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Kognitive Aktivitäten

Einführung: Kognitive Aktivitäten verstehen sich als gezielte Trainingsaufgaben für das Gehirn, die geistige Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkvermögen anregen. Ähnlich wie körperliche Bewegung trägt mentale Aktivität zur Gesundheit des Gehirns bei – regelmäßige geistige Übungen können dazu beitragen, kognitive Fähigkeiten im Alter zu erhalten. Vor allem im höheren Lebensalter ist dies wichtig, denn viele geistige Funktionen nehmen natürlich ab. Studien zeigen, dass eine aktive Lebensführung mit regelmäßiger geistiger und sozialer Aktivität das Risiko für Demenzerkrankungen senken kann. Kognitive Fähigkeiten umfassen dabei u. a. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Auffassungsgabe, Denkvermögen und Orientierung. Ziel kognitiver Aktivitäten ist es, den altersbedingten Abbau dieser Funktionen zu verlangsamen und die geistige Fitness so lange wie möglich zu erhalten.

Zwei Seniorinnen spielen gemeinsam ein Gedächtnisspiel (Memory) im Rahmen eines kognitiven Aktivierungsangebotes. Solche Gedächtnisspiele, Kreuzworträtsel oder logische Aufgaben sind klassische Beispiele kognitiver Aktivitäten und fordern unterschiedliche Bereiche des Denkens gleichzeitig. Durch diese Übungen werden Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprachverständnis stimuliert. Kleine Erfolgserlebnisse bei den Übungen stärken zudem das Selbstwertgefühl und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. So tragen kognitive Angebote insgesamt dazu bei, Selbstständigkeit und Wohlbefinden der Senioren zu unterstützen.
(Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (Opens in a new window))

Zielsetzung

Erhalt der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung: Kognitive Aktivitäten sollen insbesondere das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit unterstützen und den altersbedingten Leistungsabfall verzögern.

Stärkung von Selbstwirksamkeit und Selbstwert: Durch kleine Erfolgserlebnisse im Training gewinnt die betreute Person Selbstvertrauen, und ihr Selbstwertgefühl wird gefördert.

Erhalt der Alltagskompetenz und Selbstständigkeit: Praktische Aktivierungsübungen zielen darauf ab, vorhandene kognitive Fähigkeiten zu erhalten, damit die Senioren möglichst lange Alltagstätigkeiten eigenständig bewältigen können.

Förderung der Lebensqualität und sozialen Teilhabe: Gemeinschaftliche Aktivitäten erhöhen die Lebensfreude im Alter, fördern soziale Kontakte und bieten emotionale Unterstützung.

Anregung von Denkflexibilität und Kreativität: Ein weiteres Ziel ist es, Denkflexibilität und kreative Fähigkeiten zu aktivieren, um Problemlösen und Motivation im Alltag zu unterstützen.

Vor- und Nachteile

Vorteile: Gruppenaktivitäten fördern die geistige Fitness, indem sie kognitive Fähigkeiten erhalten und trainieren. Sie bieten Abwechslung und fördern das Gemeinschaftsgefühl, denn gemeinsame Spiele und Denkaufgaben machen Spaß und motivieren durch Lachen und Austausch. Durch Erfolgserlebnisse in der Gruppe steigt das Selbstbewusstsein der Senioren spürbar. Auch für die physische Gesundheit sind Kombi-Angebote (Bewegung plus geistige Aktivierung) vorteilhaft: Bewegte Spiele oder Spaziergänge schulen nebenbei die Motorik und verbessern die Stimmung.

Nachteile: Ein zu hoher Schwierigkeitsgrad kann leicht Frust und Überforderung auslösen, insbesondere bei Menschen mit Demenz. Deshalb ist eine angemessene Anpassung wichtig (siehe unten). Kognitive Trainingsmaßnahmen können den Verlauf einer Demenz zwar bremsen, bieten aber keine Heilung – ein Fortschreiten der Erkrankung lässt sich hiermit nur verzögern, nicht rückgängig machen. Zudem erfordern einige Übungen Zeit, Geduld und Motivation, was im Alltag organisatorisch berücksichtigt werden muss.

Durchführung kognitiver Aktivitäten

Gedächtnistraining: Memory-Spiele, Quizfragen oder Kreuzworträtsel, mit denen spezifisch Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis trainiert wird.

Wort- und Sprachspiele: Buchstabenpuzzles, Scrabble, „Ich packe meinen Koffer“ oder Ratespiele („Stadt-Land-Fluss“) zur Förderung von Wortschatz und sprachlicher Ausdrucksfähigkeit.

Denk- und Konzentrationsaufgaben: Logikrätsel, Zahlenpuzzle (Sudoku, Rechenrätsel) und Mustererkennungsaufgaben zur Schulung von Logik und Konzentration.

Alltagstraining: Praktische Übungen zu Haushaltsaktivitäten oder Orientierung, z. B. gemeinsam einen Wochenplan erstellen, einfache Kochrezepte besprechen oder Bilder aus dem Alltag sortieren. Solche Aufgaben aktivieren das Gedächtnis für reale Zusammenhänge und Alltagswissen.

Kreativangebote: Malen, Basteln, Musizieren oder Geschichten-Erfinden, die neben kognitiver Anregung auch Sinneswahrnehmungen und Feinmotorik integrieren.

Bei der Durchführung sollte die Übung immer auf die individuellen Fähigkeiten der Senioren abgestimmt sein. Überforderung gilt es zu vermeiden, daher empfiehlt es sich, den Schwierigkeitsgrad so zu wählen, dass Erfolgserlebnisse möglich sind. Übungen lassen sich spannender gestalten, wenn sie biografiebezogene Themen aufgreifen (z. B. frühere Berufe, Hobbys oder wichtige Lebensereignisse). Greifbare Materialien und Realia (Gegenstände, Bilder, Duftproben) machen Übungen anschaulicher und helfen, die Lösung zu finden. Beispiele für Materialien sind Bildkarten, Würfel, Spielbretter oder gemeinsame Erinnerungsalben. Gruppengrößen von etwa fünf bis zehn Personen sind optimal, damit alle Beteiligten mitmachen können; bei ausschließlich demenziell veränderten Teilnehmern empfiehlt sich eine noch kleinere Gruppe (maximal sieben Personen). Die Zeitdauer richtet sich nach der Aufmerksamkeitsspanne: Oft sind mehrere kurze Einheiten (10–20 Minuten) an verschiedenen Tageszeiten effektiver als eine einzige lange Einheit.

Die Betreuungskraft sollte bei kognitiven Angeboten klar und unterstützend kommunizieren. Eine ruhige Atmosphäre ohne Ablenkung, deutliches Sprechen sowie Blickkontakt helfen beim Verständnis. Hilfreich ist es, lobend auf Erfolge hinzuweisen und jederzeit bereit zu stehen, um bei Bedarf zusätzliche Erklärungen oder Hilfestellungen zu geben. Es ist außerdem wichtig, Geduld zu zeigen und keine Fehler zu rügen – so bleiben die Senioren motiviert. Regelmäßigkeit und Geduld sind Schlüsselelemente: Nur mit konstanten, wohlwollenden Aktivierungsangeboten bleibt der Trainingseffekt langfristig erhalten.

Umsetzung in der Praxis

Erfahrungen aus der Praxis bestätigen, dass aktive Beschäftigung den Alltag älterer Menschen bereichert und das Gefühl von Gemeinschaft stärkt. Bei Menschen ohne kognitive Einschränkungen können die Aufgaben anspruchsvoller sein und z. B. neue Lernimpulse bieten. Vielfach erweist es sich aber auch hier als Motivationstreiber, gemeinsam bekannte Themen durchzugehen oder erfolgreich an bereits Gelerntem anzuknüpfen. Bei Senioren mit Demenz orientiert man sich immer am aktuellen Fähigkeiteniveau: Viele der genannten Aktivitäten sind laut Leitlinien auch für Personen mit leichter bis mittlerer Demenz geeignet. In fortgeschrittenen Stadien rücken dagegen einfache Sinnes- und Erinnerungsimpulse in den Vordergrund.

Herausforderungen im Praxisalltag sind etwa Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwächen. Um dem entgegenzuwirken, sind empathisches Vorgehen und individuelle Anpassungen wichtig. Ein häufiger Rat ist, persönliche Vorlieben zu berücksichtigen und auf aktuelle Befindlichkeiten einzugehen: So vermeiden Betreuende Frust, wenn sie das Lerntempo drosseln oder eine Übung abbrechen, die keinen Spaß mehr macht. Oft helfen vertraute Bilder, Lieder oder Gegenstände, um Erinnerungen zu wecken und Gespräche anzuregen. Angehörige und Fachkräfte berichten, dass selbst in höheren Demenzstadien kurze gemeinsame Beschäftigungen sinnvoll bleiben können, wenn sie flexibel und geduldig begleitet werden. Wichtig ist immer, die Senioren miteinzubeziehen – Aktivitäten dienen dann vor allem dazu, Erfolgserlebnisse zu erzeugen und soziale Bindungen zu stärken. So können kognitive Angebote dazu beitragen, den Tagesablauf zu strukturieren und Teilhabe zu ermöglichen, auch wenn die geistigen Fähigkeiten eingeschränkt sind.

Kognitive Gruppenaktivitäten für Senioren

Eine regelmäßige geistige Aktivierung im Alter hilft, die Denk- und Erinnerungsfähigkeit zu erhalten. Pflegeexperten betonen: „Ob mit oder ohne Demenz – für uns als Menschen ist wichtig, dass unser Kopf täglich gefordert wird. Mit regelmäßigem Gedächtnistraining… lässt sich der Abbau der kognitiven Leistung hinauszögern und vorhandene Kompetenzen stärken“. Besonders Gruppenspiele und gemeinsame Übungen sind dabei wertvoll, weil sie nicht nur einzelne Fähigkeiten trainieren, sondern auch soziale Bindungen und das Wohlbefinden fördern. So heißt es etwa, Gruppenspiele förderten „geistige, körperliche und emotionale Gesundheit“: Sie erhalten kognitive Fähigkeiten (Gedächtnis, Konzentration, Kreativität) und steigern das Selbstwertgefühl durch Erfolgserlebnisse in der Gemeinschaft. Studien zeigen sogar, dass Denkspiele bei Demenzerkrankten das Kurzzeitgedächtnis, Problemlösungs- und logisches Denken verbessern können.

Sprach- und Wortspiele

Sprachliche Aktivitäten trainieren Wortschatz, Ausdruck und Sprachverständnis. Wort- und Geschichten-Spiele gehören zum Standardrepertoire in der Seniorenbetreuung. Sie fördern Kommunikation und Fantasie.

Fortsetzungsgeschichte im Kreis

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Kreativität, Phantasie.

Material: Stifte und Papier (optional).

Durchführung: Die Gruppe sitzt in einem Kreis (4–8 Personen). Ein Teilnehmer beginnt mit einem Satzanfang, z. B. „Es war einmal…“. Reihum ergänzt jeder einen weiteren Satz, der logisch an den vorherigen anknüpft. Dabei entstehen gemeinsam lustige oder abenteuerliche Geschichten. Die Aktivität dauert etwa 15–20 Minuten. Für Teilnehmer mit Demenz kann die Betreuungskraft Anfangssätze vorgeben oder Schlagworte an die Wand schreiben, die eingebaut werden sollen. Wichtig ist eine entspannte Atmosphäre, damit jeder nach eigenem Tempo beitragen kann.

Praxisbeispiel: In der Praxis stellten Betreuungskräfte fest, dass Senioren beim Satzergänzungsspiel oft viel lachen und sich kreativ einbringen. Wie ein Betreuer berichtet, stärken solche Spiele Kreativität, Sprachverständnis und soziale Interaktion. Auch Teilnehmer mit beginnender Demenz konnten unterstützen, indem sie einfache Satzteile beitrugen.

Reimwörter finden

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Lautbewusstsein, Wortschatz.

Material: Kleine Zettel oder Karten mit Alltagwörtern (optional).

Durchführung: Ein Spieler nennt ein Ausgangswort, z. B. „Haus“. Die anderen suchen nacheinander passende Reimwörter, etwa „Maus“, „Laus“, „Klaus“. Jeder gibt ein Wort vor, und wer kein neues Reimwort einfällt, setzt aus. Die Runde geht etwa 10–15 Minuten, danach kann ein neuer Startspieler gewählt werden. Fördern Sie bei Demenz langsamere Rhythmen und geben Sie gegebenenfalls Hilfen (z. B. mit Bildern). Dieses Spiel schult das Lautbewusstsein und die Wortfindung.

Praxisbeispiel: Eine Betreuerin berichtet, dass die Senioren großen Spaß hatten, kreative Reimwörter zu finden – selbst bei herausfordernden Wörtern wi e „Apfel“. Durch gemeinsames Überlegen wurde zugleich der Wortschatz aktiviert. PPM-online hebt hervor, dass Reimspiele das kreative Denken und das phonologische Bewusstsein stärken.

Wortkette (Wörter verknüpfen)

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Schnelles Denken, Gedächtnis.

Material: keines.

Durchführung: Die Gruppe steht oder sitzt im Kreis. Ein Spieler nennt ein Wort, z. B. „Auto“. Der Nächste muss ein neues Wort nennen, das mit dem letzten Buchstaben des vorherigen Wortes beginnt, z. B. „Orgel“. Dann folgt „Limonade“, „Ente“ usw. Jeder bekommt einen Moment, um zu antworten, wobei sich die Kette so lange fortsetzt, bis jemand kein Wort findet. Die Aktivität dauert ca. 10 Minuten. Für Teilnehmer mit Demenz kann man das Spiel vereinfachen: Etwa auf kürzere Wortlisten oder eine bestimmte Kategorie (Tiere, Essen) begrenzen.

Praxisbeispiel: In einer Seniorenrunde wurde das Wortkettenspiel durchgeführt. Die Teilnehmer mussten aufmerksam zuhören und schnell einfallen lassen, was ihre Konzentration und ihr Sprachgedächtnis trainierte. Eine Betreuungskraft notierte: Durch diese Übung verbesserten sich insbesondere die Reaktionsgeschwindigkeit und das assoziative Denken.

Teekesselchen (Homonym-Rätsel)

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Assoziationsfähigkeit.

Material: vorbereitete Zettel mit Begriffspaaren (optional).

Durchführung: Ein Spieler denkt sich ein Wort mit zwei Bedeutungen aus und gibt dazu jeweils einen Hinweis, z. B. „Ich habe eine rechte und eine linke, aber brauche keine Beine“ und „Ich habe Seiten, doch schreibe ich keine Bücher“. Die Gruppe rät das Wort (z. B. „Schuh“, „Kirche“). Jeder Spieler ist einmal Ratender. Pro Begriffsvorschlag können maximal zwei Hinweise gegeben werden. Dauer: etwa 10–15 Minuten. Für Menschen mit Demenz eignen sich einfachere Objekte und konkret verständliche Hinweise. Dieses Rätselspiel fordert das Sprachverständnis und die Vorstellungskraft.

Praxisbeispiel: Ein betreutes Gedächtnistraining integrierte Teekesselchen-Spiele. Die Senioren lachten, als aus Rätselhinweisen klare Gegenstände wurden. Das gemeinsame Lösen stärkte das Gruppengefühl.

Redewendungen ergänzen

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Redewendungen, kulturelles Wissen.

Material: Karten mit bekannten Sprichwörtern (z. B. „Alle guten Dinge sind…“, „Wer zuletzt lacht…“).

Durchführung: Jeweils ein Betreuungsperson oder ein Spieler liest den ersten Teil einer Redewendung vor, z. B. „Der Apfel fällt nicht weit…“, und die Gruppe ergänzt den zweiten Teil („…vom Stamm“). Alternativ können Redewendungen auf Zetteln stehen, die jeder reihum vervollständigt. Gruppengröße 5–10, Dauer ca. 15 Minuten. Bei Demenz sind kürzere Sprichwörter oder sogar gemeinsam ausgesprochene Silben möglich. Dieses Spiel trainiert Alltagswissen und Sprachverständnis.

Praxisbeispiel: In der Gruppe wurden bekannte Sprichwörter aus früheren Zeiten sehr gut erinnert. Wie es heißt, gehören Sprichwörter und Redewendungen zum Standardrepertoire der Seniorenaktivierung. So kam die Runde schnell darauf, das fehlende Ende von „Viele Wege führen…“ („…nach Rom“) zu nennen. Die Betreuerin merkte an, dass gerade vertraute Redewendungen das Selbstwertgefühl steigern, weil man sie gut kennt.

Gedächtnis- und Erinnerungsübungen

Gedächtnisspiele aktivieren das Erinnerungsvermögen und die Aufmerksamkeit. Sie sind essenziell, um Denkprozesse anzuregen. Auch einfache Spiele wie „Memory“ oder Lotto können Erinnerungen aus der Vergangenheit wecken und das Gedächtnis stärken.

Memory-Spiel mit Bildkarten

Thematischer Schwerpunkt: Gedächtnis, visuelle Wahrnehmung.

Material: Ein großes Memory-Spiel (überdimensionale Karten mit einfachen Motiven) oder selbstgemachte Paare aus Bildern (z. B. Tiere, Alltagsgegenstände).

Durchführung: Karten verdeckt auf den Tisch legen (4×4 bis 6×6 Felder, je nach Gruppengröße). Die Senioren decken reihum zwei Karten auf. Finden sie ein Paar (gleiches Bild), behalten sie es und dürfen noch einmal aufdecken. Ziel ist, möglichst viele Paare zu sammeln. Gruppengröße 4–6, Dauer ca. 15–20 Minuten. Bei Demenz sollte man große Karten mit klaren Bildern verwenden und das Feld kleiner halten. Dieses Spiel fördert die Merkfähigkeit und das visuelle Gedächtnis.

Praxisbeispiel: In einem Pflegekurs kam Memory mit Tierbildern zum Einsatz. Die Senioren suchten konzentriert nach den Paaren. Eine Betreuungskraft berichtete: „Memory hilft, das Gedächtnis zu trainieren und Erinnerungen zu wecken“. Viele Teilnehmer erinnerten sich, in ihrer Kindheit selbst Memory gespielt zu haben, was die Aktivität besonders motivierend machte.

Bilderlotto (Assoziations-Lotto)

Thematischer Schwerpunkt: Gedächtnis, Alltagswissen.

Material: Lotto-Karten mit Bildern (z. B. Lebensmittel, Kleidung, Möbel) und passenden Bildchips.

Durchführung: Jeder Teilnehmer erhält eine Spielkarte mit mehreren Bildfeldern. Eine betreuende Person zieht nacheinander Bildchips aus einem Beutel und nennt oder zeigt das Motiv. Wer das Bild auf seiner Karte hat, deckt es ab (mit einem Stein oder Chip) und ruft „Lotto!“. Ziel ist, als Erster alle Bilder auf der Karte zu finden. Gruppengröße 4–8, Dauer 10–15 Minuten. Bei Demenz empfiehlt es sich, die Gruppe in kleinere Teams zu unterteilen oder gemeinsam große Karten auszulegen. Lotto trainiert visuelle Unterscheidung und das Gedächtnis für Alltagsthemen.

Praxisbeispiel: In der Praxis kam ein Lebensmittel-Lotto zum Einsatz. Eine Seniorin freute sich besonders, als sie das Bild ihrer Lieblingsspeise entdeckte. Die Spielleiterin beobachtete, dass alle hochkonzentriert zuhörten und sich gegenseitig halfen, was ein Gefühl der Gemeinschaft stärkte.

Schatzkiste der Erinnerungen

Thematischer Schwerpunkt: Langzeitgedächtnis, Biografie, Sinnesreize.

Material: Eine dekorierte Kiste gefüllt mit persönlichen oder nostalgischen Gegenständen (Fotos, alte Postkarten, Schmuck, Küchenutensilien etc.).

Durchführung: Die Kiste wird in die Mitte gestellt. Einer nach dem anderen darf ohne hinzusehen einen Gegenstand herausnehmen und diesem benennen. Anschließend erzählt die Gruppe oder der Besitzer, welche Erinnerung der Gegenstand weckt. Gruppengröße 3–6, Dauer ca. 15 Minuten. Für Senioren mit Demenz eignen sich starke Sinnesreize: eine alte Armbanduhr, Vintage-Brille, Duftkerze. Dies aktiviert das Langzeitgedächtnis und fördert autobiografisches Erzählen.

Praxisbeispiel: In einer Gedächtnisgruppe erzählte ein Teilnehmer bewegt von seiner Kindheit, als er einen alten Schulstift aus der Kiste zog. Die Erinnerungsrunde brachte viele zum Reden; die Pflegekraft stellte fest, dass die Senioren innerlich belebt wurden, weil sie Erlebnisse aus der Vergangenheit teilten.

Alltagsgegenstände zuordnen („Zimmer einrichten“)

Thematischer Schwerpunkt: Orientierung, Alltagswissen, Raum-Legung.

Material: Mehrere kleine Pappkartons (als Zimmer-Ersatz) und je 5–8 Alltagsgegenstände (Löffel, Schuh, Buch, Bürste etc.).

Durchführung: Auf dem Tisch stehen Kartons mit Zetteln „Küche“, „Schlafzimmer“, „Bad“ o. Ä. Die Senioren sitzen um den Tisch. Die Gruppe erhält alle Gegenstände gemischt. Nun ordnen sie reihum jeden Gegenstand dem passenden Raum zu (z. B. Kaffeemühle – Küche). Dabei erklärt jeder seine Wahl. Dauer: etwa 15 Minuten. Größe 4–8 Teilnehmer. Bei Demenz kann man nur zwei Räume vorgeben oder die Gegenstände eins nach dem anderen zeigen. Diese Übung trainiert Alltagsgedächtnis und Orientierung in der Lebenswelt.

Praxisbeispiel: Eine Ergotherapeutin nutzte dieses Spiel mit älteren Damen. Beim Zuordnen diskutierten alle angeregt: Warum gehört ein Federbett ins Schlafzimmer? Durch die Diskussion wurde auch das sprachliche Erklären gefördert. Puzzeln nach Raum fördert das semantische Gedächtnis und logisches Denken, wie Neurorehabilitationsexperten berichten.

Ich packe meinen Koffer (Merkspiel)

Thematischer Schwerpunkt: Gedächtnis, Konzentration, Alltagswissen.

Material: keines.

Durchführung: Die Gruppe sitzt im Kreis. Ein Teilnehmer beginnt: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ und nennt einen Gegenstand, z. B. „Apfel“. Der Nächste wiederholt „Apfel“ und fügt einen weiteren Gegenstand hinzu. Dies wiederholt sich reihum, jeweils ein neues Wort ergänzend. Wer einen Fehler macht oder vergisst, fällt aus (oder erhält einen Punkt). Das Spiel endet, wenn nur noch wenige Mitspieler übrig sind. Dauer etwa 10–15 Minuten. Für demenziell Erkrankte kann man kürzere Listen wählen oder bildlich unterstützen. Das Spiel ist ein klassisches Gedächtnistraining und fördert die Merkfähigkeit und logisches Denken.

Praxisbeispiel: In einem Kurs wurde das Spiel mit leicht nutzbaren Begriffen (Tiere, Farben) gespielt. Ein Betreuer vermerkte, dass vor allem zu Beginn viele mithalfen, und nach einigen Durchgängen merkten die Teilnehmer eine Verbesserung bei sich, weil sie die Liste gemeinsam wiederholen konnten.

Konzentrations- und Logikspiele

Diese Aktivitäten schärfen die Aufmerksamkeit und trainieren Denkprozesse. Rätsel und Denkspiele fördern die kognitive Flexibilität. Auch Bewegungsspiele mit mentaler Komponente sind hilfreich.

Bingo-Spiel

Thematischer Schwerpunkt: Zahlenverständnis, Konzentration.

Material: Bingo-Scheine (mit Zahlen oder Symbolen) und Zahlenchips oder Nummern-Losbeutel.

Durchführung: Jeder erhält einen Bingo-Schein. Die Betreuungsperson zieht nach und nach Zahlen/Zeichen. Finden Spieler das auf ihrem Schein, decken sie das Feld mit einem Chip ab. Ziel ist eine volle Reihe oder ein komplettes Feld. Gruppengröße 5–10, Dauer ca. 20 Minuten. Für Demenz kann man Bingo mit Bildern statt Zahlen spielen. Bingo trainiert visuelles Erkennen und Ausdauer.

Praxisbeispiel: In der Praxis wurde Bingo oft eingesetzt, da es vom Schwierigkeitsgrad anpassbar ist. Eine Gruppe spielten Bingo mit Bildern von Obst. Eine Pflegekraft notierte, dass die Senioren fokussiert waren und sich freuten, wenn sie eine Reihe voll hatten – ein schönes Erfolgserlebnis.

Einfache Sudokus


Thematischer Schwerpunkt: Logik, Zahlenverständnis.

Material: Große, vereinfachte Sudoku-Raster (z. B. 4×4) aus Papier oder als Plakat.

Durchführung: In Gruppen (3–5 Personen) lösen die Senioren gemeinsam ein großes Sudoku. Dabei füllen sie nacheinander Zahlen ein. Die Betreuungskraft erklärt die Regeln und unterstützt bei Bedarf. Dauer: ca. 15 Minuten. Für Angehörige mit Demenz gibt es Leiterrätsel (verbinden von Zahlenpunkten) oder farbige Formen statt Zahlen. Sudoku stärkt analytisches Denken und Zahlenverständnis.

Praxisbeispiel: Beim gemeinsamen Sudoku-Arbeiten lobte ein Senior die klare Struktur: „Ganz wie zu Schulzeiten“, sagte er. Die Gruppe half sich gegenseitig beim Einsetzen. Ein Betreuer berichtete, dass besonders die langsameren Teilnehmer profitierten, indem sie alle aufgepasst und unterstützt wurden – das fördert die Teamarbeit.

Buchstabensalat lösen

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Konzentration.

Material: Zettel mit Buchstabenkombinationen (Wortscrambles) und Bildern, Wörterbücher.

Durchführung: Ein komplexeres Wort wird auf einem Zettel durcheinander (wie „TRAZ“) gezeigt. Die Gruppe soll das richtige Wort (z. B. „STAR“ oder „ARTZ“) finden. Jeder darf Vorschläge machen. Man kann verschiedene Schwierigkeitsstufen anbieten und Hinweise geben, z. B. Kategorie oder Bildvorgaben. Gruppengröße 4–8, Dauer ca. 10 Min. Diese Übung trainiert die Konzentration und das Sprachgedächtnis.

Praxisbeispiel: In der Seniorenrunde wurden Buchstabensalate z. B. zum Thema „Frühling“ gelöst („RÖTNSG“ → „STÖRNG“ war schwer, „BLUME“ als Hinweis half). Das gemeinsame Knobeln weckte alte Rechtschreib-Erinnerungen und die Senioren motivierten sich gegenseitig.

Sortierspiel

Thematischer Schwerpunkt: Logik, Feinmotorik, Orientierung.

Material: Verschiedenfarbige oder -förmige Objekte zum Sortieren (Socken, Wäscheklammern, Spielzeug- oder Bastelteile).

Durchführung: Die Senioren sortieren gemeinsam eine gemischte Kiste mit Gegenständen nach vorgegebenen Kriterien – nach Farbe, Größe oder Form. Beispielsweise legen sie erst alle blauen, dann alle roten Gegenstände zusammen. Das Spiel dauert ca. 10–15 Minuten, in Gruppen von 4–6. Für Demenz hilft, nur zwei Kategorien zu wählen (z. B. rot/blau). Sortieraufgaben kombinieren Alltagsbewegung mit geistiger Ordnung und fördern Konzentration.

Praxisbeispiel: Ein Betreuer wählte als Sortiermaterial bunte Bausteine. Die Senioren gruppierten diese nach Farben. Während sie sortierten, diskutierten sie, welche Schachtel zu welchem Haufen gehörte – dies schulte zugleich die Kommunikation.

Kreatives Pantomime-Spiel (Stille Post mit Gestik)

Thematischer Schwerpunkt: Konzentration, Kreativität, nonverbale Kommunikation.

Material: Karten mit einfachen Gegenständen oder Tätigkeiten (z. B. Kochen, Klavierspielen, Fahrradfahren).

Durchführung: Die Gruppe sitzt um einen Tisch. Ein Spieler bekommt verdeckt eine Karte mit einem Begriff und stellt diesen pantomimisch dar. Die Nachbarn erraten reihum, was es sein könnte. Dann zieht der nächste eine Karte. Die Runde dauert ca. 10–15 Minuten. Für demenzielle Teilnehmer kann man das Spiel kooperativ gestalten (alle versuchen gemeinsam zu raten). Durch Körpersprache und Blickkontakte werden Selbstwahrnehmung und Aufmerksamkeit geschult.

Praxisbeispiel: Beim Nachstellen von Aktivitäten wie „Einkaufen gehen“ reagierten die Senioren sehr engagiert – besonders die Gestik und Mimik brachte alle zum Schmunzeln. Das nonverbale Spiel förderte die Konzentration aufeinander und die Freude an Bewegung.

Alltagswissen und Orientierung

Diese Spiele beziehen sich auf tägliche Abläufe und Wissensinhalte. Sie trainieren Orientierungsfähigkeit, Zeitwahrnehmung und die Erinnerung an persönliche oder weltliche Fakten.


Realitäts-Orientierungstraining (ROT)

Thematischer Schwerpunkt: Orientierung (Datum, Uhrzeit, Umgebung).

Material: Kalender, Uhren, Wetterkarten.

Durchführung: In einer Tagesrunde stellt die Gruppe gemeinsam Fragen wie „Welches Datum haben wir heute?“, „Welcher Wochentag ist es?“, „Welches Jahr?“, „Wie ist das Wetter?“. Auch aktuelle Ereignisse oder Name-Tags können einbezogen werden. Dauer etwa 5–10 Minuten als tägliche Routine. Dieses Gespräch stärkt das Zeit- und Raumgefühl. Hinweise: Tagesplan oder Wandtafel mit Datum helfen bei Demenz.

Praxisbeispiel: In einer Einrichtung wurde das Datum jeden Morgen besprochen. Eine Seniorin begann sogar selbst, das Datum zu notieren. Die Pflegekraft kommentierte, dass solch kleine Gewohnheiten „das Gehirn genauso aktivieren wie ein kleines Gehirnjogging“ und vielen Sicherheit geben.

Kalenderspiel (Zeitreise)

Thematischer Schwerpunkt: Allgemeinwissen, Gedächtnis.

Material: Kalender, Zettel mit historischen Ereignissen (z. B. „Erster Mensch im All: 1961“).

Durchführung: Die Betreuungsperson nennt ein Ereignis mit Jahr oder Jahrzehnt, z. B. „Olympische Spiele in München“. Die Gruppe schätzt das korrekte Jahr oder ordnet es grob einer Epoche zu. Man kann auch raten lassen, wie viele Jahre es her ist. Dauer: 10–15 Minuten, Gruppengröße 5–8. Für ältere Senioren bieten sich besonders vertraute Anlässe aus der eigenen Jugend an. So werden Zeitgefühl und Allgemeinbildung verknüpft.

Praxisbeispiel: Die Teilnehmer erzählten lebhaft, als über Ereignisse wie den Bau der Berliner Mauer gesprochen wurde. Ein Betreuer stellte fest, dass solche historischen Spiele den Senioren viel Spaß machten: Sie rissen ihr Allgemeinwissen aus dem Langzeitgedächtnis hervor und erzählten gleichzeitig persönliche Erinnerungen dazu.

Stadt-Land-Fluss (angepasst)

Thematischer Schwerpunkt: Allgemeinwissen, Wortfindung.

Material: Flipchart oder Whiteboard.

Durchführung: Die Gruppe spielt vereinfacht „Stadt-Land-Fluss“: Eine Betreuungsperson zieht einen Buchstaben (z. B. „M“). Jeder schreibt schnell eine Stadt, ein Land und einen Fluss beginnend mit „M“ auf seinen Block („Mailand“, „Mexiko“, „Main“). Zeitlimit 1–2 Minuten, dann werden Antworten verglichen. Dauer 10–15 Minuten. Alternativ können Themen auch abgewandelt werden (z. B. Tiere, Berufe, oder Memoir-Kategorien). Bei Demenz kann man bekannte Orte auf Karteikarten vorzeigen. Dieses Spiel aktiviert das kognitive Abrufvermögen und den Wortschatz.

Praxisbeispiel: In einer Runde erhitzte sich die Diskussion, weil man nach seltenen Flüssen suchte. Schließlich lachten alle, als jemand „Mississippi“ aus dem Ärmel schüttelte. Die Quiz-Atmosphäre führte zu angeregten Gesprächen über Reisen und Kindheitserinnerungen.

Zimmer-Legespiel (Alltagsgegenstände)

Thematischer Schwerpunkt: Orientierung im Alltag, Raumwahrnehmung.

Material: Große Pappkartons (als Modellräume) beschriftet mit „Küche“, „Schlafzimmer“ usw., und Gegenstände (Küchenlöffel, Spielzeugauto, Bürste etc.).

Durchführung: Ähnlich dem Übungsidee oben sortieren die Senioren die Gegenstände in die entsprechenden Modellräume. Jeder Gegenstand wird laut benannt und begründet („Den Topf benutze ich in der Küche“). Gruppengröße 4–8, Dauer 10–15 Minuten. Für Demenz erleichtert man, indem nur zwei Zimmer (z. B. „drinnen“ vs. „draußen“) verwendet werden. Dieses Spiel verbindet das Alltagsgedächtnis mit räumlichem Denken.

Praxisbeispiel: Eine betreuende Fachkraft setzte das Spiel „Küche aufräumen“ im Therapie-Programm ein. Sie beobachtete, dass durch die vertrauten Objekte (Tasse, Kochlöffel) viel gesprochen wurde. Die Senioren halfen einander und erinnerten sich gemeinsam daran, wo was hingehört – eine gelungene Kombination aus Alltagswissen und Gemeinschaftserlebnis.

Kalender-Lotto (Geburtstagslotto)

Thematischer Schwerpunkt: Alltagswissen, Zahlenorientierung.

Material: Lotto-Bögen mit Monatsnamen oder Jahreszeiten und kleinen Bildern (Geburtstagskuchen, Sonnenschirm etc.) und passenden Chips.

Durchführung: Ähnlich dem Bingospiel erhält jeder eine Karte, auf der Monatsnamen stehen (z. B. „Januar, Februar…“). Die Gruppe nennt oder zieht Ereignisse oder Monate (z. B. „Geburtstag“, „Sommer“), und wer es auf seinem Blatt hat, deckt es ab. Ziel ist eine volle Reihe oder alles. Dauer ca. 15 Min. Dies trainiert die zeitliche Einordnung und Zahlenverständnis (Monatszahlen).

Praxisbeispiel: In einer Seniorenrunde wurde das Kalender-Lotto zum Jahreszeitenwechsel gespielt. Bei „April“ musste man z. B. den Regenschirm markieren. Die Senioren lachten, als sie an frühe Aprilscherze erinnert wurden. Die Aktivität förderte sowohl Konzentration als auch das Erinnern an eigene Geburtstage.

Zahlen und Rechnen

Diese Spiele machen Mathematik erlebbar. Spielerisch werden Zahlenverständnis und einfache Rechenoperationen trainiert.


Zahlen-Bingo

Thematischer Schwerpunkt: Zahlenverständnis, Gedächtnis.

Material: Bingo-Scheine mit Zahlen (z. B. 1–75), Zahlenchips.

Durchführung: Jeder bekommt einen Bingo-Schein (mit zufällig verteilten Zahlen). Die Betreuerperson zieht in Gruppen-Stille nach und nach Zahlen (z. B. mit einem Lotto-Gerät) und nennt sie laut. Wer die Zahl auf seinem Schein hat, legt einen Chip darauf. Ziel ist eine Reihe oder das volle Blatt. Gruppengröße 5–10, Dauer ca. 20 Minuten. Für Demenz sind größere Chips und lautes Vorlesen hilfreich. Bingo trainiert die Zahlenzuordnung und das aktive Zuhören.

Praxisbeispiel: Eine Tagesbetreuung spielte Bingo mit einer 50er-Lotterie-Maschine. Ein Teilnehmer jubelte beim Ausruf seiner letzten Zahl. Dieses Erfolgserlebnis – auch wenn es nur ein Zahlenspiel war – wurde als kleiner Sieg empfunden und verbreitete gute Laune.

Domino-Spiel mit Zahlen

Thematischer Schwerpunkt: Mengenverständnis, logisches Denken.

Material: Dominoscheine mit Punkten (oder Zahlen) (Standard-Dominosteine).

Durchführung: Domino wird in kleinen Gruppen (3–5 Personen) gespielt. Jeder legt abwechselnd einen Stein an, so dass die Zahlen (oder Punkte) übereinstimmen. Wer nicht anlegen kann, muss ziehen oder passen. Dauer ca. 15 Minuten. Dominos fördert die Mustererkennung und Konzentration auf Zahlenbeziehungen. Für Demenz bietet sich eine vereinfachte Variante an (z. B. nur Steine mit kleiner Zahlenmenge).

Praxisbeispiel: In einer Seniorengruppe wurde Domino mit Punkten gespielt. Ein Betreuer erkannte, dass das Zählen der Punkte auf den Steinen die Senioren ebenfalls zum Zählen anregte. Alle lachten, als ein Teilnehmer beim Lesen der Punkte einen kleinen Rechenfehler bemerkte – gemeinsam lernten sie daraus.

Einkaufsrechen (Wechselgeld üben)

Thematischer Schwerpunkt: Rechnen im Alltag, Mengenverständnis.

Material: Spielgeld (Münzen und Scheine) und Bildkarten von Alltagswaren mit Preisen (z. B. „Brötchen 30 Cent“, „Bananen 1,50 €“).

Durchführung: Zwei Gruppen spielen abwechselnd. Ein „Kunde“ kauft einen Artikel, zahlt mit Spielgeld (mehr als der Preis), und ein „Kassierer“ muss das richtige Wechselgeld herausgeben. Dann wechselt die Rolle. Gruppengröße 4–8, Dauer ca. 15 Minuten. Für Demenz kann man nur Kleingeld nutzen und Beträge übersichtlich halten. Das Spiel verbindet Alltagskompetenz mit Kopfrechnen (Subtraktion).

Praxisbeispiel: In einem Rechentraining übten Senioren mit Spielgeld. Bei einem „Kauf“ einer Zeitung (80 Cent) gab ein Teilnehmer zunächst falsches Wechselgeld heraus, gemeinsam korrigierten alle: Es sollten 20 Cent zurück sein. Das praktische Üben half, einfache Rechenfertigkeiten wachzuhalten.

Zahlen-Memory (Paare legen)

Thematischer Schwerpunkt: Zahlenverständnis, Gedächtnis.

Material: Kartenspiel mit Zahlenpaaren (zwei Karten mit der gleichen Zahl).

Durchführung: Ähnlich wie beim normalen Memory, nur dass Paare aus gleichen Zahlen bestehen. Die Karten werden verdeckt ausgelegt (4×4 oder mehr). Die Teilnehmer decken abwechselnd zwei Karten auf und merken sich die Positionen. Ein Treffer wird behalten. Dauer ca. 15 Min, 4–6 Personen. Bei Demenz können Karten auch mit Bildern und Zahlen kombiniert werden (z. B. 5 Äpfel auf der Karte und die Ziffer „5“ auf der anderen). Das fördert das Zahlen-Gedächtnis und die Konzentration.

Praxisbeispiel: In einer Runde mit einfachen Memory-Karten (Ziffern) konnten alle Teilnehmer mithelfen, selbst wenn einige Probleme beim Lesen hatten. Man erzählte von der Anzahl früherer Kinderreihen in der Familie beim Zählen der Paare – ein nostalgischer Moment beim Zahlenspiel.

Rechenwürfel

Thematischer Schwerpunkt: Grundrechenarten, motorische Aktivierung.

Material: Großer, weicher Würfel (z. B. Schaumstoff) mit Zahlen (1–6).

Durchführung: Die Gruppe sitzt oder steht im Kreis. Ein Würfel wird geworfen. Alle zählen gemeinsam die Augen oder erstellen einfache Additions- oder Subtraktionsaufgaben daraus. Man kann vorgeben, ob addiert oder subtrahiert werden soll. Jeder, der eine Aufgabe richtig löst, darf den Würfel werfen oder Punkte zählen. Gruppengröße 4–8, Dauer ca. 10 Min. Der Würfel kann auch in der Hand weitergegeben werden (Werft- und Fangspiel kombiniert). Dies aktiviert die Zahlenverarbeitung spielerisch.

Praxisbeispiel: In einer Aktivierungseinheit forderte der Würfelwurf alle heraus: „Wer wird die Summe schnell zusammenzählen?“ Eine Seniorin rechnete begeistert mit: statt „4+2“ sagte sie „6“. Die Bewegung (Würfel werfen, Ball fangen) verstärkte dabei die geistige Aktivierung.

Kreativität und Kunsthandwerk

Kreative Aktivitäten fördern Vorstellungskraft und Feinmotorik. Beim Basteln oder Malen können Erinnerungen aktiviert werden. Schon kleine kreative Projekte bieten Erfolgserlebnisse.


Malen nach Thema

Thematischer Schwerpunkt: Kreativität, Motorik, Ausdruck.

Material: Buntstifte, Aquarellfarben, Pinsel, Papier oder Malbuchseiten mit Motiven (Tiere, Blumen, Landschaft).

Durchführung: Die Betreuungskraft schlägt ein Thema vor, z. B. „Herbstwiese“ oder „Lieblingsblume“. Jeder Teilnehmer malt ein einfaches Bild dazu. Gruppengröße 4–6, Dauer ca. 20–30 Minuten. Hilfestellung: Für Demenz können vorgezeichnete Malvorlagen gegeben werden. Die Senioren können auch gemeinsam an einem großen Bild malen. Malen fördert Kreativität und beruhigt zugleich.

Praxisbeispiel: In einer Kunstgruppe malte jeder Senior das gleiche Apfelmotiv in unterschiedlichen Farben. Eine Pflegerin beobachtete, dass die Teilnehmer sich stolz fühlen, wenn ihr Bild fertig ist. Beim Betrachten und Diskutieren der Bilder erzählten sie Anekdoten vom letzten Obstkauf – ein schöner Mix aus Kreativität und Erinnerungspflege.

Bastelaktivität: Saisonale Dekoration

Thematischer Schwerpunkt: Kreativität, Feinmotorik, Thematische Erinnerung.

Material: Bastelmaterial passend zur Jahreszeit (im Herbst bunte Blätter, Kastanien, im Winter Tannenzapfen, im Frühling Blumen, bunte Papiere, Kleber, Schere).

Durchführung: Thema und Materialien stimmen wir auf Saison bzw. Feiertag ab. Zum Beispiel werden im Herbst aus Blättern Lampions oder Bilderrahmen gebastelt. Gruppengröße 4–6, Dauer ca. 30 Minuten. Für Dementen gilt: einfache, robuste Materialien verwenden und nur wenige Arbeitsschritte planen. Basteln verbindet Handeln mit Erinnerung (z. B. an das eigene Herbstfest).

Praxisbeispiel: Eine Betreuerin initiierte eine Bastelrunde „Herbstgesteck“. Die Senioren zupften gemeinsam bunte Blätter zu einem Wandbild. Sie sprachen über vergangene Spaziergänge, bei denen sie ähnliche Blätter gesammelt hatten. Die Aktivität weckte Erinnerungen und das Erfolgserlebnis beim Ergebnis motivierte alle.

Gemeinschaftscollage

Thematischer Schwerpunkt: Kreativität, Gemeinschaft, Thema (z. B. Jahreszeit).

Material: Ein großes Plakat oder Papierbogen, Zeitschriften zum Ausschneiden, Kleber, Schere, Buntstifte.

Durchführung: Das Thema wird gemeinsam gewählt (z. B. „Frühling“). Jeder darf Bilder und Worte aus Zeitschriften ausschneiden und auf dem Plakat arrangieren. Anschließend kleben alle ihre Funde fest und beschriften sie. Dauer ca. 20–30 Min, 4–8 Personen. Für Demenz können die fertigen Bildausschnitte bereits vorbereitet werden. Diese Gruppen-Collage fördert Kreativität, Zugehörigkeitsgefühl und thematisches Denken.

Praxisbeispiel: In einer Gruppe entstand eine bunte Collage zum „Sommer“. Die Senioren lachten über die gefundenen Strandbilder und scherzten über eigene Urlaube. Ein Betreuer stellte fest, dass insbesondere ältere Damen gern Blumen und Essensfotos aussuchten, was sofort Erinnerungen an ihren Garten und Kochabende hervorrief.

Stoffdruck / Textilmalerei

Thematischer Schwerpunkt: Kreativität, Feinmotorik, visuelle Wahrnehmung.

Material: Textilfarbe, große T-Shirts oder Stofftaschen (steriler Baumwollstoff), Pinsel oder Stoffstempel.

Durchführung: Jeder gestaltet ein Textilstück. Die Senioren tauchen Pinsel oder Stempel in Farbe und drücken Muster oder Motive auf das Gewebe. Thema kann vorgegeben werden (z. B. Blumen für den Frühling). Dauer ca. 30 Minuten, Gruppengröße 3–6 (Ausbreiten der Tücher braucht Platz). Für Demenz sind einfache Formen (Handabdruck, Punktmuster) besser geeignet. Das gemeinsame Gestalten auf Textilien ist kreativ und hinterlässt ein sichtbares, bleibendes Ergebnis.

Praxisbeispiel: Beim Malen eines Baum-Motivs auf eine Tischdecke war das gemeinsame Kneten der Farbe sehr beliebt. Eine Teilnehmerin kommentierte: „So habe ich noch nie gemalt!“ Am Ende hängte man alle Ergebnisse als „Galerie“ im Flur auf.

Fantasiereise (Entspannungsübung)

Thematischer Schwerpunkt: Kreativität, Vorstellungskraft, Entspannung.

Material: leise Hintergrundmusik (optional), bequeme Stühle.

Durchführung: Die Betreuerkraft liest eine kurze Fantasiereise oder führt durch eine Traumreise (z. B. „Stell dir vor, du spazierst am Meer…“). Die Senioren sitzen entspannt und folgen den Beschreibungen. Dauer ca. 10 Minuten. Für Demenz empfiehlt es sich, bekannte Motive zu wählen und sehr deutlich zu sprechen. Diese Übung fördert Entspannung und das Vorstellungsvermögen.

Praxisbeispiel: In einer Sitzeinheit leitete ein Pfleger die Gruppe durch eine Fantasiereise zum Wald. Viele Senioren schlossen die Augen. Einige äußerten hinterher, sie hätten den Vogelgesang förmlich gehört. Die anschließende Gesprächsrunde drehte sich um Lieblingsspaziergänge in der Natur.

Musik und Bewegung

Musikalische Aktivitäten aktivieren Hörgedächtnis und Rhythmusgefühl. Singen und Tanzen (auch im Sitzen) rufen Emotionen hervor und aktivieren das Langzeitgedächtnis.


Lieder raten (Melodienpuzzle)

Thematischer Schwerpunkt: Musik, Gedächtnis, Stimmung.

Material: Musikgerät (Radio, CD-Player) mit bekannten Liedern aus Jugendzeit der Senioren.

Durchführung: Man spielt kurze Ausschnitte bekannter Schlager oder Volkslieder (je 5–10 Sekunden). Die Gruppe hört zu und errät Titel und/oder Sänger. Jeder darf abwechselnd raten. Nach jeder Runde wird gemeinsam gesungen oder mitgeklatscht. Dauer ca. 15–20 Minuten. Eine Betreuerin moderiert. Für Demenz ist es gut, wenn Liedtexte groß geschrieben werden. Bekanntes Liedgut stimuliert oft positive Erinnerungen, da das Langzeitgedächtnis lange erhalten bleibt.

Praxisbeispiel: In der Gruppe ertönten bald Zeilen von „Über den Wolken“. Die Senioren wiegten sich im Takt und sangen mit. Die Pflegekraft staunte, wie viele Textpassagen sie noch wussten. Ein Teilnehmer lächelte: „Das hab ich damals mit meinem Vater gesungen!“.

Sitztanz und Rhythmusklatschen

Thematischer Schwerpunkt: Musik, Rhythmus, Motorik.

Material: rhythmische Musik (Deutscher Schlager, Volksmusik) und Stühle.

Durchführung: Alle sitzen oder stehen im Kreis. Die Betreuungskraft leitet einen einfachen Sitztanz (Arm- und Oberkörperbewegungen zum Takt) an. Danach wird gemeinsam geklatscht: Jeder klatscht im Rhythmus mit, vielleicht mit abwechselnden Mustern (schnelles/langsames Klatschen). Dauer ca. 10 Minuten. Für Demenz empfehlen sich sehr langsame, deutliche Bewegungen. Diese Aktivität fördert Rhythmusgefühl und Koordination.

Praxisbeispiel: Während des Sitztanzes lachte die Gruppe viel. Als alle zur bekannten Melodie „Au Revoir, Chérie“ mitklatschten, erzählten sie Erinnerungen an ausgelassene Tanzabende. Die abwechselnden Klatschmuster erforderten dabei Konzentration und machten allen sichtlich Spaß.

Instrumente kennenlernen

Thematischer Schwerpunkt: Musik, sensorische Wahrnehmung.

Material: leichte Musikinstrumente (Trommeln, Rasseln, Klangstäbe, Glockenspiel).

Durchführung: Die Instrumente werden reihum ausprobiert. Jeder darf ein Instrument wählen und einen Rhythmus spielen. Andere hören zu und klatschen oder trommeln nach. Anschließend können alle zusammen einfache Rhythmen begleiten (z. B. Wiegenlied). Dauer ca. 10–15 Min, Gruppengröße 5–8. Für Demenz sind vorgefertigte Geräusche oder Klänge hilfreich. Das gemeinsame Musizieren stärkt motorische Fähigkeiten und wirkt emotional anregend.

Praxisbeispiel: In der Runde entdeckte ein Teilnehmer eine kleine Trommel. Als er sie behutsam anschlug, stimmten andere ein bekanntes Kinderlied dazu an. Die Betreuerin bemerkte, dass das aktive Musizieren viel Freude bereitete und die Senioren oft spontan klatschten und mitsangen, selbst wenn sie die Texte nicht mehr wussten.

Gemeinsames Singen

Thematischer Schwerpunkt: Musik, Sprache, Emotion.

Material: Liederbücher mit großen Noten/Texten oder Liedkarten.

Durchführung: Die Gruppe singt gemeinsam Volkslieder oder Schlager aus der Jugendzeit. Die Lieder werden laut genug gesprochen oder gesummt, damit jeder folgen kann. Sitzen oder im Kreis stehen. Dauer ca. 15 Minuten. Schon die Melodie weckt oft gemeinsame Erinnerungen. Für Demenz können vertraute Kinderlieder oder Wiegenlieder gewählt werden, und Strophen wiederholt werden.

Praxisbeispiel: Bei einer Singrunde zu „Kein schöner Land“ summten viele mit. Eine Seniorin nickte: „Das haben wir früher immer im Chor gesungen.“ Die Pflegekraft merkte an, dass das gemeinsame Singen für ein starkes Gemeinschaftsgefühl sorgte – einigen Teilnehmern erschienen dabei sogar Tränchen der Rührung.

Märchen, Geschichten und Rollenspiele

Geschichtenstunde und Erzählspiele rufen Vorstellungskraft und Erinnerungen hervor. Sie können Sprache und Gedächtnis spielerisch verknüpfen.


Märchen-Erzählrunde

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Fantasie, Erinnerungsvermögen.

Material: Klassiker-Kinderbücher, Märchenkarten.

Durchführung: Eine Betreuungskraft liest Abschnitte aus bekannten Märchen vor („Rotkäppchen“, „Aschenputtel“ usw.) oder erzählt sie frei nach. Zwischendurch können die Senioren Fragen beantworten („Was glaubt ihr, was nun passiert?“). Dauer ca. 15–20 Minuten. Für Demenz eignen sich kurze, vertraute Geschichten ohne komplexe Wendungen. Das Vorlesen fördert das Zuhören und die Erinnerung an eigene Erlebnisse zum Märchenthema.

Praxisbeispiel: Nach dem Vorlesen eines Kapitels lauschten alle gebannt. Im Anschluss erzählte jeder von eigenen Kindheitserinnerungen: Ein Teilnehmer sprach über Spiele mit Geschwistern im Wald. Die Übung regte kreatives Erzählen an und verband es mit eigenen Lebensgeschichten.

Pantomime historischer Szenen

Thematischer Schwerpunkt: Motorik, Geschichte, Teamarbeit.

Material: Zettel mit historischen oder persönlichen Szene (z. B. „Kriegsspiel als Kind“, „Feier im Nachkriegsjahr“).

Durchführung: Die Gruppe wird in Teams aufgeteilt. Ein Teammitglied zieht eine Szene und stellt sie pantomimisch dar. Das eigene Team und dann die anderen raten die Handlung. Dauer pro Runde ca. 5 Minuten, insgesamt 15–20 Minuten. Diese Aktivität verknüpft Geschichts- oder Lebensbewusstsein mit nonverbaler Kommunikation. Für Demenz simplifiziert man die Szenen (z. B. „Im Park spazieren“).

Praxisbeispiel: Bei einer Pantomime zu „Schullandheim-Aufenthalt“ lachten alle, weil einer Szenen aus der eigenen Jugend nachspielte. Die Seniorinnen ergänzten immer wieder Punkte, was gefördert wurde. Solche Rollenspiele fördern die Kreativität und wecken kollektive Erinnerungen.

Kurzgeschichten schreiben (Erinnerungswettbewerb)

Thematischer Schwerpunkt: Schreiben, Lebensgeschichte, Gemeinschaft.

Material: Blöcke, Stifte.

Durchführung: Jeder Teilnehmer schreibt (oder diktiert) in kurzer Zeit eine kleine Erinnerung auf (z. B. „Als ich meinen ersten Hund bekam…“). Anschließend liest jeder vor. Dauer ca. 15 Minuten. Dies trainiert Ausdrucksfähigkeit und autobiografisches Gedächtnis. Bei Demenz genügt es, Stichworte auf einem großen Plakat zu sammeln.

Praxisbeispiel: In einer Kaffeerunde entstanden spontan kleine Texte über Lieblingsorte. Die Gruppe applaudierte jedem Beitrag. Eine Betreuerin stellte erfreut fest, dass alle stolz waren, etwas geteilt zu haben – und zugleich das aktive Erinnern an das eigene Leben geübt wurde.

Biografie und Lebensrückblick

Biografiearbeit stärkt Identität und Selbstwertgefühl. Durch den Austausch über persönliche Geschichte wird das Langzeitgedächtnis aktiviert und Wohlbefinden gefördert.

Erinnerungsalbum erstellen

Thematischer Schwerpunkt: Biografie, Gedächtnis, Gemeinschaft.

Material: Fotokarton, Kleber, alte Familienfotos oder Zeitungsausschnitte, Stifte.

Durchführung: Gemeinsam legt die Gruppe ein Erinnerungsalbum an: Jeder darf Fotos oder Zeitungsausschnitte einfügen, die an frühere Zeiten erinnern (Frühling, Jugend, Stadtbilder). Man beschriftet die Bilder und spricht darüber. Dauer ca. 20–30 Minuten. Für Demenz nutzt man viele Fotos bekannter Orte/Figuren. Das Anschauen und Besprechen von Fotos weckt Erinnerungen und stärkt die Identität.

Praxisbeispiel: Die Senioren blätterten in alten Fotos von Stadtfesten. Beim Einkleben der Bilder erzählten sie, wie ihre Dörfer früher aussahen. Eine Pflegerin erwähnte, dass solche gemeinsamen Fotoaktivitäten das Zugehörigkeitsgefühl stärken – wie Studien feststellen, da Erinnerungspflege dem Wohlbefinden dient.

Lebenslinien-Spiel

Thematischer Schwerpunkt: Biografie, Zeitstrahl, Kreativität.

Material: Großes Papier, Stifte, bunte Aufkleber oder Marker.

Durchführung: Ein langes Papier wird ausgelegt. Gemeinsam zeichnet die Gruppe den Lebensweg in Jahrzehnten ein (z. B. 1930, 1940 …). Dann kleben oder zeichnen die Senioren markante Ereignisse (Geburt, Hochzeit, erster Job) darauf oder beschriften die Abschnitte. Dauer ca. 30 Minuten. Für Demenz können Betreuer wichtige Ereignisse anleiten. So visualisieren alle ihre Lebensgeschichte und vergleichen sie.

Praxisbeispiel: In einer Runde entstand eine bunte Zeitachse. Ein Teilnehmer klebte ein Schulfoto ins Jahr 1935 und erzählte von seiner ersten Schultafel. Die Betreuerin bemerkte, dass das gemeinsame Basteln und Erzählen sehr ermutigend wirkte – jeder trug bei und hörte den anderen zu.

Biografie-Interview

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Erinnerung, soziales Lernen.

Material: Liste vorbereiteter Fragen (Kindheit, Hobbys, Wunschzettel), Stoppuhr.

Durchführung: Je zwei Teilnehmer befragen sich gegenseitig mit einfachen Fragen, z. B. „Woran erinnerst du dich aus deiner Schulzeit?“. Nach 3–4 Minuten Wechsel. Anschließend stellt jeder die interessanteste Antwort seines Partners der gesamten Gruppe vor. Dauer ca. 15 Minuten. Für Demenz sind sehr offene Fragen (Was wünschten Sie sich als Kind?). Diese Übung fördert Dialog und Retro-Perspektive.

Praxisbeispiel: In Tandems interviewten sich Senioren über ihre Berufe. Danach berichteten sie in der Runde: Ein ehemaliger Gärtner zeigte stolz Fotos von Blumen, die er zog. Die Betreuerin freute sich über den Enthusiasmus, da so Persönliches wertgeschätzt wurde und alle zuhören konnten.

Mein erster Beruf (Erinnerungsquiz)

Thematischer Schwerpunkt: Erinnerung, Geschichte, Allgemeinbildung.

Material: Kärtchen mit Begriffen (Berufe, Erfindungen, Persönlichkeiten) aus verschiedenen Jahrzehnten.

Durchführung: Die Betreuungsperson stellt Fragen oder zeigt Begriffe, die auf frühere Zeiten Bezug nehmen (z. B. „Dies war mein erstes Auto-Baujahr“). Die Gruppe rät Antworten (Marke/Datum) oder nennt ein Stichwort. Gruppengröße 4–6, Dauer ca. 15 Min. Bei Demenz macht man es zu einem Erzählspiel: Jeder erinnert sich nacheinander an etwas aus seiner Jugend. Das Quiz verbindet Wissen mit persönlichen Erinnerungen.

Praxisbeispiel: Die Senioren rätselten nach dem ersten Volkswagen-Startjahr. Einer übernahm das Vorlesen eines alten Werbeslogans. Alle lachten, als ein Teilnehmer spontan vom frühen Fahren erzählte. Die spielerische Wiederbegegnung mit alten Fakten motivierte zum gegenseitigen Erzählen.

Redewendungen und Sprichwortspiele

Redewendungen wecken kulturelles Gedächtnis und Sprachwitz.

Sprichwort-Ratespiel

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Kultur, Gedächtnis.

Material: Karten mit in der Mitte abgeschnittenen Sprichworten (z. B. „Wo Rauch ist,…“).

Durchführung: Ein Teilnehmer erhält eine Karte mit einem unvollständigen Sprichwort. Er liest den Anfang laut vor („Wo Rauch ist…“) und die Gruppe muss den fehlenden Teil ergänzen („…da ist auch Feuer“). Jeder kann mitraten. Dauer ca. 10–15 Minuten. Für Demenz können nur sehr geläufige Sprichwörter oder Redewendungen verwendet werden. Diese Aktivität festigt Sprachkenntnis und kulturelles Wissen.

Praxisbeispiel: Beim Erraten von Sprichwörtern grinsten alle, wenn ungewöhnliche Antworten kamen („…ist auch Elektro!“). Die Betreuungskraft vermerkte, dass die Senioren glücklich waren, wenn sie ein Sprichwort kannten – das gibt Selbstvertrauen.

Redewendungs-Pantomime

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Kreativität, nonverbale Kommunikation.

Material: Karten mit geläufigen Redewendungen (z. B. „Tomaten auf den Augen haben“, „Ins Gras beißen“).

Durchführung: Die Gruppe wird in zwei Teams geteilt. Ein Spieler aus einem Team zieht eine Karte und stellt die Redewendung pantomimisch dar, ohne zu sprechen. Das eigene Team und die anderen raten reihum. Dauer je Karte max. 2 Minuten, insgesamt 10–15 Minuten. Für Menschen mit Demenz sind besonders bildhafte Redewendungen geeignet. Dieser Kreativ-Ansatz aktiviert assoziatives Denken und Spaß am Wortspiel.

Praxisbeispiel: Ein Senior stellte das Sprichwort „Jemandem einen Bären aufbinden“ dar, indem er zerte Bilder mit imaginären Bären versuchte anzukletten – alle mussten lachen. Die Gruppenrätsel halfen, die Redewendungen tiefer zu verankern und gaben Einblicke in verschiedene Denkweisen der Teilnehmer.

Sprichwort-Umkehr (Scherzfragen)

Thematischer Schwerpunkt: Sprache, Humor, Gedächtnis.

Material: Kein zusätzliches Material nötig.

Durchführung: Der Spielleiter verändert bekannte Redewendungen leicht oder stellt diese als Rätselfrage. Zum Beispiel: „Was isst eine Katze in Österreich? – Wiener Würstl!“ (statt „Wiener Würstchen“). Die Gruppe löst die Scherzfragen abwechselnd. Dauer ca. 10 Minuten. Dabei wird das Redewendungswissen kreativ genutzt. Für Demenz sollten sehr einfache Beispiele gewählt werden.

Praxisbeispiel: Die Runde riet auf humorvolle Weise Redewendungen und lachte über absurde Varianten. Diese Aktivität entlockte den Senioren die sprichwörtlichen „Schmunzler“ und trainierte gleichzeitig das Verständnis für bekannte Ausdrücke.

Jahreszeiten und Natur

Spiele zu Natur und Jahreszeiten wecken oft starke Erinnerungen an den Lebenslauf (z. B. Garten, Urlaube). Naturthemen sind abwechslungsreich und stimmungsaufhellend.

Jahreszeiten-Bilderpuzzle

Thematischer Schwerpunkt: Visuelle Wahrnehmung, Gedächtnis, Jahreszeiten.

Material: Puzzles mit großen Teilen oder Bildkarten zu Frühling, Sommer, Herbst, Winter.

Durchführung: Die Gruppe arbeitet gemeinsam an einem Puzzle zum aktuellen Thema (z. B. ein Blumenwiesen-Bild im Frühling). Jeder darf Teile einsetzen. Alternativ verteilt man Bildkarten im Raum, die zusammengefügt oder gruppiert werden müssen. Dauer ca. 20–30 Minuten. Für Demenz eignen sich Puzzles mit sehr großen Teilen oder einfache Zuordnungen (Baum mit Herbstlaub, Winterlandschaft mit Schnee). Diese Übung verbindet visuelle Wahrnehmung mit jahreszeitlicher Erinnerung.

Praxisbeispiel: Die Senioren setzten im Team ein Frühlingspuzzle zusammen. Dabei erzählten sie von Gartenarbeit im April. Die Puzzlearbeit bot Gelegenheit zum Erzählen: Eine Dame erinnerte sich an ein lang vergangenes Blumentreiben, als sie im Park spielte. Durch solche Naturbilder wurden alte Erinnerungen lebendig.

Tier- und Vogelstimmen raten

Thematischer Schwerpunkt: Sinneswahrnehmung, Naturwissen.

Material: Tonaufnahmen von Tier- oder Vogelstimmen (Audio-Dateien, CD).

Durchführung: Die Gruppen hören Tiergeräusche (z. B. Vogelgezwitscher, Hundebellen) an. Nach jedem Ton klatschen sie in die Hände, um das Erraten zu signalisieren. Anschließend wird die Quelle genannt (z. B. „Rotkehlchen“). Eine Runde dauert ca. 5–10 Tierstimmen, insgesamt 15 Minuten. Dieses Spiel schult Gehörwahrnehmung und biologisches Wissen. Für Demenz sind bekannte Tiere (Katzen, Hunde, Vögel) geeigneter.

Praxisbeispiel: Beim Erraten des „Froschquakens“ rief eine Seniorin triumphierend: „Ich habe zuhause Teich gehabt!“. Die Runde lachte und wollte wissen, welche Frösche es in seinem Heimatdorf gab. So förderten die Klänge Gespräch über Natur und Heimat.

Natur-Quiz (Blumen und Kräuter)

Thematischer Schwerpunkt: Allgemeinwissen, Natur.

Material: Bildkarten oder echte Beispiele von Blumen/Kräutern (Lavendel, Rose, Basilikum).

Durchführung: Man zeigt nacheinander Blüten oder Blätter und liest Stichworte (z. B. „Duften und lila, Honigquelle“). Die Gruppe rät, um welches Gewächs es sich handelt. Gruppengröße 4–8, Dauer ca. 10 Minuten. Für Demenz nutzt man nur wenige, sehr markante Pflanzen. Dieses Spiel verbindet Sinneserfahrungen mit Wissen über die Umwelt.

Praxisbeispiel: In einem Kräuterratespiel entdeckte ein Bewohner am Geruch des Thymians seine Liebe zum Kochen wieder. Seine Erzählung über frühere Küchenexperimente inspirierte alle, mit eigenen Geschichten nachzuziehen.

Jahreszeiten-Lieder singen

Thematischer Schwerpunkt: Musik, Jahreszeitenwissen.

Material: Liedertexte aus Kinder- oder Volksliedern (z. B. „Alle Vögel sind schon da“ für Frühling).

Durchführung: Zu jeder Jahreszeit werden passende Lieder gesungen. Nach dem Singen kann über das Liedinhalt gesprochen werden („Welche Blumen blühen im Frühling?“). Dauer ca. 10 Minuten pro Lied. Dies verbindet musikalische Aktivierung mit thematischem Lernen. Bei Demenz können unterstützende Bilder gezeigt werden.

Praxisbeispiel: Die Gruppe sang „Der Winter ist da“ und zeigte dabei Bilder einer Schneelandschaft. Eine Seniorin ergänzte begeistert: „Und der Frühling kommt danach“. So wurde spielerisch Wissen über den Jahreslauf erarbeitet.

Pflanzen- und Gartenspiel

Thematischer Schwerpunkt: Naturbewusstsein, Gedächtnis.

Material: Verschiedene Samen (Basilikum, Sonnenblume) in Behältern.

Durchführung: Die Senioren ordnen Samenbilder (oder echte Samen) den richtigen Pflanzen zu. Die Betreuungskraft stellt Fragen: „Was wächst aus diesem Samen?“. Dauer ca. 10 Minuten. Dieses Spiel aktiviert Erinnerungen an eigene Garten- und Pflanzerfahrungen und trainiert Zuordnungen.

Praxisbeispiel: Beim Zuordnen einer Sonnenblume sagte ein Teilnehmer voller Stolz, er habe diese zu Hause im Garten gezogen. Die Runde freute sich über die blühende Anekdote.

Topic Gedächtnis & Erzählen

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