Hier war es in letzter Zeit etwas ruhig, weil ich noch nicht entschieden habe, ob und wie sich das Konzept dieses Newsletters ändern wird. Bis dahin hier schon einmal eine Ankündigung und ein dazu passendes Future Fiction-Fenster.
Am Donnerstag lesen und diskutieren wir wieder im Liebig257 über Future Fiction. Diesmal geht es um das Thema Menschsein (oder -Werden?) in Zeiten von KI und Robotik. Eine kleine Szene findest du weiter unten.

Bild: Klug e.V.
Das Liebig257 (Opens in a new window) in Köln ist ein Quartiersbüro, öffentliches Wohnzimmer und Treffpunkt für alle, die zusammen eine schöne Zeit haben wollen. Verschiedene Vereine und Personen bieten hier Aktivitäten auf Spendenbasis an - zum Beispiel Kochen, Musik oder Austausch. Dazu gibt es ein kleines Café und eine Fahrradwerkstatt. Ein guter Nährboden, um künstlerisch zu forschen, finde ich! Komm’ gerne vorbei, falls du in der Nähe bist.
Nähere Infos zum Future Fiction-Workshop findest du hier:
https://tribehaus.org/event/future-fiction-lesekreis-blick-in-eine-realutopische-zukunft (Opens in a new window)
Wie könnte es sein, wenn wir bald zusammen mit bewegten Maschinen leben? Was vor einigen Jahren noch nach Science Fiction geklungen hätte, wird jetzt greifbar (siehe z.B. dieses YouTube-Video (Opens in a new window)).
„Ach du je! Was ist da denn los?“, fragte Kyra.
Aus dem Flur hörte man Kinderlachen, Geschrei - und Gackern.
„Fangt es ein!“
„Jetzt ist es drin.“
Ein braunes Huhn rannte durch die offenen Flügeltüren in den Saal und lief aufgeregt an den Tischen entlang.
„Aaachtung! Huhn-Alarm!“ Mio, eines der Kinder vom Südwestflur des Wohnheims, war ihm dicht auf den Fersen, aber nicht sehr effektiv beim Fangen. Alle lachten. Michel und Flori hielten Mio zurück und versuchten, sich dem Huhn zu nähern, das aber nur erregter mit den Flügeln flatterte.
„Lasst Wilhelmine doch einfach laufen. Irgendwann wird sie schon wieder rausgehen“, schlug Jenny vor.
Der Android kam mit zwei vollen Thermoskannen zur Tür herein.
„A 84!“, rief Frieda. „Fang bitte das Huhn ein!“

Bild: ChatGPT
A84 stellte die Kannen ab. “Okay.” Der Android blieb stehen und rührte sich nicht.
„Was ist los?“, fragte Adrian. „Gehört das nicht zu deinen Kompetenzen?“
“Ich habe Probleme beim Herunterladen dieser Kompetenz. Ich werde es aber weiter versuchen.”
“Wie kann das sein? Sowas können die meisten doch schon seit Jahrzehnten”, fragte Nadira.
„Er ist wirklich alt“, sagte Ismael. „Bestimmt zwanzig Jahre. Aber das eigentliche Problem ist, dass er einfach nicht dafür designt worden ist. Er soll ja nur den Haushalt machen.”
„Gut, dann – “, hob Frieda an, um ihren Befehl aufzuheben.
Doch A84 war nun losgelaufen. Alle beobachteten gebannt, was passieren würde. Der Android war nicht schnell und nicht allzu gelenkig, aber gab nicht auf. Gebückt, mit ausgestreckten Armen, folgte er dem Huhn, das unter den Tischen hindurch flitzte und dann im Zickzack durch den Saal lief. Das ungleiche Duo war wie eine aufgezogene Spieluhr, die einfach nicht mehr aufhörte. Mittlerweile lachte der gesamte Saal. Kyra warf Yon einen Blick zu, der die Szene amüsiert, aber auch angespannt beobachtete. Huhn und Android näherten sich ihnen. Da sprang Yon blitzschnell auf, griff sich das Huhn, das auf ihn zu rannte und barg es an seiner Brust.
„Danke, Problem gelöst“, sagte er zu A84, der unmittelbar zum Stehen gekommen war und in die Küche ging, als wäre nichts geschehen.
Der ganze Saal applaudierte lachend.