Skip to main content

Martha (1974)

Martha Heyer, Anfang Dreißig, hatte noch nie Sex. Nachdem ihr Vater auf einer Urlaubsreise nach Rom unerwartet stirbt, begegnet sie einem unbekannten Mann in der deutschen Botschaft. Zurück in Deutschland trifft sie den Mann erneut auf einer Hochzeit. Es ist der Geschäftsmann Helmut Salomon, von dessen Dominanz und Charisma sie überwältigt ist. Sie werden ein Paar und auf der gemeinsamen Hochzeitsreise beginnt Helmut, Martha zu quälen und nach seinen Vorstellungen zu erziehen. Das weitere Eheleben der beiden bekommt immer mehr sadomasochistische Züge.

Rainer Werner Fassbinder bescherte uns 1974 diesen Fernsehfilm, der durch seine theaterhaften Dialoge auffällt. Die sind streckenweise sehr gestelzt und manisch; sie wirken wie auswendig gelernt und vorgetragen. Das muss man mögen. Ich fands zumeist nur seltsam und albern. Ich weiß, Fassbinder soll Botschaften und Symbole in seinen Filmen versteckt haben, die auf einer subtileren Ebene von Bedeutung sind, aber ich hab sie nicht entdecken können. Aber vielleicht liegt es auch einfach nur an den heutigen Sehgewohnheiten. Karlheinz Böhm spielt den Helmut Salomon unerträglich hölzern, Margit Carstensen die Martha wie auf Droge. In der zweiten Hälfte des Films wird es schauspielerisch ein bisschen besser, doch es bleibt langweilig und wird gegen Ende hin richtig cringe. Echte sadomasochistische Szenen sieht man gar nicht, lediglich alltägliche Gewalt in der Ehe und hysterische Filmküsse. Mehr als ein biederes Großbürgertheater kann ich in Martha nicht sehen.

https://www.imdb.com/de/title/tt0070374/ (Opens in a new window)
Topic Film