
Alfred Hitchcocks „Psycho“ ist Psychothriller, Horrorfilm, Familiendrama und Roadmovie, vor allem aber, darauf legte der Master of Suspence wert, ist es ein Film für Filmemacher. Tatsächlich lehrt uns Hitchcock das Fürchten und zeigt, was geschieht, wenn die Hauptfigur nach der Hälfte des Films abhandenkommt. Wenn wir die Struktur dieses Meisterwerks analysieren, erkennen wir, warum das so gut funktioniert. Es liegt nahe, bei diesem Plot ganz auf eine psychoanalytische Deutung zu setzen, jedoch übersehen wir dann, dass ja der Polizeipsychologe selbst diese Deutung am Ende des Films schon umfassend darlegt. Hitchcock kommt also dieser Interpretation zuvor. Viel spannender wird es jedoch, wenn wir uns bei der Analyse auf das Verhältnis von Bewegung und Stillstand konzentrieren. So erkennen wir nicht nur das Wesen dieses Films, sondern können ein Wesensmerkmal des Kinos selbst herausarbeiten. Form und Inhalt verschränkt Hitchcock auf bis heute faszinierende und gespenstische Weise. Im neuen DeepDive analysiere ich zwei Stunden lang dieses besondere Werk der Filmgeschichte, das uns schließlich zu der berühmten „Halloween“-Reihe von John Carpenter führt bzw. fährt.