San Fernando Valley im Jahr 1977: Der Pornofilmregisseur Jack Horner findet den siebzehnjährigen Tellerwäscher Eddie Adams in einem Nachtclub und macht ihn und seinen großen Penis zu Filmstars. Unter dem Pseudonym Dirk Diggler beweist Eddie Standfestigkeit und Charisma. Doch zu Beginn der 80er-Jahre bedroht das Medium Video die Pornofilmbranche und auch Eddie hat von seinem Glanz verloren. Die vielen Partys, die Drogen und der ihm zu Kopf gestiegene Ruhm lassen ihn ins Bodenlose abstürzen.
Paul Thomas Anderson gewährte uns 1997 einen interessanten Blick in die kalifornische Pornoindustrie der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre, dem Golden Age of Porn. Der Film ist eine Adaption von Andersons eigenem Kurzfilm The Dirk Diggler Story (1988). Prominent besetzt mit Mark Wahlberg, Luis Guzmán, Burt Reynolds, Julianne Moore, John C. Reilly, Heather Graham, Philip Seymour Hoffman und Jack Riley war Boogie Nights der Durchbruch für Paul Thomas Anderson und Mark Wahlberg, der bis dato nur als Model und Sänger arbeitete.
Leider war das US-amerikanische Kino 1997 geprägt von Quentin Tarantinos Stil, Filme zu machen. Und das merkt man Boogie Nights auch an. Mit tarantinoeskem Geschwurbel und zahllosen unnötigen Nebenplots wird das Drama künstlich auf unerträgliche zweieinhalb Stunden aufgebläht. Die dünne Story aus Drogen, Sex, Gewalt und Oberflächlichkeiten hätte man auch in 90 Minuten abhandeln können.
Boogie Nights wurde für drei Oscars nominiert und von der Kritik weitestgehend gelobt. Der Film ist sehr gut gespielt und die Thematik relativ neutral dargestellt, aber wirklich mitnehmen konnte mich weder die Story noch die Atmosphäre. Das Werk kann sich nicht entscheiden, ob es die Geschichte des Golden Age of Porn erzählen möchte oder doch nur ein prätentiöser Krimi à la Pulp Fiction (1994) sein will.
https://www.imdb.com/de/title/tt0118749/ (Opens in a new window)