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The Theatre Bizarre (2011)

Die psychisch angegriffene Enola Penny, die fasziniert von einem alten Theater in ihrer Nachbarschaft ist, kann es kaum fassen, denn eines Nachts öffnen sich die Tore des verlassenen Theaters und die junge Frau kann es betreten. Im Inneren empfängt sie eine lebende Marionette namens Peg Poett, der ihr sechs grausige und bizarre Geschichten erzählt, in die sie auf magische Weise hineingezogen wird.

The Theatre Bizarre ist eine US-amerikanisch-französische Horroranthologie aus dem Jahr 2011, in der sieben Regisseure ihre Kurzgeschichten präsentieren. Das Setting der Rahmenhandlung ist vom legendären Théâtre du Grand-Guignol in Paris inspiriert und von Jeremy Kasten inszeniert. Hier spielt Udo Kier den puppenhaften Peg Poett und Virginia Newcomb die Enola Penny. In weiteren Rollen sehen wir u.a. Jeremy Gladen, Amelia Gotham, Catriona MacColl, André Hennicke, Harvey Friedman, Christian Goebel, Debbie Rochon, Kaniehtiio Horn, Rachelle Glait, Alex Ivanovici, Guilford Adams, Lynn Lowry, Jessica Remmers und Whitney Moore.

Die erste Episode heißt "The Mother of Toads", Regie führte Richard Stanley, der neben Tom Savini noch einer der bekanntesten Regisseure dieser Anthologie sein dürfte. Seine Lovecraft-Adaption Die Farbe aus dem All (2019) mit Nicolas Cage ist mir noch in guter Erinnerung. Die Story basiert lose auf der Kurzgeschichte "Mutter der Kröten" von Clark Ashton Smith, einem meiner Lieblingsschriftsteller. Darin gerät ein junges Pärchen in die Fänge einer geheimnisvollen Frau mit ihrem okkulten Folianten.

In der zweiten Episode erleben wir ein heteronormatives Beziehungsdrama, das in einer Berliner Wohnung eskaliert. "I Love You" ist von Buddy Giovinazzo inszeniert.

"Wet Dreams" stammt von dem berühmten Maskenbildner und Spezialeffektkünstler Tom Savini (der hier auch die Rolle des Psychiaters spielt) und nimmt uns mit in die Alpträume von Donnie, der darin immer wieder von seiner Frau gefoltert wird und deswegen Rat bei einem Psychiater sucht.

Episode vier - "The Accident" - handelt von einer Mutter und ihrer Tochter, die einen tödlichen Wildunfall beobachten und dies zum Anlass nehmen, über den Tod zu philosophieren. Regie führte bei dieser Geschichte Douglas Buck.

Es folgt die Episode "Vision Stains" von Karim Hussain, bekannt für Subconscious Cruelty (2000), einem experimentellen Horror-Episodenfilm. Hier geht es um eine Serienmörderin, die drogenabhängige Frauen tötet und versucht, aus deren Augenflüssigkeit die Vergangenheit der Opfer aufzunehmen und zu konservieren.

Die sechste und letzte Episode heißt "Sweets" und stammt von David Gregory. Hier erleben wir die skurrilen Abenteuer zweier Nahrungsmittelfetischisten.

Wie das in der Natur von Episodenfilmen mit unterschiedlichen Regisseuren liegt, ist das Ganze sehr durchwachsen. Gut gefallen hat mir die stimmungsvolle Episode "The Mother of Toads", darin kommen eine Dämonenhexe, das Necronomicon und ein tolles Krötenmonster vor. "I Love You" ist nervtötendes und gestelztes Arthouse-Beziehungsgelaber mit blutigem Ausgang und "Wet Dreams" hölzern gespielter Torture-Trash mit psychoanalytischem Anstrich. Tom Savini sollte lieber bei seinen Masken bleiben und die Regie anderen überlassen. "The Accident" ist dagegen eine nachdenkliche und melancholische Geschichte, geprägt von einem düsteren Realismus. Die Episode kommt im Gegensatz zu den drei Vorgängern ohne Sexszenen und dämlichen Beziehungs-Bullshit aus, sie ist die philosophisch stärkste Episode. "Vision Stains" ist experimentell, feministisch, transgressiv und kunstvoll - sehr gelungen. In "Sweets" kommen wir wieder zu den nervigen Mann-Frau-Problemen zurück, die sich durch das gesamte Werk ziehen. Dieser Ekelporno hat zwar einen gewissen Humor, wirklich überzeugen konnte er mich allerdings nicht. Zuletzt die Rahmenhandlung: sie ist irgendwie klischeehaft und verheizt den besten Schauspieler des Films in einer seltsamen Rolle. The Theatre Bizarre ist ein Arthouse-Horror-Splatter-Mix mit einigen Lichtblicken und vielen Schwächen.

https://www.imdb.com/de/title/tt1763316/ (Opens in a new window)
Topic Film