In einer Nacht in West-Berlin begegnen sich ein junger Punk und ein etwas älterer Rock ’n’ Roller. Nachdem sie die tief sitzenden Konflikte zwischen den Generationen sowie zwischen den Musikstilen Rock und Punk beigelegt haben, werden sie zu Freunden und entdecken ein verbindendes Element. Daraus formt sich ein ganz besonderer Song: "Angel’s Night".
Asphaltnacht aus dem Jahr 1980 ist ein TV-Film von Peter Fratzscher, der bekannt ist für den Film Sieben Monde (1998), einzelne Folgen von Auf Achse (1978) und Der Fahnder (1984) sowie zahlreiche Tatort-Filme. Filmmusik und Titelsong "Angel’s Night" stammen von Lothar Meid, der später u.a. die Musik für Neonstadt (1982) komponierte. Die Hauptrollen spielen Gerd Udo Heinemann als Angel und Thomas Davis als Johnny. In Nebenrollen sind Christina Plate, Petra Jokisch und der damalige Gitarrist von Ideal, Eff Jot Krüger, zu sehen.
Von flotten Sponti-Dialogen und rotzigen Punk-Sprüchen durchtränkt, vermittelt Asphaltnacht ein authentisches Bild der damaligen Musikszenen. Das schließt nicht nur eine gewisse Portion Gewalt ein, sondern diskutiert auch den kulturellen Konflikt dieser Zeit, den Diedrich Diederichsen mit seinem wegweisenden Essay "Ideologien, Identitäten, Irrwege" in der Musikzeitschrift "Sounds" analysierte und damit die Dekade der Dekadenz einleitete. So illustriert der Film die Revolte der Jugend- und Subkulturen Punk, Rock und Disco gegen die Dominanzkultur. Es geht hier aber nicht nur um Musik, sondern vor allem um Identitäten. Durch diesen realistischen Einblick wird das Lebensgefühl in der Großstadt zu dieser Zeit greifbar gemacht.
Asphaltnacht zeigt gut, wie in den 80er-Jahren die Popmusik und ihre Anhänger und Szenen begannen, sich auszudifferenzieren. Für jeden an Musik und Subkultur Interessierten dürfte dieser Film als Zeitdokument reizvoll sein.
https://www.imdb.com/de/title/tt0080387/ (Si apre in una nuova finestra)