Warum mich Geburtstage überfordern
Neulich war ich auf einem Geburtstag. Eigentlich ein fröhlicher Anlass, viele nette Menschen, gute Stimmung. Und doch stand ich irgendwann am Rand des Geschehens und fühlte mich verloren. Ich wusste nicht, wohin mit mir, fand keinen Anschluss, kein Gespräch, das mich wirklich berührte. Bereits nach 1/2 Stunde wollte ich nur noch nach Hause – raus aus der Reizflut, rein in die Ruhe.
Dieses Gefühl begleitet mich seit meiner Jugend. Damals dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht. Heute weiß ich: Ich nehme meine Umgebung anders wahr als viele andere.
Tiefe statt Small Talk
Ein paar Tage vorher hatte ich eine völlig andere Begegnung.
Ich kam mit einem Unbekannten in ein Gespräch, das mich vollkommen überrascht hat. Zwei Stunden saßen wir beieinander und sprachen über Traumata, Verletzungen, Heilung. Ohne Maske, ohne Small Talk. Es sind sogar Tränen geflossen.
Und ich dachte: Das. Genau das nährt mich.
Nicht die flüchtigen Kontakte im Kreis einer Party, sondern Begegnungen, in denen man sich wirklich sieht.
Die andere Seite in mir
Und trotzdem wäre es zu einfach zu sagen: „Ich kann keine Gruppen.“
Das stimmt nämlich nicht.
Es gibt Runden, in denen fühle ich mich lebendig, inspiriert, getragen.
Wenn eine Gruppe aus interessanten, offenen, klugen (meist) Frauen besteht — Frauen, die etwas zu erzählen haben, die reflektiert sind, die Tiefe nicht scheuen — dann blühe ich auf. Dann kann ich stundenlang reden, lachen, teilen. Dann entsteht ein Raum, in dem ich mich sicher fühle und mich wirklich verbinden kann.
Ich glaube, es geht für mich nicht um die Größe der Gruppe.
Es geht um die Energie der Menschen darin.