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🌸 Die Glockenblume: Hotspot für fliegende Spezialisten

Sie ist hübsch und in vielen Gärten zu finden: Scheinbar eine Allerweltsblume und trotzdem wichtig für die Insektenvielfalt.

Glockenblumen gelten als robuste Stauden ohne großen Pflegeaufwand. Für uns vor allem praktisch und farbenfroh – für einige Bienenarten dagegen überlebenswichtig, denn sie sind auf Glockenblumen spezialisiert.

Eine lilafarbene Glockenblume, an der eine Hummel nascht. Man sieht nur deren schwarzes Hinterteil mit weißer Spitze und dickem, weißen Pollenhöschen.

Einige Blüten erinnern an lila Feen-Röckchen. Andere sehen aus, als könnten sie leise bimmeln oder als Satellitenschüssel fungieren. So ließen sich die Glockenblumen (Gattung: Campanula) auf Balkonien beschreiben, und immer schwirrt in den warmen Monaten eine bunte Schar von Flug-Insekten um sie herum.

Glöckchen mit Fangemeinde

Regnet es, suchen einige der dickeren Brummer gerne in den Trichtern Schutz, da die Blüten vieler Arten waagrecht oder nach unten geneigt sind. An sonnigen Tagen krabbeln die Sechsbeiner dagegen in aller Ruhe in die Blüten, um Pollen zu sammeln oder Nektar aufzusaugen. Manche Besucher nehmen sich dafür Zeit, andere lassen sich einfach mal hängen.

Eine Biene sitzt auf dem weißen Griffel einer satellitenschüsselförmigen, hell-lila Glockenblume. Der Hinterkörper der Biene ist schwarz, vorne sieht man einen greuen Pelz. Beide Hinterbeine hängen in der Luft.
"Einfach mal abhängen" könnte diese Garten-Blattschneiderbiene an der Glockenblume denken (wiss. Name der Biene: Megachile willughbiella).

Oder sie sind so klein und schnell, dass ich sie Irrlichter (Opens in a new window) nenne. Kaum zu fotografieren, kaum zu bestimmen. Doch manchmal habe ich Glück. Und merke: Bisher sind es rund 14 verschiedene Arten, für die es einen Fotobeweis auf der Campanula gibt. Natürlich nur ein kleiner Ausschnitt – vor allem, wenn man die Zahl der Wildbienenarten in Deutschland betrachtet. Über 600 verschiedene wurden nachgewiesen (Quelle: Die Wildbienenarten Deutschlands (Opens in a new window), Sept 2023. Autoren: E Scheuchel, HR Schwenninger, R Burger, O Diestelhorst).

Doch die Vielfalt täuscht. In meinem Heimatbundesland Baden-Württemberg ist beispielsweise jede zweite Wildbienenart bestandsgefährdet, über 16 Prozent der Arten sind sogar vom Aussterben bedroht (Quelle: Rote-Liste-Zentrum (Opens in a new window)). In anderen Bundesländern sieht es nicht anders aus.

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Wie aber können wir die summende und brummende Vielfalt unterstützen? Größere Projekte wie naturnahe Gärten, Stadtbegrünung, bunte Wildblumenwiesen, Blühstreifen an Feldern oder der Umbau unserer heimischen Wälder sind wichtig und helfen vielen Insekten. Doch Artenschutz kann auch im Kleinen geschehen. Umso wichtiger: Auch Tieren eine Nische zu geben, die auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. Da kommt die Campanula ins Spiel.

Topic Lebensräume

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