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Obsession - Du sollst mich lieben (2025)

Der junge Mann Bear (ja, der heißt wirklich so) ist seit Jahren hoffnungslos in seine gute Freundin Nikki verliebt. Bislang hat er nie den Mut aufgebracht, ihr dies zu sagen. Nikki dagegen scheint nicht auf ihn zu stehen, sonst hätte sie es ihm sicher längst gesagt. In einem Esoterikladen findet Bear auf der Suche nach einem Geschenk für Nikki einen Zauberstab namens "One Wish Willow", der die Kraft haben soll, Wünsche zu erfüllen. In einem schwachen Moment wünscht Bear sich, dass Nikki ihn mehr liebt als alles andere auf der Welt. Der Wunsch geht in Erfüllung, doch das Ganze hat auch eine mehr als düstere Seite: Nikki wandelt sich unter dem Einfluss der Magie des Artefakts zunächst zu einer krankhaft eifersüchtigen Borderlinerin mit krassen Stimmungsschwankungen, dann zu einer Psychotikerin, die sich selbst verletzt, und schließlich zu einer von einem Dämon Besessenen, die andere Menschen ermordet. In jedem ihrer Stadien ist sie krankhaft fixiert auf Bear, dessen Leben dadurch zur Hölle wird.

Obsession - Du sollst mich lieben ist ein mehrfach ausgezeichneter Horrorfilm aus dem Jahr 2025, bei dem der Social-Media-Comedian Curry Barker Regie führte, das Drehbuch schrieb und den Filmschnitt übernahm. Das Werk ist Barkers zweiter Langfilm nach dem Found-Footage-Horrorthriller Milk & Serial (2024). Die Hauptrollen sind mit Michael Johnston als Bear und Inde Navarrette als Nikki besetzt. Die Filmmusik stammt von Rock Burwell, dem Sohn des berühmten Filmkomponisten Carter Burwell.

Der Film hat - wie viele Horrorfilme - ein aufdringliches heteronormatives Setting zwischen Bro Culture und dem nervigen Eierlauf von Normalos unterschiedlichen Geschlechts. Curry Barkers Versuch, diese gruselige Kultur zu kritisieren, gelingt allerdings nicht so wie das Michael Shanks mit seinem Werk Together - Unzertrennlich (2025) meisterte. Wenn Nikki die biederen Standards der jungen Menschen crashte, fand ich das unterhaltsam und lustig, aber nicht unheimlich. Mit Horror hat der Film für meinen Geschmack ohnehin wenig zu tun. Für mich ist Obsession - Du sollst mich lieben mehr ein Psychodrama, das das Zusammenspiel von normativer Beziehungskultur und psychischer Erkrankung thematisiert. Die erste Stunde fand ich vor allem thematisch unerträglich langweilig, dann wurde alles ziemlich schnell sehr hysterisch und am Ende eskalierte der Film und zeigte zwei bis drei krasse Splatterszenen - die das Ganze für mich aber immer noch nicht zum Horrorfilm machten.

Obsession - Du sollst mich lieben kam beim Publikum sehr gut an und wurde von der Kritik hoch gelobt. Vielleicht gefällt den Menschen der Film so gut, weil viele diese Art von Beziehungen kennen. Dazu bräuchte man aber keinen Zauberstab. Der Film ist gut inszeniert und schauspielerisch auf einem hohen Niveau, außerdem wird angenehm wenig erklärt, allein das macht ihn im Vergleich mit vielen anderen Filmen unserer Zeit zu etwas Besonderem. Den Hype um diesen streckenweise langweiligen und nervtötenden Film kann ich aber beileibe nicht nachvollziehen.

https://www.imdb.com/de/title/tt37287335/ (Öffnet in neuem Fenster)

Kategorie Film