (Öffnet in neuem Fenster) verabredet – ein Vorschlag von ihr, ich hatte von dem Laden bisher noch nichts gehört. Ein wenig versteckt in einer Seitenstraße rund um den Goetheplatz liegt das kleine Lokal, das eher Kneipe als Restaurant ist, auch wenn man hier sehr lecker essen kann. Wir hatten kalte Blini (dünne Pfannkuchen) mit Lachs, Pelmeni (kleine, weiche Teigtaschen) mit Hackfleischfüllung und Tschebureki (große, knusprige Teigtaschen) mit Feta. Auf der Karte stehen außerdem auch Borschtsch, Beljaschi oder Kaviar mit Brot.

Alles war sehr lecker – und nur zu gerne hätte ich einen der Drinks probiert. Hier wird zum Beispiel Wodka ausgeschenkt, der selbst mit Ingwer oder Ananas angesetzt wird. Aber es war Dienstag und ich war sowieso ein bisschen angeschlagen. Wir saßen draußen, denn der Laden war knallvoll: Das Little Odessa punktet nicht nur mit Kulinarik, sondern auch mit einem abwechslungsreichen Kulturprogramm. Es finden Ausstellungen, Lesungen oder Konzerte statt, immer dienstags gibt es Comedy, montags Klaviermusik.

Auch, wenn die Stühle mit Leoparden-Print nicht unbedingt meins sind, atmet ich mittlerweile schon erleichtert auf, wenn eine Neueröffnung ohne gebürsteten Edelstahl, QR-Codes und Timeslots auskommt.

Der Betreiber des Ladens, Wanja Belaga, hat zuvor den Salon Irkutsk mitgegründet und das Provisorium eröffnet. Es überrascht also nicht, dass auch das Little Odessa ganz schön was kann und durchweg gemütlich ist: Vintage-Lampen treffen auf Blumenmuster, 70er-Jahre Tapeten auf zusammengewürfelte Möbel. Und auch, wenn die Stühle mit Leoparden-Print nicht unbedingt meins sind, atme ich mittlerweile schon erleichtert auf, wenn eine Neueröffnung ohne gebürsteten Edelstahl, QR-Codes und Timeslots auskommt.

Im Little Odessa darf man einfach sitzenbleiben – unter der Woche bis 1 Uhr, am Wochenende bis 3 Uhr. Die Kellnerin war wahnsinnig nett, die anderen Leute interessant und die Stimmung insgesamt sehr gut. Wenn ich diese neue Kneipe mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es unaufgeregt, und das meine ich im allerbesten Sinne. Beim nächsten Mal werde ich also definitiv die Cocktail-Karte studieren und etwas länger versacken.

Little Odessa, Tumblingerstraße 16, 80337 München (Öffnet in neuem Fenster)

Mitglied werden

Wer mehr lesen möchte, kann für einen kleinen Monatsbeitrag Mitglied von Zeitlang werden. Damit unterstützt du nicht nur meine Arbeit, sondern erhältst pro Quartal einen exklusiven Newsletter, der sich einem bestimmten Reiseziel oder Stadtviertel widmet. Bisher gab es fünf Mitglieder-Newsletter – einen zu Sri Lanka, einen zu Sendling, einen zu besonderen Winterhotels, einen mit Meran- und einen mit Marseille-Tipps. Alle Ausgaben kannst du unter „Posts“ nachlesen.

Cabinski

Cabinski im Walsertal: Natururlaub im Tiny House

Ich war doch noch ganz kurz weg im August: Zusammen mit meiner Schwester ging es für ein paar Tage ins Walsertal. Dass das Tal im österreichischen Vorarlberg sehr nah an der Schweizer Grenze liegt, fällt allein schon landschaftlich auf – sattgrüne Wiesen, die in der Abendsonne weich-samtig leuchten, abenteuerlich-steile Bergstraßen und üppig-bepflanzte Blumenkästen vor uralten Holzschindel-Häuschen. Und man hört es auch an den Schweizer Verniedlichungen: Hier geht man ins Lädeli, schiebt das Wägeli und sitzt auf dem Bänkli. Ich liebs!

Es gibt mehrere Bergbahnen ums Eck, Spazierwege und Bergseen. Im Sommer geht man wandern und baden, im Winter Skifahren oder Schneeschuhwandern. Und das Cabinski ist dafür der perfekte Ausgangspunkt.

Die Umgebung ist ein absoluter Traum, man kann so viel machen: Es gibt mehrere Bergbahnen, Spazierwege und Bergseen. Im Sommer geht man wandern und baden, im Winter Skifahren oder Schneeschuhwandern. Und das Cabinski (Öffnet in neuem Fenster) ist dafür der perfekte Ausgangspunkt. Wir sind am ersten Tag mit der Seilbahn ins Wandergebiet Sonntag-Stein raufgefahren, am anderen zum nahegelegenen Seewaldsee spaziert. Vor dem dritten Tag hatte ich etwas Bammel, denn es war durchgehend Regen angesagt.

Die Tiny Häuschen von Cabinski haben alles, was man braucht und bieten jeweils Platz für vier Personen: Es gibt zwei Doppelbetten, ein Badezimmer mit Dusche, eine Küchenzeile, einen Tisch mit vier Stühlen, dazu eine gemütliche Fensterbank, die als Sofa genutzt werden kann, sowie eine Terrasse. Manche Cabins haben auch eine Sauna im Garten und im Sommer kann man in manche Häuser seinen Hund mitnehmen. Man urlaubt hier auf 27 Quadratmetern und ich war wirklich überrascht, dass das vollkommen ausreicht.

Unser Regentag war das gemütliche Highlight der Reise: Über die integrierten Boxen hörten wir Hörbuch, meine Schwester kochte Tee, wir kniffelten und schauten abends einen Film im Hochbett.

Unser Regentag, vor dem ich zuerst Bammel hatte, war am Ende mein Lieblingstag und das gemütliche Highlight der Reise: Über die integrierten Boxen hörten wir Hörbuch, meine Schwester kochte Tee, wir kniffelten und schauten abends einen Film im Hochbett. Mir hat es so gut gefallen, dass ich schon die ganze Zeit überlege, wann ich wieder hinfahren kann. Diesmal vielleicht nach Montafon, zum zweiten Standort von Cabinksi. Dort kommt man nämlich auch öffentlich gut hin und ich hätte große Lust auf eine kleine Herbst-Auszeit allein.

Cabinski Walsertal, Buchholz 19, 6731 Buchholz, Österreich (Öffnet in neuem Fenster)
Cabinski Montafon,
Kreuzgasse 107, 6791 St. Gallenkirch, Österreich (Öffnet in neuem Fenster)

Über Zeitlang

Was ist Zeitlang?

Zeitlang ist ein unabhängiger und persönlicher Newsletter, in dem ich sowohl über Lieblingsorte in meiner Heimatstadt München als auch auf der ganzen Welt erzähle. Im Bayerischen bedeutet „Zeitlang“ Heimweh und Sehnsucht. Einmal im Monat schreibe ich hier also über besondere Restaurants, Cafés, Hotels und Orte, nach denen ich Zeitlang habe. Das kann der kleine Park nebenan sein, genauso wie das Designhotel am anderen Ende der Welt.

Wer mehr lesen möchte, kann für einen kleinen Monatsbeitrag Mitglied von Zeitlang werden. Damit unterstützt du nicht nur meine Arbeit, sondern erhältst pro Quartal auch einen exklusiven Newsletter, der sich einem bestimmten Reiseziel, einem Stadtviertel oder Thema widmet. Bisher sind erschienen:

Wer schreibt hier?

Ich bin Anja Schauberger, geboren in München und arbeite seit über zehn Jahren als Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt auf Regionales und Reise. Von 2016 bis 2019 habe ich als Redaktionsleiterin das Stadtmagazin Mit Vergnügen München aufgebaut. Seitdem schreibe ich frei unter anderem für die Kolumne „Hotel Europa“ im SZ-Magazin (Öffnet in neuem Fenster) sowie über (Sterne)-Gastronomie bei München Tourismus (Öffnet in neuem Fenster). Außerdem gebe ich Reise-Tipps im Merian (Öffnet in neuem Fenster) und schreibe für das Werde Magazin (Öffnet in neuem Fenster) sowie The Weekender (Öffnet in neuem Fenster). Mehr zu meiner Arbeit gibt es auf Torial (Öffnet in neuem Fenster) oder meiner Website (Öffnet in neuem Fenster).

Du hast Tipps, Wünsche oder Feedback? Schreib mir gerne eine Mail an anja.schauberger@gmail.com

Foto: Frank Stolle (Öffnet in neuem Fenster)
Design & Logo: Hennes Elbert (Öffnet in neuem Fenster)
Kategorie Monats-Tipps

0 Kommentare

Möchtest du den ersten Kommentar schreiben?
Werde Mitglied von Zeitlang und starte die Unterhaltung.
Mitglied werden