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Oderbruch / Staffel 2 (2026)

Die Vampirgeschwister Magdalena und Kai Kring haben es sich nach den Geschehnissen in Oderbruch zur Aufgabe gemacht, Vampire zu jagen und unschädlich zu machen. Sie reisen durch Europa und erledigen ihr blutiges Geschäft. Doch die mächtige Vampirorganisation der Strigoi hat sie im Visier, vor allem, weil Magdalena als seltene Vampirfrau von großem Wert für den Fortbestand der Spezies ist. Als der Aufenthaltsort von Magdalenas Tochter Vera bekannt wird, die eine so genannte Blutmutter sein könnte, begeben sich die Geschwister nach Spanien, um Vera vor den Strigoi zu beschützen. Doch dort hat sich der Vampirjäger Stanisław Zajak bereits auf die Lauer gelegt. Der Kampf um die Blutmutter hat begonnen.

Es war zu erwarten, dass die Serie die Spannung der ersten Staffel nicht mehr halten kann, der Plot-Twist damals war einfach zu gut. Dass die zweite Staffel aus dem Jahr 2026 nun aber so ernüchternd ausfällt, hätte ich nicht erwartet. Wieder zeichnen sich Arend Remmers als Headautor und Adolfo J. Kolmerer als Regisseur verantwortlich. Christian Alvart, der in der ersten Staffel noch unter anderem die Regie übernahm, fungierte nun als Co-Autor und Produzent. Die Hauptrollen werden weiterhin von Karoline Schuch, Julius Gause und Lucas Gregorowicz verkörpert, hinzu kamen Sabin Tambrea als Strigoi Quito, die Rolle von Magdalenas Tochter Vera spielt Emily Kusche, die ich von Tigermilch (2017) und Sløborn (2020) kenne.

Die erste Staffel ist Mystery-Horror und eine ästhetische Überraschung, der Leichenberg ist genial designt und die düstere Atmosphäre mit dem allgegenwärtigen Mysterium großartig umgesetzt. Dieses ästhetische Gesamtkonzept fehlt nun gänzlich. Oderbruch ist in der zweiten Staffel nicht mehr als ein Action-Thriller mit Blut und Urlaubskulissen. Hier ist nichts mehr geheimnisvoll oder atmosphärisch. Wo die erste Staffel durch die Kameraarbeit, eine wendungsreiche Story und das tolle Produktionsdesign ein internationales Niveau erreichte und einen ernstzunehmenden Genrebeitrag darstellte, da versucht die Nachfolgestaffel mit babylonischem Sprachgewirr, Untertiteln und Landschaftsaufnahmen aus einigen europäischen Ländern einen internationalen Touch künstlich zu erzeugen. Das wirkt mehr als unbeholfen und geht nach hinten los.

Typisch für viele zeitgenössische Serien verstrickt sich auch Oderbruch nun im Plot und verliert dabei das Visuelle komplett aus den Augen. Reisen mit dem Auto quer durch Europa dauern gefühlt nur wenigen Stunden, um nicht zu viele Untertitel zu bemühen, verstehen auch spanische Vampire Deutsch, obwohl sie es selbst nicht sprechen können, und ein Strigoi-Schütze liegt tagelang auf der Lauer und beobachtet jemanden durch sein Zielfernrohr.

Erst in der letzten Folge wird es storymäßig wieder ein bisschen interessant, wenn Vera auf der Lebensbornburg der Strigoi zur Blutmutter wird und Magdalena und Stanisław versuchen, sie zu retten. Das reicht aber nicht aus, um den Rest zu entschuldigen. Die zweite Staffel von Oderbruch ist insgesamt sehr enttäuschend.

https://www.imdb.com/de/title/tt15557828/ (Opens in a new window)
Topic Serie