Skip to main content

Eine Woche wie eine weiche Woge

Lektion gelernt: So leicht kann sich das Leben anfühlen, wenn man es einfach mal zulässt.

Sollen sie doch alle nach Ibiza, Mykonos oder Sardinien abhauen.  Ich bleibe hier! Am See, in Starnberg, in meinem eigenen kleinen Leben. Jetzt, wo endlich der Sommer durchknallt und die Luft so weich und warm ist, als würde einem ein Liebhaber zärtlich über den Nacken pusten. Wir fuhren raus, nur wir Beide, unser Fischerboot und der See. Ließen alles am Ufer zurück, was an Bord keinen Platz hat. Allen Überfluss und blöde Gedanken. Kurz hinterm Hafen schloss ich die Augen, atmete tief ein, machte die Augen wieder auf und war verloren: so viel Schönheit. Bootshäuser am Ufer, weiße Segel, die träge übers Wasser schaukelten, weit hinten die Berge. Und ich dachte: Das sollte es auf Rezept geben. Nichts beruhigt den Puls so schnell wie hier draußen zu sein auf dem Wasser mit nichts dabei außer SPF 40 und ein bisschen Proviant. Vielleicht ist dieses Sichselbstvergessen für einen Moment, eine Weile, eine Bootsfahrt lang, einen Tag, das größte Geschenk, das man einem anderen Menschen und sich selbst machen kann. Sich selbst beiseite legen, die Minuten, die am Bug vorbeirauschen, ziehen lassen, vernachlässigen, was man noch zu tun, ob man schwer zu tragen hat, ausreichend hydriert oder alles richtig gemacht hat, sich nur dem Moment hingeben, wahrnehmen, wie es riecht, ob es lärmt, nervt, unbequem ist und von wo der Wind kommt.

Das war die Woche. Eine Woche, in der durchweg die Sonne schien, die Tage und Nächte dahinflossen wie eine weiche Woge und mein Glückskonto fett im Plus war. Eine Woche wie eine Lektion: Sieh an, so leicht kann sich das Leben anfühlen, wenn man es einfach mal zulässt. Sollte ich das je vergessen, werde ich dorthin zurückkehren, wo mir der Wind alle blöden Gedanken aus

2 comments

Would you like to see the comments?
Become a member of Katjas Notizen to join the discussion.
Become a member