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Kollektive als “Keimformen des Morgen”

Liebe Leser*innen,

heute schreibe ich euch in eigener Sache. Zum einen möchte ich euch zu meinen Veranstaltungen einladen, zum anderen ist heute im gedruckten nd auf Seite 32 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) unter dem Titel „Keimformen des Morgen“ ein Interview mit mir erschienen. Online steht es bereits seit vier Tagen. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Das Interview im nd und das Foto dazu

Der Journalist Peter Nowak hat mich zu meinem Praxishandbuch Selbstverwaltung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) befragt. Auf einer ganzen Zeitungsseite geht es in einem schnellen Ritt von meinen Kollektiverfahrungen aus den 90er Jahren im Projekt A in Neustadt an der Weinstraße / WESPE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Werk selbstverwalteter Projekte und Einrichtungen) über mein früheres Engagement bei Attac bis zu meiner Überzeugung, dass selbstverwaltete Betriebe und Projekte politisch sind.

Das Foto zum Interview entstand am 12. April in Barcelona, bei der Verabschiedung der Global Sumud Flottilla nach Gaza (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Wetterbedingt konnte sie erst einige Tage später wirklich ablegen. Aus den Medien habt ihr sicher mitbekommen, dass die israelische Armee die Flotilla rechtswidrig in internationalen Gewässern überfallen, viele Schiffe beschädigt und 180 Menschen verhaftet hat. Zwei von ihnen befinden sich noch immer in Haft. Jedoch sind lt. aktueller Presseerklärung von heute (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) 30 Schiffe noch immer unterwegs, aktuell auf dem Weg von Kreta in Richtung Türkei.

Mit Fashion hab ich’s nicht so, aber … Mein T-Shirt auf dem Foto stammt von der Geflüchteten-Kooperative Top Manta in Barcelona (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Sie wurde von illegalisierten Strassenhändler*innen gegründet, die immer wieder von der Polizei vertrieben wurden, wenn sie versucht haben, auf ihrer Decke (manta) Produkte zu verkaufen, um irgendwie finanziell über die Runden zu kommen. Mittlerweile gelingt es der Kooperative, Illegalisierte zu beschäftigen, so dass sie über ihren Arbeitsplatz einen sicheren Aufenthaltsstaus bekommen. Gerade habe ich gesehen, dass mittlerweile im Top Manta-Shop auch Bestellungen aus Alemania aufgegeben werden können. Das habe ich noch nicht ausprobiert, ich kaufe immer direkt im Laden im Raval ein, oder bei politischen Veranstaltungen.

Letztes Jahr hatte ich aus Barcelona über einen Solidaritäts-Lauf (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) berichtet, der von Top Manta mitorganisiert wurde.

Nichtkommerzialität?

Peter Nowak bezieht sich im Interview auch darauf, dass ich im Buch geschrieben habe, ich sei weder eine Änhängerin der Marktwirtschaft noch eine Vertreterin von „Alles umsonst“, und er fragt nach, warum ich diese doppelte Abgrenzung vornehme.

Es gibt viele interessante Ansätze nichtkommerziellen Wirtschaftens jenseits der Marktwirtschaft. Nach wie vor empfehle ich zum Einstieg in das Thema die Broschüre „Ich tausch nicht mehr, ich will mein Leben zurück (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)“ von 2015, in der vielfältige Perspektiven zusammengestellt sind. Das italienische Solihandelsnetzwerk Fuori Mercato (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Jenseits des Marktes) trägt die Nichtkommerzialität schon programmatisch im Namen.

Nur ist das alles nicht so einfach, und wie so oft gibt es auch hier kein Entweder-Oder, kein „gut“ und „schlecht“. Zuletzt hatte ich mich unter dem Titel „Alles umsonst? (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)“ 2013 in Contraste intensiver damit beschäftigt. Im Januar 2023 gab es in Contraste einen ganzen Schwerpunkt „Teilen statt Tauschen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)“, mit Artikeln zu Theorie und Praxis nichtkommerziellen Wirtschaftens, in denen auch die Widersprüche nicht ausgespart werden.

Veranstaltungen in Mannheim und Halle …

Am Freitag, 15. Mai 2026 um 12:00h stelle ich mein Praxishandbuch bei der Anarchistischen Buchmesse Mannheim (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) im Jugendkulturzentum forum, Neckarpromenade 46, 68167 Mannheim, vor. Der Vortrag mit anschl. Diskussion findet in Raum 1 statt (mehr Infos HIER) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Am Mittwoch, 20. Mai 2026 um 18:30h halte ich in Halle im Rahmen der Reihe "Zukünfte - Projekte, Visionen, Utopien für eine bessere Gesellschaft (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)" einen Vortrag zum Thema „Hausprojekte, Kollektivbetriebe und andere selbstverwaltete Projekte“. Die Veranstaltung findet im Nachbarschaftsraum "Vally Guttmann" (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) statt, Georg-Cantor-Str.7, Wohnunion e.V. 06108 Halle (Saale).

… und in Berlin

Am Samstag, 30. Mai 2026 um 14:00h, stelle ich mein Praxishandbuch bei den Linken Buchtagen im Mehringhof (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vor. Die Veranstaltung findet im Buchladen Schwarze Risse (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) statt, Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin, 2. Hinterhof.

Am Mittwoch, 3. Juni 2026 um 18:30h halte ich einen Vortrag mit anschl. Diskussion zum Thema „Solidarisch wirtschaften – aber wie?“ bei der Evangelischen Akademie zu Berlin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Haus der EKD, Charlottenstraße 53/54, 10117 Berlin), Ort der Veranstaltung ist die Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt 5
10117 Berlin (der Ort wurde am 27.05. aktualisiert).

Lasst uns im Gespräch bleiben

Über all diese Themen tausche ich mich gerne aus. In diesem Steady-Blog könnt ihr leider keine Kommentare schreiben – um das zu ermöglichen, müsste ich bezahlte Abos anbieten. Im Sinne der Nichtkommerzialität habe ich mich dagegen entschieden. Ich möchte mit „allen“ reden, nicht nur mit denjenigen, die dafür bezahlen. Und es würde mich unter Druck setzen, wahrscheinlich sogar beim Schreiben blockieren, wenn ich das Gefühl hätte, zahlende Abonnent*innen bedienen zu müssen.

Dem nd könnt ihr einen Leser*innenbrief schreiben, wenn ihr Fragen, Kritik oder Zustimmung, Ergänzungen etc. äußern möchtet. Oder schreibt mir an post @ elisabeth-voss.de (die Leerzeichen rund ums @ müsst ihr löschen). Und wenn ihr möchtet und dies ausdrücklich dazu schreibt, dann kann ich eure Leser*innenbriefe auch hier veröffentlichen.

Lasst es euch gut gehen, trotz Welt und alledem!

Elisabeth

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