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(D)ein Garten für Igel

Er zieht nachts durch deinen Garten, sucht Futter, Wasser und sichere Verstecke und bleibt dort, wo er einen guten Lebensraum findet: der Igel! In diesem Artikel schauen wir uns an, was er das ganze Jahr so treibt, wie du deinen Garten so gestalten kannst, dass er dort ein sicheres Zuhause findet und was du tun musst, wenn du einen Igel findest, der Hilfe braucht. Los geht’s!

Alexas_Fotos für Unsplash.

Ich sag es direkt: Unserem Igel geht’s nicht gut. Seit Oktober 2024 steht er erstmals auf der internationalen Roten Liste der IUCN, eingestuft als „potenziell gefährdet". In Deutschland führt die Rote Liste der Säugetiere ihn auf der Vorwarnliste, in Bayern bereits seit 2017. Die Bestände gehen je nach Region um 16 bis 50 Prozent zurück. In Städten leben inzwischen bis zu neunmal so viele Igel wie auf dem Land, weil die offene Monokultur-Agrarlandschaft kaum noch Hecken, Randstreifen und irgendwelche Strukturen bietet, mit denen Igel was anfangen können. Dein Garten wird damit zu einem wichtigen Refugium!

Steckbrief: Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)

Ein ausgewachsener Igel trägt zwischen 5.000 und 7.000 Stacheln, wiegt rund ein Kilo und durchstreift nachts Gebiete von bis zu 20 Hektar, das entspricht etwa 28 Fußballfeldern. Wenn du abends einen Igel durch deinen Garten tippeln siehst, hast du einen Gast vor dir, der in derselben Nacht noch in mehreren anderen Gärten nach Futter sucht.

Igel sind Räuber und fressen Käfer, Laufkäferlarven, Regenwürmer, Ohrwürmer, Raupen und Spinnen. Ab und zu futtern auch Schnecken, aber die machen nur einen kleinen Teil der Ernährung aus. Das Bild vom absolut gnadenlosen Vertilger riesiger Wegschnecken stimmt so also nicht ganz, aber dennoch: Junge Nacktschnecken und deren Eier frisst er ganz gern, er behandelt das Problem also “an der Wurzel”. Entscheidend ist, dass dein Garten Insekten beherbergt. Und das wiederum hängt davon ab, wie du pflanzt, mähst und wie exzessiv du aufräumst.

Das Igeljahr

Winter: Januar und Februar

Zur jetzigen Jahreszeit schläft der Igel, wenn alles gutgegangen ist. Er liegt zusammengerollt in seinem kuscheligen Winternest aus Laub, Moos und Gras, geschützt unter einem Reisighaufen, unter einer dichten Hecke oder in einem Igelhaus, das du ihm zur Verfügung gestellt hast. Während des Winterschlafs verlangsamen sich alle Stoffwechselvorgänge. Seine Körpertemperatur sinkt auf 1-8 °C, und die Tiere atmen nur noch ein oder zwei Mal pro Minute, während ihr Herz in diesem Zeitraum nur noch rund fünf Mal schlägt. In dieser Zeit können Igel bis zu 26 Prozent ihres Körpergewichts verlieren, weshalb es wichtig ist, dass sie vor Beginn des Winterschlafs mindestens fünfhundert Gramm Kampfgewicht angefuttert haben, um diese Zeit zu überstehen. Meist wachen sie auch ein bis zwei Mal während des Winterschlafs auf, um was zu essen oder auf Toilette zu gehen.

Deine Aufgabe jetzt: Füße stillhalten. Wenn du im Herbst einen Laub- oder Reisighaufen angelegt hast, lass ihn jetzt in Ruhe. Gartenarbeit in der Nähe möglicher Winterquartiere verschiebst du bis zum Frühling. Holzstapel, Komposthaufen und Hecken bleiben unberührt. Laubsauger und Häcksler haben Pause, denn sie können ein Nest zerstören, ohne dass du es merkst.

Frühling: März und April

Ende März, wenn die Bodentemperaturen schon ein Weilchen um 10 °C liegen, wachen die ersten Igel auf, und die Männchen dabei gern mal ein paar Wochen vor den Weibchen. Der Aufwachvorgang dauert mehrere Stunden und kostet richtig viel Energie. Das braune Fettgewebe im Schulterbereich liefert dafür den Treibstoff, die Herzfrequenz und Durchblutung steigen massiv an und nach und nach kommt der Igel wieder zu sich und reckt und streckt sich.

Topic Tiere & Lebensräume

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