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Erfrischende Erkenntnisse,

liebe Leserinnen, liebe Leser,

verspreche ich für diese Hochsommer-Folge der Digitalen Notizen.

Europa leidet unter einer Hitzewelle. Müsste ich unter diesen Umständen nicht alle Energie darauf verwenden, mich politisch für eine bessere Klimapolitik zu engagieren? Bei Cory Doctorow habe ich eine Antwort gefunden, warum ich weiterhin für ein freies Internet (Opens in a new window) und für mehr Medienkompetenz (Opens in a new window) eintreten werde. Er schreibt in “Enshittfication” (Übersetzung von mir)

Verglichen mit der Klimakrise, Völkermord, Ungleichheit, Korruption, dem Rückbau der Demokratie, Autoritarismus sowie den anhaltenden rassistischen, homophoben, frauenfeindlichen und transfeindlichen Angriffen auf unsere Genossinnen und Genossen ist das Internet nur ein Nebenschauplatz. Doch auch wenn das Internet für diese anderen Kämpfe weit weniger wichtig ist, ist es für diese Auseinandersetzungen dennoch von enormer Bedeutung. Das Internet ist das Terrain, auf dem diese Kämpfe ausgetragen werden.

Auch deshalb habe ich meinen Urlaub im Juni damit verbracht, ein kleines Buch über digitale Demokratie (Opens in a new window) zu schreiben - und gegen die Idee, Altersverfikationen und Social-Media-Verbote zu fordern.

Das Buch, das ihr hier vorbestellen könnt (Opens in a new window), arbeitet sich nicht am Verbot ab, sondern skizziert eher positive Zukunftsbilder, deshalb hier ein klares Argument gegen ein Verbot (Opens in a new window) - vorgetragen vom Digital-Experten Aidan Walker:

Die Freiheit im 21. Jahrhundert wird nicht nur von organisierten rechtsextremen Autoritären bedroht, sondern auch von unorganisierten, unfähigen Gemäßigten, die keine Ahnung haben, was sie tun. (…) Vertraust du darauf, dass sie eine digitale ID, einen kontrollierten Internetzugang und eine Überwachungsinfrastruktur mit vollständiger Transparenz, die zum Schutz von Kindern eingerichtet wurde, auch tatsächlich nur zum Schutz von Kindern einsetzen? In ihrem verblendeten Bestreben, uns zurück ins Jahr 1997 zu versetzen, führen uns die neoliberalen Gemäßigten in Wirklichkeit zurück ins Jahr 1933.

Was ich außerdem in den vergangenen Wochen gelernt habe: es gibt Alternativen zum Social-Media-Verbot. Die Expert:innen-Kommission der Bundesregierung hat das gerade gezeigt. Dazu auch meine vier Anmerkungen im Haupttext dieses Newsletters (Opens in a new window).

Außerdem der Ohrwurm aus der Netzkultur, eine Frage zu meinem neuen Lieblingsgetränk und 0,4 Prozent Motivation aus New York.

Kühlen Kopf bewahren!
Dirk

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WTF-Konferenz in Frankfurt (vlnr): Alex von Streit, Caro Franke, Dirk von Gehlen und Sabine Mayer, Foto: Oliver Wachenfeld

P.S.: Vielen Dank für die Antworten zu meiner Umfrage über Medien, die man nach einem Vortrag nutzen kann. Leider gab es mehr Interesse als mein Typeform-Plan erlaubt. Sorry, dass einige nicht mehr antworten konnten. Ich melde mich in einer der kommenden Folgen mit Antworten und Fortentwicklung der Ideen. Denn das Thema “Journalismus auf der Bühne” beschäftigt mich weiterhin - war gerade erst bei der wtf-Konferenz in Frankfurt. (Opens in a new window)

Juli 2026

Brauchen wir im Zeitalter von KI eigentlich noch Menschen, die Inhalte erstellen? Ich habe im Juni zwei motivierende Ansätze entdeckt, die vielleicht all jenen Mut machen, die mit Inhalten ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen. Einerseits habe ich Halbzeit-Bilanz (Opens in a new window) bei meinem Projekt kopieren kapieren gezogen und dort interessante Ideen fürs Publizieren im digitalen Ökosystem entdeckt. Und andererseits hat mich eine Rede von Zohran Mamdani (Opens in a new window) motiviert: vielleicht geht es nicht nur um den Inhalt, sondern auch um die Sprecher:innen, die den Text authentifizieren (Opens in a new window)?

Netzkultur

(Ja, ich wollte in diesem Jahr eigentlich immer am 26. eines Monats diesen Newsletter verschicken, aber am Freitag war mir zu heiß -und ich dachte mir: Du bist auch am 30.6. noch gut genug)

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Was mir im Juni 2026 im Netz aufgefallen ist: (Opens in a new window)
  1. Du bist gut genug

  2. Bremen-Vier-Eltern

  3. By the way

  4. Fußballer auf Tiktok

  5. Alarmanlagen-Tanz

Digitaler Text

Es gibt Alternativen zum Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche

In der vergangenen Woche hat die Kommission zum Jugendschutz in der digitalen Welt ihre Empfehlungen veröffenlticht. Ich habe mich in diesem Sommer sehr intensiv mit dem Plan beschäftigt, ob es sinnvoll kann, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu sozialen Medien staatlich zu verbieten.

Mein Fazit erscheint im September als Buch (Opens in a new window). Ich kann aber bereits hier spoilern: Man kann auch mit besten Absichten negative Folge erzeugen (Opens in a new window)!

Meine vier Anmerkungen zu den Empfehlungen stehen hier im Blog (Opens in a new window):

  1. Es geht um mehr als um Social Media

  2. Es gibt Alternativen zum Social-Media-Verbot

  3. Ein Social-Media-Verbot hat Folgen - negative

  4. Egal, wie du zu Social Media stehst: bitte haltet den Staat da raus

Lernen
Was ich gelernt habe
(fortlaufende Liste im Blog) (Opens in a new window)

… es gibt italienische Cola. Unter diesem Namen wird Chinotto verkauft, ein erfrischendes Getränk aus der Bitter-Orange. Mercdes und Juri von Splendido (Glückwunsch zum Relaunch!) verkaufen mein Lieblingsgetränk in ihrem Shop (Opens in a new window). Aber vielleicht weiß jemand, wo ich es auch ohne Versand in München kaufen kann?

… die Haltung, seine eigene Meinung vor allem im Widerspruch zu dem zu formen, was man als Mainstream wahrnimmt, nennt man Kontrarianismus. (Opens in a new window)

… Levis hat einen schönen Marketings-Move gemacht - indem sie ihr Logo verdeckt haben. (Opens in a new window)

… die AfD ist eine Gefahr für die Demokratie - afd-gutachten.de (Opens in a new window) legt juristisch da, warum sich ein Prüf-Verfahren lohnt. Am 11. Juli wird wieder auf dem Geschwister-Scholl-Platz demonstriert (Opens in a new window). Und übrigens: es geht dabei nicht um eine politische Entscheidung. Und nicht um die Frage, ob dadurch die AfD gestärkt wird - wie Marcel Hopp in diesem Insta-Video sehr gut auf den Punkt bringt (Opens in a new window).

VerbietenVerboten

Meine Ankündigung für den Herbst: Ich möchte etwas verbieten (Opens in a new window) - und zwar die Idee Social Media zu verbieten ;-)

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